Das ist Scheiße, ohne Erklärung warum

Ich habe festgestellt, dass ich mittlerweile nichts mehr einfach nur Scheiße finden darf. Ohne Kommentar. Ohne Empathietest. Beispiel: Verabredung. Nachdem ein Versuch an einer fetten Erkältung gescheitert ist, kann sich der/die/das-jenige doch melden und sagen, dass es nun dabei bleibt. Nein, es wird lieber gereelt, wie total toll die Abnehmspritze nebst Gewichtsabnahme und der neue Vermieter sind. Das kenne ich schon. So super toll war der Noch-Ehemann vor ein paar Jahren auch und hat sich dann aus eigener Kraft zum Freak entwickelt. Das ist Scheiße und zeigt mir, dass ich der/die/das-jenige völlig togal (total egal) bin. Das mag ich überhaupt nicht und sobald ich etwas nicht mag, weil ich es einfach Scheiße finde, soll ich mich darüber erklären? Am besten sachlich, ausführlich und mit Verständnis für sämtliche Beteiligten. Ihr oberaffigen Gutmenschen: Ich mag es einfach nicht! Scheiße ist einfach Scheiße, auch ohne ausführliche Begründung.

Rage Bait

Das diesjährige Jugendwort ist Ragebait (Rage Bait). Mit dieser Denglisch-Phrase sind digitale Inhalte gemeint, die gezielt Empörung auslösen sollen, um möglichst viele Reaktionen zu generieren. Ragebaiting ist ein Erfolgsmodell wie Trollen, Haten und Mobben: Eine große Fresse in der Firma, in der Politik, in den Medien, im Klassenraum oder bei der Partnersuche und du hast Erfolg, selbst wenn du nur ein Blender bist.

Regenbogenkiez

Du hast gesagt, dass du gesagt hast, wir machen hier eine Show mit Regenbogenflagge am Balkon für „quere“ Menschen. Jedem sein Fähnchen zum Flagge zeigen. Mach hier nicht auf doof oder ich hau dir eine auf die Fresse. Morgendliche Reizüberflutung.

Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof – Joachim Hoffmann

Eine gewisse Vorliebe für Friedhöfe sollte meinen fotografischen Arbeiten zu entnehmen sein. Vor ein paar Wochen sind die Perle und ich zufällig auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde gelandet. Eigentlich wollten wir entlang dem Grenzgraben Marzahn-Hohenschönhausen, vorbei am Südbecken zum Landschaftspark Herzberge. Zur linken Hand bot sich überraschend der Zugang in Höhe des Revolutionsdenkmals an.

Den Zentralfriedhof Friedrichsfelde kenne ich nur aus zwei Perspektiven: Die DDR-Oberen stiefelten medienwirksam Mitte Januar zu Karl, Rosa & Co. und die S-Bahn fährt zwischen Lichtenberg und Friedrichsfelde Ost am Haupteingang vorbei. Nun stehe ich mit der Perle an einem herrlichen Herbsttag im weiten Grün der Parklandschaft und habe keine Kamera dabei. Ich muss mindestens noch einmal wiederkommen.

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