Ich bin nicht nachtragend …

… aber vergesse nicht so schnell: Es gab einen Chefredakteur, der einen Schreibfehler mir persönlich als auch in der Autorenrunde, ohne meinen Namen zu nennen, unter die Nase rieb. Fand ich doof, denn Fehler sind dazu gedacht, gemacht zu werden und deshalb gibt es in Redaktionen auch entsprechende Korrekturmechanismen. Jahre später wollte besagter Chefredakteur mich in ein Projekt holen. Ich bekundete Interesse und er sprang an. Daraufhin schrieb ich ihm, wie doof ich sein Verhalten damals fand und zog mich aus diesem Grund aus dem Projekt zurück. Mein arschiges Verhalten war mir ein innerer Vorbeimarsch.

Fünf Affen auf Tour

Drei weise Affen stehen für das Sprichwort „Nichts Böses sehen, nichts Böses hören, nichts Böses sagen“. In Deutschland sind gar fünf Affen unterwegs. Sie kehren unter ihrem Dach die Reste der special interest-Medienlandschaft zusammen. Ein Name taucht dabei auf, der mit seiner charmanten Art der Kostenoptimierung mit dafür gesorgt hat, dass ich vor zehn Jahren meine Autorentätigkeit für die PhotoKlassik eingestellt habe. Und immer wenn der Name bei einem neuen Beutestück auftaucht und ich, wie bei der fotocommunity, ein Abo dort habe, erinnere ich mich gerne an die negative Nutzererfahrung und mache mich aus dem Staub. Das nenne ich nachtragende Kostenoptimierung.

Stolperworte

Stell dir vor, du möchtest lesen und ein Haufen scheinintellektueller Sprachfascho-Spackos machen dir das gute Lesegefühl mit einer minimal-deutschen Propagandapampe zunichte. Zugegeben, die letzten zehn Jahre Sprachentwicklung habe ich als Naturdeutscher ausgeblendet und bin auf meinem altlastigen Bildungsniveau stehen geblieben. Statt abgeholt, werde ich kommunikativ ausgegrenzt und missachtet oder eben halt geghostet und gemobbt von Menschen, die jeden Tag, jede Stunde und jede Minute gegen Transfeindlichkeit, Rechtsradikalismus, Homophobie, Rassismus, Misogynie und die allgemeine Krisenstimmung kämpfen. Das ist mir eigentlich egal und ich finde: Kein Wunder, dass ihr vor Empathie strotzende Superhelden depressiv seid und ständig unter Antidepressiva steht. Hier die Unworte der Unmenschen, über die ich beim Lesen an einem ganz normalen Ruhestandstag gestolpert bin:

„Moshpit Toxic Positivity Swag queere Aspekte Dynamic Pricing sexualisierter Unterton geiler funky Funkyness unsophisticated snobby Shitshow Brutalismus Too Cool For School Boiler Room high-heel hohe Ansprüche main charakter Releases switchen Follikelphase kognitiv und empathisch Afterhour Born Slippy Gatekeeper Bubble Grabber pushen toxisch Ambivalenz Imperfektion Kurationsstatement flächig-dark Shitstorm Crowd Step Stages Crowd-Größe Slot Soundwand zum Shoesgazen a nutshell Endometriose-Nurse kontemporärer Mode urbane Musik Low Budget High Spirit struggelt Act Getränke-Zyklus KI-Slop-Endstadium Random-Musik Biopic Feel your glo Peak Pick-Me Cooling-Effekt geflext Gatekeeping Magic Place spawnt Mindset Whataboutism Femizid unisono Werte-Setting creepy INFJ Shutdown unproductive AF Game Changer iconic hate Hater Bots renewed New Adult Literatur Assets Impactkoordinaten mental Awareness save spaces Penetrationstest Live Hacking grenzverletzendes grenzüberschreitendes Verhalten diverseres Booking Bias Rassismen Dilemmata und Paradoxien queerfeministisches Ladyfest Adultismus Ableismus Agender Cis Critical Whiteness Deadname Aromantik Enby Gaslighting Mansplaining Misgendern Intersektionalität Misogynie Questioning Victim Blaming Phlynta Safer-Braver-Policies Transformative Gerechtigkeit Onalverkehr Best Practice Fact-Checking-Ansatz Prototyping-Session Hackerthon Full Circle-Moment FOMO FLINTAs Crowd Mobilisierer Signature LookSecret Gig thematischer Shift Experience Day Faves hard times are good times for music too Gender Studies.“

Vinyl entschleunigt

Recordsale braucht über zwei Wochen für eine Retoure und Rückerstattung und will seid fast drei Wochen eine Warensendung für mich auf den Weg bringen. Ich weiß nur nicht, welche es sein soll. Der imusic-Support in Dänemark braucht über eine Woche, um auf eine Stornierung zu reagieren und schreibt mich auf ausländisch an. Mittlerweile ist die eigentlich stornierte Ware bei mir eingetroffen. Leute: Steckt euch einen Finger in den Pupser und zieht euch am Sack. Ihr kommt nicht aus euren Puschen und ich, der Kunde, habe wegen euch die zusätzliche Arbeit.