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Der Neue Fotografische Depressionismus, jetzt mit verbesserter Rezeptur!

Wird ein Produkt mit einer neuen Rezeptur beworben, hat ein Hersteller, sehr zum Wohle seines Geldbeutels, gute Inhaltsstoffe gegen wertige Billiginhaltsstoffe ausgetauscht. Nicht so der weltberühmte Makkerrony, Chefredakteur und Empfangsdame des ikonischen Lichtbildprophet. Verbesserte Rezeptur des einzigartigen Neuen Fotografischen Depressionismus bedeutet: Eine um einen Lichtwert längere Belichtung durch das überlagerte ORWO Dokumentenpapier hindurch und längere Entwicklungszeiten für mehr emotional-nachhaltige Fotografie. Kurzum, es geht um den sinnlichsten Neuen Fotografischen Depressionismus, den die Kunstwelt je zu sehen bekommt. Es ist nur der beste Fotografische Depressionismus drin, wo Neuer Fotografischer Depressionismus mit verbesserter Rezeptur draufsteht!

Der Neue Fotografische Depressionismus

Was dem Jonathan Meese die Diktatur der Kunst, ist dem Makkerrony sein Fotografischer Depressionismus. Die KI’s dieser Erde tun sich noch schwer, die provokante Stilrichtung wider dem digitalen Bilderwahn als vollwertige Kunstrichtung zu akzeptieren. Aber genau deswegen, der Dummheit des digitalen Unwesens, ist der Fotografische Depressionismus zum Siegen verdammt: Ihr digitalen Banausen, ihr irrt euch gewaltig! Der Fotografische Depressionismus ist und bleibt garantiert menschgemacht.

Alles begann mit einem Selbstbaubelichter und Abzügen im nachttischtauglichem 13 x 18 cm-Format. Unschärfen, zum Einen durch die Bewegung der Kamera bei der Aufnahme entstanden, zum Anderen durch die Projektion des Negativs im DIY Enlarger auf das Fotopapier gebracht, kombiniert mit überlagerten ORWO-Fotopapieren und dem Lith Print, schufen Abzüge ikonischer Anmutung, die nur von den Meisterwerken eines Miroslav Tichy übertroffen werden. Vereinzelt wurden von Makkerrony auch erotische Aufnahmen auf diese Weise zu Papier gebracht. Es begann der langsame, aber stetig abfallende Aufstieg der neuen Fotokunstgattung. Mit der Auflösung des Atelier Flackerlight und der Entsorgung des einzigartigen Selbstbaubelichter, stand der Fotografische Depressionismus vor einem dramatischen Aus.

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Lithprint und ORWO Dokumentenpapier

Fast fünf Liter angebrochener TETENAL Dokumol und ein mit Moersch Lith A gepimpte Arbeitslösung waren in den letzten Monaten die Ausgangsbasis für den Ronymol und bildhafte Abzüge auf dem überalterten ORWO Dokumentenpapier. Irgendwann September 2024 ist der Dokumol alle und ich versuche mit dem Rollei RHC eine neue Lösung für Bildabzüge auf dem technischen Fotopapier zu finden. Auch hier haben ein paar Spritzer Moersch Lith A ausgeholfen. Die Ergebnisse sind nicht so, wie ich es erhofft habe. Auch der Prozess musste von mir angepasst werden. Insgesamt ist der Ersatz eine semioptimale Lösung. Ich habe gerade festgestellt, dass ich bisher wenige Arbeitsergebnisse mit dem Ronymol II gezeigt habe.

Für den Urlaub habe ich mir vorgenommen, einen alternativen Angriff zu starten und das ORWO Dokumentenpapier zu lithen. Wenn ich denn Zeit und Muße dafür finde. Immerhin liegen hier noch einige hundert Blatt technisches Fotopapier rum. Bisherige Lith-Versuche, ausgeführt im Atelier Flackerlight, verliefen äußerst langwierig und die Ergebnisse waren suboptimal. Letztendlich griff ich hier und da auch mal zum Selentoner. All das im Hinterkopf mache ich mir wenig Hoffnung auf schnelle Ergebnisse.

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Neuzugang Pentax 17*

Es ist schön, heute noch analoge Fotokameras kaufen zu können. Das kommt für mich dem Kauf von Schallplatten, heute Vinyl genannt, gleich. So ein elitärer Geschmack kostet. All das ist mir klar, als ich mich mit dem Gedanken befasse, ob es die Rollei 35 AF oder die Pentax 17 sein könnte, die meine Geldbörse um ca. 850 Euro beziehungsweise 500 Euro leerer macht. Ich suche im Interweb nach „Erfahrungen“, die mir nicht wirklich weiterhelfen. Also muss ich nach Handbuch und den Herstellerbeschreibungen meine Wahl treffen. Letztendlich ist es die Pentax 17, nicht des Geldes wegen. Gerne würde ich mir auch die Rollei 35 AF zulegen. Doch was soll ich mit so vielen Kameras? 2023 und auch dieses Jahr habe ich meine analogen Heiligtümer verkauft oder, wenn sich kein Käufer finden ließ, entsorgt. Der Waffenschrank ist nahezu leergeräumt und jetzt stecke ich neue, viel teurere Prachtstücke in ihn herein? Das klingt wenig logisch.

Vor ein paar Tagen stand mir der Sinn nach einem Loblied auf die Lomo LC-A. Ich stimme mich langsam auf 2025 ein, wo ich wieder mehr zur Kamera greifen möchte. Die Pentax 17 erinnert mich in vielen Dingen an die Lomo LC-A und genau deshalb gab ich dieser Knipskiste statt der Rollei 35 AF den Vorzug. Ich möchte keinen Superfokus a la LiDAR. Fixfokus und ich schätze die Distanz zwischen mir und dem Motiv, das ist genug technische Spielerei für meinen kreativen Spielraum. Das Halbformat ist mega spannend. Es hat mich schon an der Lomo LC-Wide begeistert, wobei ich bei der Knipskiste den Fenstereinsatz absichtlich vergessen habe. So belichten sich Aufnahmen über Aufnahmen. Am Ende kommt eine visuelle Endlosschleife heraus und ich suche beim Belichten die Szenen heraus, die mir gefallen.

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6 aus 37

Es geht in diesem (Kurz-)Beitrag nicht um Lotto spielen, um Gewinntipps für irgendein Onlinecasino oder das Zocken allgemein. Es geht, wie sollte es hier anders sein, um eine Bilderserie und eine Variante, meine Negative mal anders als mit dem Lithverfahren abzuziehen.

In der Regel verwende ich Schwarzweissfilme, auf die 36 Kleinbildaufnahmen passen sollen. In der Praxis sind es überwiegend 37 Aufnahmen. Es können auch ein paar mehr Aufnahmen sein, nehme ich zum Beispiel die Lomo LCA als Grundlage für meine Behauptung. Aber der gemeine Durchschnitt, so denke zumindest ich, wird bei 37 Aufnahmen liegen. Gibt es doch auch hin und wieder Schwarzweissfilme mit nur 24 Aufnahmen.

Beim Stöbern und Entern in der Bucht, ich zähle mal Kleinanzeigen mit dazu, hat die Lichtbildperle über 1000 Bögen ORWO Dokumentenpapier aufgerissen. Dieses technische Fotopapier lässt sich der Theorie nach wie normales Fotopapier entwickeln und fixieren. In der Praxis braucht der Hauch von DDR-Fotopapier im A4-Format einen harten, vorzugsweise mit Hydrochinon gepimpten Kontrastentwickler. Momentan nutze ich als Basis TETENAL Dokumol, gestreckt mit Lith A aus dem Hause Moersch und die Suppe von mir liebevoll Ronymol getauft.

Blättere ich in den Lebensläufen größerer Lichtbildkünstler als ich einer bin, werden gerne mal alte Negative mit neuen Verfahren abgezogen. Und da der Dokumol allmählich die Farbe ins Bernsteinbraun wechselt, habe ich beschlossen, mit der Kombi Ronymol – ORWO Dokumentenpapier das Negativarchiv durchzusehen und meine Highlights aus den 37 Aufnahmen eines Negatifilms sechs Abzüge anzufertigen.

Warum gerade sechs?

Die Antwort ist banal: Auf meinem Trocknungstisch passen nur sechs A4-Fotoabzüge. Ausserdem fehlt es mir an Beschwerung. Diese Dokumentenpapier ist so dünn, dass es an den Ecken verschwert werden muss, um es am Kräuseln beim Lufttrocknen zu hindern.