Rentnern, Kunst machen und einen Haushalt führen, alles ist so anstrengend, dass ich bei der Rentenversicherung erst einmal einen Urlaubsantrag eingereicht habe und ernsthaft über eine Reha nachdenke.
224_2026

Nr. 9861
Original, Einzelstück, überlagertes ORWO-Dokumentenpapier, Lith Print, ca. A4
(c) 2026 Makkerrony
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Privileg
Es ist die Zeit gekommen, in der ich mich durch jahrelange Arbeit in die Lage versetzt habe, heute selbstbestimmt Kunst zu machen und das Leben auch noch leben und genießen zu können.
Wo kommt ihr her?
Ich lese im Musikexpress. Es geht um Mariybu. Sie soll so etwas wie Ikkemel sein, also mega feministisch, gegen den gewaltbereiten Übermann aufgestellt und scheinbar notorisch unbefriedigt. Für letztgenanntes Defizit hat Jette Nietzard das ideale Gegenmittel: Nur Frauen wissen, wie Frauen am besten und richtig kommen. Da erinnert es mich gestern gehört zu haben, dass gutaussehende Frauen keine Feministinnen sind. Sie haben es durch ihr Aussehen einfach nicht nötig, Feministin zu sein. Holla, die Waldfee. Statt Identitätswechsel bin ich dafür, Probleme offen auszusprechen: „Junge, ich will bumsen, mein Ei ist gesprungen, bring dem Jungen einer bei, wie man bumst“. Mein erster, spontaner Tipp ist „Augen auf bei der Partnerwahl“, selbst wenn es nur um eine schnelle Nummer geht. Der Quickie soll sich lohnen, inklusive Tripper und Schwangerschaft. Mit Nachdenken erinnere ich an die große evolutionsbedingte Errungenschaft des Menschseins, miteinander kommunizieren zu können. Definiere deine Bedürfnisse oder such dir einen Jungen, der wirklich Erfahrung hat. „Ich würde gerne kommen, aber er bringt mich zum Gehen“. Als echte Hochleistungsfotze kann sie immer und so oft sie will.
Szenenwechsel. Christin Nichols gibt im selben Heft ein Interview. Es ist von Superskill, oblatendünnen Halbwissen, Follikelphase, kognitive und empathische Voraussetzungen, Mord- und Vergewaltigungsandrohungen, Hass, Safe Space, real good stuff, Afterhour, Melancholie, Empowerment und Hoffnung die Rede. Gibt es wirklich Menschen und Menschinnen, die so reden? Wie kann Mensch nur? Es sei denn, er will absichtlich nicht verstanden werden. In einem Projektseminar frage ich, warum einige Teilnehmer, im allgemeinen Sprachgebrauch, unübliche Begriffe in ihren Texten einfließen lassen? Es geht ihnen um eine bildungssprachliche Ausdrucksweise, war die Antwort. Ich sage: Täusche verbal mehr vor, um im Intellekt über den Zuhörer oder Leser zu stehen. Ist das der Sinn der zwischenmenschlichen Kommunikation? Möchte ich meinen Zuhörer erreichen oder ihn abwatschen, weil er einfach zu doof für mich ist?
223_2026

Nr. 9859
Original, Einzelstück, überlagertes ORWO-Dokumentenpapier, Lith Print, ca. A4
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