KI – Ein erster Versuch

Der sogenannten Künstlichen Intelligenz bin ich ziemlich kritisch gegenüber eingestellt. Das hat viele Gründe und teilweise habe ich sie hier im ‚Der Lichtbildprophet‘ thematisiert. Es beginnt bei den zugrunde gelegten Daten, geht über den Ressourcen- und Energieverbrauch bis hin zu meiner Ansicht, dass sich der Mensch mit der KI selbst abschafft. Ich hoffe, dass die KI-Blase möglichst schnell platzt und Vernunft und Verstand im Gehirn des Menschen wieder einkehrt.

Bisher habe ich mit Text und KI im ‚Der Lichtbildprophet‘ gearbeitet. Dabei ging es in erster Linie darum, dass mir KI etwas über den genialen Makkerrony und seine einzigartige Bildkunst verrät. Die Ergebnisse konnten mich nicht überzeugen: KI widerspricht nicht und duldet keinen Widerspruch. KI macht mit seinen positiven Nutzererfahrungen süchtig. KI bügelt textuell alles glatt und hat keine Belege des eigenen Wissens.

Am freien Tag lausche ich der Musik auf Vinyl und X meldet, dass sich Grok bei mir meldet. Die KI bietet mir an, Bilder zu machen. Ich habe zwei Fotos auf meinem iPad gesichert und ich lasse Grok beide Fotos miteinander verschmelzen. Der Moralapostel in Grok meldet sich und redet von zu viel explizit und so weiter. Die KI soll noch einmal ran und sich nicht so haben, schließlich sind es meine Arbeiten und ich weiß, was ich tue:

Mein erstes KI-Bild, erstellt mit Grok AI

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Serie Boltenhagen

Lila, der letzte Versuch. Es ist ein Familienausflug, ein 1 Tagesritt nach Boltenhagen. Auf einer Nikon D60 ist das Holga HL-Spaßobjektiv aufgesetzt. Rund um die eigentliche Blende im Objektiv, sind weitere kleinere Öffnungen verteilt. Sie streuen diffuses Licht in den Hauptstrahlengang und sollen für eine Wiedergabe ähnlich der analogen Holga-Kamera sorgen. Ja, die Bilder sind unscharf, nur nicht so wie ich es mir vorstelle. Froschperspektive, etwas längere Belichtungszeiten und beim Auslösen die Kamera bewegt, sind nicht hilfreich. Ich halte ein paar Aufnahmen für gut und sie werden auch in einer Ausstellung gezeigt, doch es ist nicht das, was ich zeigen möchte.

Auch wenn ich in den nächsten Monaten die D60 und meine Nikon D200 weiter benutze, ich befinde mich in einer fotografischen Sackgasse. Ich möchte nicht Photoshop und Analogfilm-Emulationen Unschärfe & Co. überlassen. Das Original soll nahezu fertig unscharf sein und ich brauche nur noch entscheiden, ob ich im Bunt bleibe oder ins Schwarzweiß wechsle. Die Serie Boltenhagen ist mein Abgesang an die digitale Fotowelt. Nach und nach ersetze ich digital durch analog. In den nächsten fünfzehn Jahren versuche ich mich in beinahe jeden analogen Kameratypus. Erst mit der Original-Lomo (Kleinbildformat) und der neueren Pentax 17 (Halbformat) lande ich einen Treffer. Beide belichten automatisch und doch gelingt es mir mittels langsamer Filme und der eigenen Kamerabewegung die Spielwiese Unschärfen für mich zu erschließen.

Vier digitale Arbeiten, die Serie Boltenhagen aus 2011, Meilenstein und Wendepunkt für mich. Denn die Serie liegt auch zwischen zwei privaten Gewitterfronten, was die eigentlich nüchterne Serie für mich persönlich auch noch emotional macht.

Schocktraumatisiert

Nach einer sehr langen Pause in den asozialen Medien, habe ich beschlossen, mein fotografisches Glück in den Online-Gemeinschaften 500px und Fotocommunity zu suchen. Als analogfotografierender Halbgott und Photoalchemist ist mir vollkommen klar, dass ich in dem erlauchten Kreis der digitalen Vollzeitpropheten ein steinzeitlicher Aussätziger bin. Wie hat es mein Ex-Busenkumpel in Worte gefasst: Meine Art zu fotografieren ist zu besonders geworden und trifft nicht die hohen Erwartungen zeigefreudiger Frauen. Ich verstehe seinen Hinweis und doch gab es bisher die eine oder andere junge Dame, die genau diese andere Art der Fotografie von mir wollte. Ein besser motiviertes Fotomodell kann ich mir nicht wünschen. Nur scheinen diese Ausnahmen von der Regel, genauso wie experimentierwütige Analogfotografen wie ich einer bin, auszusterben.

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Die Bilder der Anderen

Nein, es geht mir nicht darum, wie gut oder wie schlecht andere Menschen Bilder malen oder fotografieren. Den Schwanzlängenvergleich habe ich schon vor Jahren aufgegeben. Entweder gibt es Bildwerke, die mich ansprechen und nicht nach einem gewissen Moment langweilen, oder es gibt Bilderwerke, die nichts sagend und leicht zu vergessen sind. Ich mag keine lauten Bilder, der Neudeutsche sagt wohl eye catcher dazu. Mich sprechen ruhige, eher klassische Bilder an. Es muss kein schneller, höher, weiter oder alles zu sehen sein.

Nein, es geht mir nicht um ein Pastiche oder eine anderweitige Art des Nachäffens. Ich möchte nicht – was in meinem Auge – Besonderes nachahmen oder kopieren. Über die Jahre war es immer so, dass ich Etwas tat und man mir sagte, mein Ergebnis sehe nach Künstler X oder Y aus.

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Das war es dann mit 2025

Alle 2025 verschossenen Filme sind abgezogen. Zwischen überlagerten Fotomaterialien habe ich ein paar alte, noch nicht katalogisierte Sofortbilder gefunden. Eines trägt auf der Rückseite die Jahresangabe 2010, ein anderes 2011. Zeit ist so leicht flüchtig. Durch die aktuelle Modellflaute dachte ich anfänglich, nur ein paar hundert Aufnahmen auf Papier bringen zu können. Doch die Perle und ich können uns zu ein paar Fototouren aufraffen. Am Ende werden es dann doch über 1300 Bilder, die ich dieses Jahr geschaffen habe. Erstaunlich, wie das Gefühl widerrechtlich über das Wissen triumphiert.

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