Ein Schlüsselerlebnis

Ich komme irgendwie auf Christina Z. Anderson. Na gut, ganz so zufällig ist meine Suche nicht. Ich suche einen ersten Handlungsfaden für eine mir unbekannte Dunkelkammertechnologie und lande bei Anderson’s Chemigrammen. Sie erinnern mich an meine Aleatogramme. Hier und da fallen mir ihre Farben auf, weil ich sie aus meinen Versuchen in der Dunkelkammer kenne.

Das, wonach ich suche, finde ich nicht auf deutsch. Alles ist in ausländisch gehalten. Warum nur begeistert sich niemand in meiner Muttersprache für ‚Chromo‘? Je weiter ich mich durchs Englisch wühle, umso mehr wird mir klar, weshalb sich der Deutsche nicht in das Becken dieser Techhnik wagt:

Schaue ich mir Fotografien guter deutscher Fotografen an, dann durchzieht die meisten Arbeiten ein unangenehm kühler und vor allem distanzierter Schauer. Selbst in der schmutzigsten Barfuss-Szene muss das Sujet steril und strukturiert sein. Ich frage mich, ob ein ganzes Land bei Bernd und Hilla Becher abgeschaut hat? Wo ist die Zuneigung und Liebe in euch, selbst einen stinkenden Scheißhaufen auf der Straße so zu inszenieren, dass er im Bild gefällig zu betrachten daher kommt? Liebe. Euch fehlt es an Liebe und damit meine ich nicht Sex und Besitz. Wo steckt in euch das Kind im Manne oder der Frau? Ihr verzieht lieber eure Brut statt Wissen und Erfahrung zu vermitteln, züchtet lieber großmäulige Besserwisser und Klugscheißer heran. Kein Wunder, dass für ein sauberes und bequemes Weltbild alles schön gerade, scharf und ohne nachdenken sichtbar sein muss. Ich meine zu wissen, wo euer Problem liegt: Ihr wollt erstens schnell ans Ziel kommen und zweitens nichts dem Zufall überlassen.

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230_2019

Alternativ Licht

Alternative Licht
Nr. 2055
Unikat: Khadi Hadernpapier 18 x 24 cm
(c) 2019 Ronald Puhle

Um zu behaupten, ich kenne etwas, sollte ich es mindest einmal getan haben.
Um zu behaupten, ich kann etwas, sollte ich es wieder und wieder tun.

229_2019

Diss

Diss (aus dem Zyklus ‚Menschen in der Großstadt‘)
Nr. 2066
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Ich disse Greta Thunberg, mobbe sie? Bodyshaming?

Sorry Leute, diese junge Dame, angeblich die Heilige Jungfrau des Klimawandel, ist eine gutgemachte PR-Kampagne und Gelddruckmaschine, bei der der Klimawandel nur Mittel zum Zweck ist.

Greta Thunberg ist der neue Typus Influencer, der nicht seine Haut zu Markte trägt sondern mit zeitkritischen Fragestellungen Aufmerksamkeit erzeugt. Greta Thunberg könnte freitags genauso gut wegen der Überbevölkerung der Erde die Schule schwänzen. Die PR-Maschinerie würde ebenfalls funktionieren, nur eher im rechtspopulistischen Lager wildern. Unter dem Aspekt kommen mir Zweifel an der Glaubwürdigkeit der nordländischen Klima-Prinzessin.

228_2019

Mut zur Hässlichkeit

Mut zur Hässlichkeit (aus dem Zyklus ‚Menschen in der Großstadt‘)
Nr. 2064
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Bietet sich Greta Thunberg an für derbe Witze im Chuck Norris-Style?
Greta Thunberg geht zum Lachen in den Keller. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg furzt nicht. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg atmet nicht. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg ist das ‚The uglyiest teen alive‘. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg trägt einen busenneutralen BH. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg braucht keinen BH. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg ist die verheimlichte Tochter Alice Schwarzers.
Greta Thunberg wäscht sich nicht. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg trinkt kein Wasser. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg ist eine Diktatorin. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg leidet nicht an ADHS. Sie hat wirklich keine Freunde.
Greta Thunberg ist Superwoman. Dem Klima zuliebe.
Greta Thunberg findet Jungs ekelig. Dem Klima zuliebe.

ewig! – Eine Fotoausstellung des Fotografischen Frühschoppen

‚Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung‘ hat der Fotografische Frühschoppen anlässlich der Vernissage zu seiner Ausstellung Zeit? im Juni 2018 angekündigt. Erste Ideen zu ewig! werden 2015 geäußert. Seit 2017 arbeiten wir intensiv an einem Thema, das den Arbeitstitel ‚Jüdische Orte, Jüdisches Leben‚ erhält. Als erste Orientierungshilfe dient das Buch ‚Jüdische Orte in Berlin‚ von Eckhardt und Nachama. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass unser Fokus eher auf den jüdischen Friedhöfen Berlins liegt. So ist die Änderung des Arbeitstitels in ‚Ewige Orte‚ die logische Konsequenz. Am Ende fassen wir uns, wie schon zur Ausstellung Zeit?, kurz und geben unserer Gemeinschaftsausstellung den Titel ewig!.

Auf vielfältige Weise ist ewig! ein persönlicher Weg für jeden, der an dieser Ausstellung beteiligt ist. Ursprünglich stand das private Interesse im Vordergrund, ist es eine Reise in die Vergangenheit, die Neugier gegenüber dem Unbekannten und Therapie. Am Ende des Weges ist ewig! aber auch ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus und ein Gedenken an die Opfer des Holocaust!

Wie es der Name unseres Kreises erahnen lässt, ist unser Handwerkszeug die Kamera. Die Ausstellung Zeit? hat es bereits angedeutet: In ewig! zeigen wir einmal mehr, dass die Kamera nur eine Station auf dem Weg zum Bild und Kunstwerk ist, das wir hier heute ausstellen dürfen. Der Weg ist genauso wenig geradlinig, erfordert Geduld und den Mut sich neuen Sichtweisen zu öffnen. Dazu gehört zum Beispiel Einblick in den jüdischen Glauben zu nehmen (Besuch der Synagoge in der Rykestrasse) und im Atelier Bildtechniken für sich zu entdecken. Am Ende ist ewig! unsere ambitionierteste Ausstellung, die ohne Zeit und Engagement jedes einzelnen nie diesen Umfang und vor allem diese Vielschichtigkeit erreicht hätte.

ewig! Eine Fotoausstellung des Fotografischen Frühschoppen

Einladung zur Vernissage
19. September 2019 – 18:00 Uhr

in der
Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor eG
Märkische Allee 210 A
12679 Berlin

Ab dem 16. Oktober 2019 werden im Wohnfühltreff Oppermann Straße weitere Arbeiten unserer ewig!-Reihe gezeigt. Von 14 bis 16 Uhr sind Mitglieder des Fotografischen Frühschoppen im Wohnfühltreff vor Ort und stehen auch dort Rede und Antwort.

Weitere Informationen zum Fotografischen Frühschoppen finden Sie im Internet unter: www.flackerlight.de