Farbe. Zufall. Entropie. – Eine Ausstellung

Ästhetik des gelenkten Chaos
Entropie, das Maß für Unordnung, ist in der Kunst der Moment, in dem die Kontrolle schwindet und die Struktur beginnt. Durch den Einsatz verschiedenster Malwerkzeuge bricht die geordnete Farbe auf. Es entstehen zufällige Schichten, Kanten und Verläufe. Die Ausstellung Farbe. Zufall. Entropie. zeigt Arbeiten, die nicht wie am Reißbrett, sondern im Spannungsfeld zwischen dem zielgerichteten Farbauftrag und der kreativen Kraft des Zufalls entstanden sind.

Bisher zeigte Ronald Puhle in seinen Ausstellungen ausschließlich fotografische Arbeiten. In dieser Ausstellungen experimentiert er mit Acryl und Öl und zeigt Arbeiten, die in den letzten fünf Jahren parallel zur Fotografie entstanden sind.

Farbe. Zufall. Entropie.
Ronald Puhle – Experimente in Acryl und Öl

Eine Ausstellung in der Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor eG
Besichtigungen während der Öffnungszeiten der Geschäftsstelle möglich

Vernissage mit Live-Musik:
17. September 2026 um 17 Uhr

Ort:
Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor eG

Märkische Allee 210 A
12679 Berlin

Es spielen:
Kontrabass – Isabel Rößler
Klarinette – Florian Seefeldt

Im Rahmen der Ausstellung werden unter anderem diese aktuellen Arbeiten gezeigt:

No_10515,
No_10476,
No_10477,
No_10384 und
No_10383.

Aushang zur Ausstellung Farbe. Zufall. Entropie. von Ronald Puhle

Ausstellungsankündigung

Die erste Kamera der Kindheit

Die Biografien großartiger Freizeitfotografen beginnen immer mit dem ersten Kontakt zu einer Kamera. Waren es früher der Opa, Vater oder der liebe Onkel, der seine ausrangierte Knipskiste weitergab, könnte in zukünftigen Selbstdarstellungen Amazon und die Greenkinder Sofortbildkamera stehen. Lese ich die Liste der Dinge, die diese Wunderkamera alles kann, dann ersetzt sie Foto- und Videokamera, Drucker, Computer und MP3-Player. Der ganze Spielespaß soll am Ende nicht mehr als aktuell 32 Euro kosten. Es riecht verdammt nach Chinaschrott, wären da nicht ein paar interessante Bilder in sozialen Netzwerken, die an das klassische Instax mini-Format erinnern. Ich kaufe mir die Greenkinder Sofortbildkamera und frage schonmal im bekannten Kindeskreis nach, wer diese Kamera nach meinen Probeaufnahmen haben möchte.

Mich interessiert eigentlich nur die Digitalkamera und der interne Drucker. Letztgenannter könnte auch ein Thermodrucker an der Bezahlkasse im ALDI, EDEKA, Lidl & Co. sein, der mir den verpflichtenden Kassenbon ausdruckt. In der Kamerabeschreibung ist überschwänglich von der tintenfreien Sofortbildkamera die Rede. Im Gegensatz zur echten Sofortbildkamera wird die Aufnahme digital aufgezeichnet, auf einer kleinen SD-Karte gesichert und dann auf den Kassenbondrucker ausgegeben. In den Einstellungen der eierlegenden Wollmilchsau-Kamera lässt sich die Qualität der Ausdrucke einstellen. Das Druckpapier gibt etwa einen Meter Fotos aus, wobei ein Bild die Größe von ca. 8 x 5 cm hat. Das ist klein und hat mich schon damals an der Sinnhaftigkeit der instax mini-Sofortbildkamera zweifeln lassen.

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Eilige Sondermeldung ohne Warnung

Der Neue Fotografische Depressionismus, jetzt mit verbesserter Rezeptur!

Wird ein Produkt mit einer neuen Rezeptur beworben, hat ein Hersteller, sehr zum Wohle seines Geldbeutels, gute Inhaltsstoffe gegen wertige Billiginhaltsstoffe ausgetauscht. Nicht so der weltberühmte Makkerrony, Chefredakteur und Empfangsdame des ikonischen Lichtbildprophet. Verbesserte Rezeptur des einzigartigen Neuen Fotografischen Depressionismus bedeutet: Eine um einen Lichtwert längere Belichtung durch das überlagerte ORWO Dokumentenpapier hindurch und längere Entwicklungszeiten für mehr emotional-nachhaltige Fotografie. Kurzum, es geht um den sinnlichsten Neuen Fotografischen Depressionismus, den die Kunstwelt je zu sehen bekommt. Es ist nur der beste Fotografische Depressionismus drin, wo Neuer Fotografischer Depressionismus mit verbesserter Rezeptur draufsteht!

Der Neue Fotografische Depressionismus

Was dem Jonathan Meese die Diktatur der Kunst, ist dem Makkerrony sein Fotografischer Depressionismus. Die KI’s dieser Erde tun sich noch schwer, die provokante Stilrichtung wider dem digitalen Bilderwahn als vollwertige Kunstrichtung zu akzeptieren. Aber genau deswegen, der Dummheit des digitalen Unwesens, ist der Fotografische Depressionismus zum Siegen verdammt: Ihr digitalen Banausen, ihr irrt euch gewaltig! Der Fotografische Depressionismus ist und bleibt garantiert menschgemacht.

Alles begann mit einem Selbstbaubelichter und Abzügen im nachttischtauglichem 13 x 18 cm-Format. Unschärfen, zum Einen durch die Bewegung der Kamera bei der Aufnahme entstanden, zum Anderen durch die Projektion des Negativs im DIY Enlarger auf das Fotopapier gebracht, kombiniert mit überlagerten ORWO-Fotopapieren und dem Lith Print, schufen Abzüge ikonischer Anmutung, die nur von den Meisterwerken eines Miroslav Tichy übertroffen werden. Vereinzelt wurden von Makkerrony auch erotische Aufnahmen auf diese Weise zu Papier gebracht. Es begann der langsame, aber stetig abfallende Aufstieg der neuen Fotokunstgattung. Mit der Auflösung des Atelier Flackerlight und der Entsorgung des einzigartigen Selbstbaubelichter, stand der Fotografische Depressionismus vor einem dramatischen Aus.

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Lithprint und ORWO Dokumentenpapier

Fast fünf Liter angebrochener TETENAL Dokumol und ein mit Moersch Lith A gepimpte Arbeitslösung waren in den letzten Monaten die Ausgangsbasis für den Ronymol und bildhafte Abzüge auf dem überalterten ORWO Dokumentenpapier. Irgendwann September 2024 ist der Dokumol alle und ich versuche mit dem Rollei RHC eine neue Lösung für Bildabzüge auf dem technischen Fotopapier zu finden. Auch hier haben ein paar Spritzer Moersch Lith A ausgeholfen. Die Ergebnisse sind nicht so, wie ich es erhofft habe. Auch der Prozess musste von mir angepasst werden. Insgesamt ist der Ersatz eine semioptimale Lösung. Ich habe gerade festgestellt, dass ich bisher wenige Arbeitsergebnisse mit dem Ronymol II gezeigt habe.

Für den Urlaub habe ich mir vorgenommen, einen alternativen Angriff zu starten und das ORWO Dokumentenpapier zu lithen. Wenn ich denn Zeit und Muße dafür finde. Immerhin liegen hier noch einige hundert Blatt technisches Fotopapier rum. Bisherige Lith-Versuche, ausgeführt im Atelier Flackerlight, verliefen äußerst langwierig und die Ergebnisse waren suboptimal. Letztendlich griff ich hier und da auch mal zum Selentoner. All das im Hinterkopf mache ich mir wenig Hoffnung auf schnelle Ergebnisse.

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