223_2019

Zertrümmerin der Zertrümmerer

the erotic side of the photographic depressionism
Zertrümmerin der Zertrümmerer
Nr. 1749
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Die Gefahr unserer Zeit liegt nicht in der Radikalisierung einer Minderheit, befeuert durch soziale Medien und der Verbreitung alternativer Fakten. Das gehört – auch wenn es nicht jedem gefällt – zur Demokratie dazu. Die Gefahr liegt in der schweigenden Masse, die ihren Protest gegen Gewalt und Lügen auf der Couch aussitzt.

Kurzurlaub

Der Spieltrieb geht mir durch!
Leider, denn statt das Sommerwetter zu nutzen und draußen mit der Kamera wild drauf los zu knipsen, verkrümle ich mich lieber ins Atelier. Ich mache das Negativ zum Träger des Positivs und umgekehrt, verschweiße mit Gelatine unsensibilisierten ORWO Lithfilm auf ausgemustertes Tintenstrahl-Druckerpapier. Neulich war ich auf einem alten Bauernhof, habe dort alte Glasscheiben adoptiert. Ich lerne Glasschneiden, um die Platten mit flüssiger Fotoemulsion zu beschichten. Kanten schleifen, ich will mir keinen häßlichen Splitter einfangen.

Was den ORWO FU5 angeht, so liefert der ‚Lith – Selen-Tonung und Bad im Farmerschen Abschwächer‘-Prozess schon visuell Beachtliches. Bezogen auf mein Gusto, was ja nunmal sehr masseninkompatibel ist. Dabei darf der Abschwächer schon etwas stärker sein, wodurch die Verweilzeit im Bad schon recht kurz ist. Doch durch die Intensität und wenig Bewegung entstehen Schlieren, die sich im Bildausdruck hervorragend niederschlagen.

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Unsensibilisiert

Mein Fotopapierlager quillt über, denn in den letzten Monaten habe ich altes ORWO Fotopapier, zum Schluss auch unsensibilisierten ORWO Fotofilm gehortet. Gern hätte ich mehr ORWO Dokumentenpapier angehäuft, aber das ist ziemlich rar. Mir gefällt dessen braune Note, wird es etwas länger belichtet und anschließend im Lith-Entwickler gebadet. Um mich nicht in Versuchung zu bringen, noch mehr ORWO Material zu bunkern, schließe ich kurzerhand meinen ebay-Konto. Es werden ein paar Tage vergehen, bis es gänzlich dem Nirvana des Internets übereignet ist. Dann hoffe ich aber Ruhe vor den nervigen Warnungen zur Sicherheit zu haben. Zusammen mit den modernen Fotopapieren ist soviel Positivmaterial da, dass es schein-ewig dauern wird, bis alles aufgebraucht ist.

Mir fällt der Schinken ‚Die Theoretischen Grundlagen der Photographischen Prozesse‘ von Hay in die Hände. Eigentlich bin ich auf der Suche nach Informationen zur Lippmann-Emulsion und ihren zahlreichen Varianten. Mich interessiert der unsensibilisierte Typ, weil ich gerade die Härte einer blauempfindlichen Emulsion mit Nanopartikel brauche. In dem Buch fällt mir auf, dass der Autor auf den Positivprozess eingeht. Nicht nur allein auf Silberhalogenid-Basis, es werden auch Verfahren behandelt, die heute ‚Edeldruck‘ sind. Beim Blättern und Lesen wandelt sich mein Wohlgefallen für alte Meister in Abneigung dem Werk gegenüber. Es hat etwas von Besserwissertum und Klugscheißerelite. Mutter kratzt in seinem Meisterwerk wenigstens an, dass es da noch andere Dinge gibt und lässt den Leser dann allein. Hay hat nur Perfektion, Perfektion und nochmals Perfektion in Schwarzweiß im Auge. LANGWEILIG!

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158_2019

RandEndspiel

RandEndspiel
Nr. 1915
Unikat: 18 x 24 cm, Handabzug auf ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Was für ein Geniestreich der Namesfindung:

Model ‚Krissi Love Audi‘

Besser kann man nicht sagen, dass Frau menschlich ein elitäres Arschloch ist.

132_2019

Der kurze Blick lang zurück

the erotic side of the photographic depressionism
Der kurze Blick lang zurück
Nr. 1692
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Gedankenfrei und innere Leere.
Und doch treibt mich irgendetwas jeden Tag an.