Gefragt sein

Internet und Suchphrasen, für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Eine zeitlang habe ich ihnen jeden Monat mein Top & Flop gewidmet. Irgendwann war es mir zu doof, dass die grundsolide Mausmalerei permanent mit ‚Intimbilder‘ und ‚Frauen zum schwängern gesucht‘ in Verbindung gebracht wird. Der geneigte Leser mag es ja nicht glauben, aber ich habe so etwas wie ein Ehrgefühl und einen Moral-Codex.

Wer wie ich die Öffentlichkeit sucht, sei es im Web, per Artikel und/oder Buch, der darf sich nicht wundern, dass nach ihm gesucht wird. Und so war beziehungsweise ist die Phrase ‚ronald puhle adresse‘ kein wirklicher Schock für mich. Meine Adresse herauszufinden stellt keine unlösbare Herausforderung dar. ‚Kontakt‘ gibt sie freimütig zum besten, alternativ gibt sich die Denic auskunftsfreudig.

Sorgen bereitet wir dagegen ‚ronald puhle weltaflex‘. Das ist schon eine konkrete Hausnummer. Seit Juni bin ich stolzer Besitzer der Zweiäugigen und habe hier bereits ein paar Schnappschüsse zur Ansicht preisgegeben.

Es darf also spekuliert werden: Möchte sich der Kamera-Dealer, von dem ich die knipsende Blechbüchse erworben habe, nach dem Stand meiner Kundenzufriedenheit erkundigen? Wenn ja, warum tut er es nicht direkt? Er hat doch meine Adresse.

Gibt es gar andere Gründe nach einer Weltaflex und mir zu suchen? Ich bin ja nicht neugierig, würde es aber dennoch gern wissen. Dank der unendlichen Weiten des WWW gehe ich davon aus, dass ich darauf leider nie eine befriedigende Antwort erhalten werde. Deshalb hole ich zum Gegenschlag aus.

Um jenem Internetbenutzer, der die Suche ‚ronald puhle weltaflex‘ einst gestartet hat, auch zukünftig ein erfolgreiches Suchergebnis zu präsentieren, lege ich heute neue Lichtbilder nach. Als Filmmaterial kam ein Lomo Redscale zum Einsatz.

Autor: Der Herr Makkerrony

Der "Herr Makkerrony", das ist Ronald Puhle aus Berlin und der Macher des weltbekannten und einzigartigen Magazins "Der Lichtbildprophet". Heute führt der ehemalige Laboringenieur das hektische Leben eines Rentners, das er persönlich sein "Phase3" nennt. Seit einem Vierteljahrhundert praktiziert der Herr Makkerrony die Fotografie und war ca. 15 Jahre als freier Autor für verschiedene Fotofachzeitschriften (z.B. fotoMagazin, Dipitalphoto, FotoPraxis und PhotoKlassik) tätig. Seine Arbeiten bestechen durch die bodenständige Aufnahmetechnik (LoFi - Fotografie), den kreativen Einsatz überlagerter Fotomaterialien, insbesondere ORWO-Fotopapiere und ORWO-Dokumentenpapiere und der Anwendung des Lith Print-Verfahren. Nebenbei lenkt sich Makkerrony mit freier, abstrakter Malerei ab, liest gerne und ist ein begeisterter Hörer analoger Musik von der Schallplatte. In seinem Atelier Flackerlight ist jedes Modell willkommen, das sich von ihm auf besondere Weise fotografieren lassen möchte.