Lisa’s (Kein Betreff)

Hallo.
Ich hoffe, ich habe an diese Person geschrieben. Ich bin ein schönes freies Mädchen. Ich suche einen Mann zum Flirten, Sex, Online Sex. Ich werde nicht viel schreiben, vielleicht interessiert dich das nicht. Aber wenn Sie nach dem gleichen suchen, dann lassen Sie mich wissen. Da ich mir über Ihr Interesse nicht sicher bin, habe ich Ihnen eine temporäre, einmalige E-Mail-Adresse geschrieben. Aber ich habe mein persönliches Profil im Internet erstellt. Es ist kostenlos. Dort können wir uns privat unterhalten. Ich habe es dem Brief beigefügt. Mein Spitzname ist Lisalovs Auf meiner Seite finden Sie meine Fotos, Videos, Skype, Viber und Telefonnummer. Ruf mich an oder schreibe an den Vibrator, wie es dir gefällt.
Lisa

Habe ich das da richtig gelesen, was der Google Translator aus der Spam-Mail macht? Ich soll an den Vibrator der Lisalovs schreiben? Wie geht das? Was soll das, Google?

Irgend so ein Flaschenheini hat die Atelieradresse so bei Google eingetragen, dass bei spezifischen Lichtbild poetisch-prophetischen Suchbegriffen ein Streetview-Foto in der rechten Seite des Browsers erschien. Inklusive irgendwelcher Angaben, woraus der mir nicht geneigte Leser hätte ‚denken‘ können, das Offene Atelier ist ein Unternehmen. Ein Business, ein höllen Startup oder so. Das Ganze geschah auch noch unter Marvin’s Namen. Für nicht Dauerleser der hier veröffentlichten Katastrophen: Marvin F. ist fiktiv, existiert nicht. Doch das Sahnehäubchen kommt noch: Was es im realen Leben nicht gibt, wurde – anonym versteht sich – bewertet. Drei von fünf Punkte! Was soll das? Ich bin viel schlechter: Ein von fünf Punkte, bitte!

Wie gewöhne ich dieser Datenkrake die unsägliche wie auch ungewünschte Nummer ab? Irgendwann fand ich eine Möglichkeit, diesen Eintrag als falsch und nicht existent zu melden. Seitdem gibt es dieser Verbindung nicht mehr. Und genau dieser selbe Suchverein sagt mir jetzt, ich soll Lisalovs Vibrator anschreiben. Interessant: macOS High Sierra kennt in seiner deutschen Sprachkorrektur den Begriff ‚Vibrator‘ nicht! ICH muss der Korrektur diesen Begriff erst beibringen!

Die Ami’s haben doch echt einen Stock im Arsch!

Diese Woche kam eine Nachricht mit etwa diesem Wortlaut ein: ‚Ach ja mir ging es ja soooo schlecht, musste viel regeln, aber jetzt geht es mir so unglaublich toll‘. Oha! Warum lügen Menschen so gerne, können nicht bei der Wahrheit bleiben. Der erste Teil, mit dem so schlecht gehen und viel regeln müssen: ‚Du warst mir total egal und interessierst mich nicht weil ich dich nicht für meine eigenen Zwecke gebrauchen kann‘. Der zweite Teil: ‚Ich habe Sektflaschen-Boden dicke rosarote Brillengläser vor meinen Augen, wandle auf weichen lila Wolken und habe im Moment außer Poppen mit dem Mann, mit dem endlich alles anders wird, nichts anderes im Sinn‘.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht hier nicht um Futterneid oder Eifersüchteleien. Es geht darum die Dinge beim Namen zu nennen. Alles andere ist Lebenszeitverschwendung. Ich denke, dieser Kontakt hat bei mir wegen notorischer Falschheit sein Recht auf Unterstützung versagt. Dann schreibe ich lieber Lisalovs Vibrator und wenn sie das Dingens in Benutzung hat, dann geht ihr wenigstens Einer dabei ab. Oder vielleicht auch Zwei oder Drei. Was weiß ich!

Fazit:
Nä, es gibt Vibratoren mit Netzwerkanschluß.
Kabel oder ohne Kabel?
Die Welt steht am moralischen Abgrund und hat einen großen Schritt voran getan!
Und ich soll mich Brumm-Dildo schreiben.
Vielleicht auch noch, wenn er gerade in der feuchten Grotte versenkt ist.
Oder gar im Schwarzen Kanal steckt.
Das ist doch pervers!

Autor: Lichtbildprophet

Lichtbildprophet ist der Mix aus verbalen Größenwahn und Fotografischen Depressionismus; eine persönliche letzte totale Schlacht des einzigartigen Lichtbildpropheten gegen den Herdentrieb, die Massenverdummung und den Einheitsgeschmack unserer Zeit.