Die Leiden des jungen Baby Boomers

Früher konnte ich über den Weihnachtsmarkt gehen, einen Apfel oder eine Apfelsine mit meinem Taschenmesser schälen und essen. Die Post kam pünktlich und ich kannte den Postboten. Er brachte schon seid Ewigkeiten die Post, trug eine Uniform und war eine Respektsperson. Nach den Zügen der Deutschen Reichsbahn konnte ich allgemein die Uhr stellen. Ich bin ins Rathaus gegangen und im Eingang regelte ein Pförtner den Einlass und es gab keine Security mit Taschenkontrolle. Im Freibad hieß es Sommer, Sonnenschein, Spaß und das Menü a la Saison: Bockwurst, eine halbe Scheibe Brot und einen Klacks Senf. Schwule und Lesben waren das Normalste von der Welt und es hat auch niemand wirklich interessiert. Menschen, die sich für Hunde, Bäume oder Einhörner gehalten haben, wurden fürsorglich in der Geschlossenen behandelt. Die einzige Ausnahme für Verkleiden & Co. war der Fasching oder ein Kostümfest, bei dem jeder Indianer oder Cowboy sein wollte. Auf Arbeit gab es deutsche Kollegen und es wurde Deutsch gesprochen. Auf der Straße, in Läden und Restaurants wurde Deutsch gesprochen und alles war voll mit Menschen. Poller und Sperren gab es selten zu sehen, Taschenkontrollen gehörten nicht zum Alltag. Von Anschlägen, Messerangriffen und Gruppenvergewaltigungen wusste selbst die Gerüchteküche nicht zu berichten. Die Schulausbildung orientierte sich an den Naturwissenschaften, ich habe das Nähen, Sticken und Werkeln gelernt und ging als Unterrichtsfach in einer Firma arbeiten. Ob ich wollte oder nicht, ich mußte 18 Monate zum Wehrdienst, war in der Zeit mit Frau und Kind viel zu selten zu Hause, doch diese erlebte Erfahrung hat mein Weltbild bis heute positiv geprägt.

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217_2026

Nackter Frauenoberkörper mit Ketten gefesselt

Nr. 9779
Original, Einzelstück, überlagertes ORWO-Dokumentenpapier, Lith Print, ca. A4
(c) 2026 Makkerrony

Modell ohne Namen

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Lesestoff und alte Scheiben

Der schreibenden Zunft, für deren Produkte echte Bäume sterben müssen, geht es nicht gut. Der Homo digitalis fässt kein Papier mehr an. Lieber steckt er sein Geld in überteuerte mobile Endgeräte und deren Energiehunger. Die Konsequenz: Das große Zeitschriften- und Magazinsterben! Die Titel, die noch nicht in die digitalen Jagdgründe eingegangen sind, sparen, wo es nur geht. Es beginnt bei den üppigen Autorenhonoraren und endet beim Papier. Letztgenanntes wird unangenehm griffig und die Heftgröße schrumpft, wie zu heiß gebadet.

Ich möchte meine Phase3* dazu nutzen, meine klaffende Bildungslücke in Sachen Musik zu schließen. Deshalb entscheide ich mich, ein gedrucktes Musikmagazin zu abonnieren. Früher, als mich auch noch HiFi-Technik interessiert hat, las ich stereoplay. Neben dem Technikgedöns gab es dort auch die Zounds-Reihe und Anspieltipps. Nach etwas Internetrecherche sollte es der Musikexpress sein, auch wenn er aus dem Hause Axel Springer kommt. Für den Musikexpress sprechen ein JPC-Gutschein von 15 Euro und 8% Rabatt auf Einkäufe bei JPC. Neben dem dänischen imusic ist das deutsche JPC mein Vinyl-Neuware-Dealer des Vertrauens. Ich bin klar nach meinem Vorteil aus, was garantiert auf meine Machtposition als Mann zurückzuführen ist.

Irgendwie habe ich im Juli kein Glück mit meinen Geschäften. Erst schießt Recordsale mit einer gebrauchten Langrille Freundeskreis „Die Quadratur des Kreises“ einen kapitalen Bock und ich muß meinem Geld hinterher rennen. Dann schließe ich mein 6 Monate-Musikexpress Abonnement ab und es passiert nichts. Das stimmt nicht ganz: Irgendwann bekomme ich von JPC den 15 Euro-Gutschein, dass in der Rechnung angekündigte Heft lässt auf sich warten. Wenigstens hat die Paypal-Abbuchung anstandslos geklappt. Eine Woche warte ich, dann klopfe ich beim Musikexpress an und frage nach. Es dauert noch einmal fast eine Woche, bis die Nachlieferung im Briefkasten liegt. Und wie sollte es anders sein, es fehlt die exklusive CD für Abonnenten.

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216_2026

Modell in Dessous

Nr. 9778
Original, Einzelstück, überlagertes ORWO-Dokumentenpapier, Lith Print, ca. A4
(c) 2026 Makkerrony

Modell ohne Namen

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Das erotische Lichtbild

Von welch noblen Geist ist Mensch getragen, wenn er sich in die Untiefen des sittlichen Zerfalls begibt und der restlichen Menschheit wissenschaftlich glaubhaft macht, was gut und was böse für seine schwache Seele ist. Eine kleine Anzahl Menschen nimmt Höllenqualen auf sich und errettet die restliche Welt. Nein, es geht nicht um Jesus oder Donald Trump. Über diese beiden Seelenretter stehen andere, viel unscheinbarere und mittlerweile verstorbene Zeitgenossen. Es sind die Herausgeber des Ergänzungsbandes „Die Erotik in der Photographie – Die sexualbezügliche Bedeutung der intimen Photographie und die Beziehungen des erotischen Lichtbildes zur Psychopathie Sexualis“. Was für ein Deutsch.

Was macht den Unterschied zwischen guter und böser Nacktfotografie? Keine Ahnung? Zu allererst natürlich fortschrittlichste Technik und dann deren perfekte Beherrschung. Mag der Fotograf sein Modell, welches aus dem näheren Umfeld stammt, er mit seinen Augen ausziehen, die gute Erotikfotografie nimmt sich in dem intimen Punkt absolut zurück und bewahrt Contenance. Deshalb wird in dem vorgestellten Buch über jedes gezeigte Bildwerk ein fachmännisches Urteil gefällt, was für den Menschen gut und was ganz schlecht ist. Zur letzten Kategorie gehören, so mein persönlicher Eindruck, ausnahmslos französische Schmuddelbildchen für den internationalen Verkauf.

Sarkasmusmodus aus.

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