Exa 500

Habe ich mir die Ihagee Exa (ohne Namenszusatz) rein aus nostalgischen Gründen zugelegt, war ich bei der Exa 500 auf die 1/500 Sekunde als kürzeste Belichtungszeit scharf. Außerdem ist so ein Schlitzverschluss aus Tuch schon ziemlich Vintage und gibt beim Auslösen eine Geräuschkulisse, die so Exa-untypisch klingt, ist man mit der Exa 1b fotografisch groß geworden. Ansonsten gibt die Exa 500 äußerlich den Bescheidenen, meine geliebte Exa 1b macht da den Tick mehr her, was letztlich nur am austauschbaren Durchguck liegt.

Wie bei der Exa (ohne Namenszusatz) braucht auch die Exa 500 Dank Exakta-Bajonett eigene Wechselobjektive. Davon habe ich lediglich ein Objektiv und das ist mit der Exa (ohne Namenszusatz) verkoppelt. Möchte ich mit der Exa 500 auch einmal Fotos aufnehmen, dann muss es ein Bundle aus Kamera und Objektiv sein. Und damit beginnt mein Problem. In der Bucht ist es unter den Mega-TOP-Sellern mit ohne Sachverstand mittlerweile Sitte, Kamera und Objektiv einzeln zu verkaufen. Damit scheint sich mehr Geld machen zu lassen, denn ich muss mir die Kombination zusammensammeln und zahle oben drauf.

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Lomo LC-A – Update

Ich möchte nicht nörgeln, nur wenn mir freudestrahlend ein Beutel mit analogen Kameras überreicht wird, dann handelt es sich – ich möchte mal nett in meiner Formulierung sein – zu 75 Prozent um Schrott. Sicherlich ruft das eine oder andere Objekt wehmütige Erinnerungen in mir hervor, doch Begeisterung sieht etwas anders aus. So auch bei diesem Beutel, der mir kürzlich überreicht wird. ‚Juhu, eine Beirette!‘ bekunde ich mein Entsetzen. Der ‚Fotograf‘ von Welt hält seine erste Kamera in besonderen Ehren. Bei mir war es die Beirette, doch ich verleugne sie schamlos in meiner Biografie. Stattdessen verweise ich lieber auf die Exa 1b, die ich Jahre später und auch nur geliehen benutzen durfte. Dafür nenne ich heute mehrere Exa’s mein Eigen, was wohl dem Kampf gegen ein Beirette-Trauma anzulasten wäre.

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Linhof Kardan Color 9×12

Sie sah ich um 1995 herum zum ersten Mal: Ein neuer Kollege verstärkte unser Team und in seinem Büro stand dieses nette Teil: Drei lange Beine, eine Querstange, ein schwarzer Balgen und zwei Standarten. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der digitalen Fotografie verfallen, dennoch beeindruckte mich das Teil. Der Kollege schwärmte in den höchsten Tönen von seiner Linhof Kardan Color 9×12. Sie war ein Mitbringsel von seiner alten Firma, wurde dort ausgemustert und ging in seinen Besitz über. Sie war die Zierde des Büros und erzeugte – trotz meines Hangs zum Digitalen – immer wieder Neid in mir.

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Leica R3 – UPDATE

Sie ist (fast) ein Geschenk. Also der, der sie mir gegeben hat, äußerte sich nicht präzise wie ein Mann:

Ich schenke sie dir!‚ oder
Mach einen guten Preis und sie gehört sofort dir!‚.

Stattdessen höre ich nur verbale Drugserei. Ist es heute Usus, dass kaum ein Zeitgenosse Entscheidungen treffen möchte. Es beschleicht mich eher das Gefühl, als habe der Jetztmensch Angst sich in irgendeiner Form oder konkreten Meinung festzulegen. Lieber eiert man um den sprichwörtlichen heißen Brei herum, den es so gar nicht gibt. Überall Ausflüchte und lieblose Ausreden statt die klare Ansage.

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Weltaflex

Als Lichtbildprophet und Lichtbildprophet lebe ich ja – leider – nicht auf (m)einem eigenen Planet. Ich mussdürfen (richtig gelesen, ich bin der mussdürfen-Erfinder) mich unter das gemeine Fotovolk mischen. Da das in der Regel extremst technikverliebt und wenig am Bild interessiert ist, bekomme ich gesagt, was es so für wirklich gute Kameras gibt. Rolleiflex zum Beispiel. Super Kamera, Riesen Kamera, Wahnsinns Kamera. Schaue ich mir an, wer eine solche Megakamera besitzt und was er damit veranstaltet, ist wieder der Beweis erbracht, dass nicht allein eine Kamera gute Bilder macht. Steinigt und kreuzigt mich ihr lautstarken Großmeister der emotional-emotionslosen Fotografie.

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