The Endless River – Pink Floyd

Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich mir dieses Pink Floyd-Album auf Vinyl zugelegt habe. Vorab habe ich es mir per Streaming bei Apple Music reingezogen, meine Begeisterung hielt sich dabei in Grenzen. Das liegt nicht daran, dass ich ein Roger Waters-Fan bin und ich mit dem, was der verbliebene Rest Pink Floyd’s veröffentlicht hat, nichts anfangen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Roger Waters bei Pink Floyd: Ja; Roger Waters solo: Nein danke. Ich weiß, dass das Album nach dem Tod von Richard Wright und zu dessen Ehren herausgebracht wurde. Vielleicht war es die falsche Stimmung, die anfänglich einen musikalischen Keil zwischen „The Endless River“ und mir treibt.

Kopfmäßig war ich nicht bereit, in meinen Gedanken den Schritt zu gehen, dass es ein typisches Album von Pink Floyd im alten Stil nie mehr geben wird. Dazu hat Roger Waters zu sehr sein übergroßes Ego gepflegt und seine Vergangenheitsbewältigung andere Bandmitglieder spüren lassen. Wohl wichtiger ist: Wenn letztendlich mit altem aussortiertem Material gearbeitet wird, muss sich das Ergebnis wie eine Zeitreise durch die Bandgeschichte Pink Floyds anhören. Und das tut es auch.

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Pain Gain – Pain Gain

Ich wage ein Experiment: Das Erstlingswerk Pain Gain von Pain Gain klingt via Streaming hörbar, jedoch digital schlecht. In der Regel ist das identische Werk von Vinyl abgespielt, um Längen besser. Außerdem wollen die 8% Rabatt meines Musikexpress-Abo bei JPC genutzt werden. Hinzukommen zwei Aspekte: Laut Label, aufgeschnappt bei RollingStone-Online, handelt es sich bei Pain Gain um eine australische Supergroup. Der Musikexpress bringt in seiner Rezension Celine Dion ins Spiel. Letztgenanntes kann ich nicht bestätigen: Celine jammert und schreit und ich zitiere aus einer alten Tarzanverfilmung, als Tarzan im Radio eine Opernsängerin singen hört: Frau krank.

Wer den in meinen Ohren gelungensten Titel des Albums als Anspieltipp hören möchte, nimmt das letzte Lied Dead Dog Dream. Damit möchte ich nicht sagen, dass es mit den anderen Titel abwärts geht. Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, mit etwas mehr Talent und Risiko beim Abmischen, dazu etwas Konfetti und Glitzer ins Klangbild, hat die Scheibe Potential. Gut, es ist Dream Pop und wer möchte beim Träumen, Kuscheln und Knutschen durch Konfetti & Co. gestört werden. Und was mein Experiment betrifft: Von Vinyl genossen ist Pain Gain besser, wären da nicht die kleinen akustischen Ausreisser.

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Nostalgia – Hania Rani

Ich bin gerne auf der Suche nach neuen Stimmen und neuer Musik. Wer mich kennt, der weiß, dass das Neue schon etwas Besonderes an sich haben muss. Das Besondere muß nicht die Unverkennbarkeit oder ein breites kreatives Spektrum sein. Die Einzigartigkeit kann für mich auch allein in der Ruhe einer Stimme und der Musik liegen. Kein Schreien, kein Gequietsche oder andere Geräusche, die meinen Tinnitus auf 180 bringen

Meine persönliche Entdeckung der Stille des Jahres ist Hania Rani, die ich über eine Ólafur Arnalds Playlist und dem Titel „Whispering House“ von Rani’s Album „Ghosts“ gefunden habe. Dieses Album „Ghosts“ hätte es eigentlich genauso verdient, hier im Überschwang von mir gelobt zu werden. Ich entscheide mich für „Nostalgia“, einem Live-Album der polnischen Künstlerin Hania Rani.

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Lesestoff und alte Scheiben

Der schreibenden Zunft, für deren Produkte echte Bäume sterben müssen, geht es nicht gut. Der Homo digitalis fässt kein Papier mehr an. Lieber steckt er sein Geld in überteuerte mobile Endgeräte und deren Energiehunger. Die Konsequenz: Das große Zeitschriften- und Magazinsterben! Die Titel, die noch nicht in die digitalen Jagdgründe eingegangen sind, sparen, wo es nur geht. Es beginnt bei den üppigen Autorenhonoraren und endet beim Papier. Letztgenanntes wird unangenehm griffig und die Heftgröße schrumpft, wie zu heiß gebadet.

Ich möchte meine Phase3* dazu nutzen, meine klaffende Bildungslücke in Sachen Musik zu schließen. Deshalb entscheide ich mich, ein gedrucktes Musikmagazin zu abonnieren. Früher, als mich auch noch HiFi-Technik interessiert hat, las ich stereoplay. Neben dem Technikgedöns gab es dort auch die Zounds-Reihe und Anspieltipps. Nach etwas Internetrecherche sollte es der Musikexpress sein, auch wenn er aus dem Hause Axel Springer kommt. Für den Musikexpress sprechen ein JPC-Gutschein von 15 Euro und 8% Rabatt auf Einkäufe bei JPC. Neben dem dänischen imusic ist das deutsche JPC mein Vinyl-Neuware-Dealer des Vertrauens. Ich bin klar nach meinem Vorteil aus, was garantiert auf meine Machtposition als Mann zurückzuführen ist.

Irgendwie habe ich im Juli kein Glück mit meinen Geschäften. Erst schießt Recordsale mit einer gebrauchten Langrille Freundeskreis „Die Quadratur des Kreises“ einen kapitalen Bock und ich muß meinem Geld hinterher rennen. Dann schließe ich mein 6 Monate-Musikexpress Abonnement ab und es passiert nichts. Das stimmt nicht ganz: Irgendwann bekomme ich von JPC den 15 Euro-Gutschein, dass in der Rechnung angekündigte Heft lässt auf sich warten. Wenigstens hat die Paypal-Abbuchung anstandslos geklappt. Eine Woche warte ich, dann klopfe ich beim Musikexpress an und frage nach. Es dauert noch einmal fast eine Woche, bis die Nachlieferung im Briefkasten liegt. Und wie sollte es anders sein, es fehlt die exklusive CD für Abonnenten.

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Spaces – Nils Frahm

„Musik muss laut sein“ wurde mir vor fast zwanzig Jahren gesagt. Damals begleitete ich die Berliner Band K(l)eingeld mit der Kamera. Es entstanden eine Reihe guter Aufnahmen, weshalb mir die Zeit absolut positiv in Erinnerung bleibt. Nur mit dem Muss und Lautsein komme ich bis heute nicht klar. Laute Musik erzeugt Schmerzen und macht selbst die schönste Musik kaputt. Ich hasse es, wenn Menschen im Alkoholrausch die Musikanlage aufdrehen und dazu noch lauthals mitlallen. Musik braucht eine gewisse Lautstärke, aber körperliche und seelische Schäden sollte ich beim Hören von Musik nicht davon tragen.

Meine musikalische Verbindung zu Nils Frahm stellte sich über „Coming Home by Sven Vaeth“ her, welches am Ende „Says“ von Nils Frahm enthält. Dieser Titel stach so aus dem Rest von „Coming Home“ heraus, dass es in meinem Gehörgang hängen blieb. Ein Model gab mir den Hinweis, wer der Künstler hinter dem Instrumentalstück ist. Der Kreis ist fast geschlossen: Irgendwann spiele ich „Says“ im Atelier, die Perle ist anwesend, die Stimmung passt und der Titel zu unserem Lied. Ich lege mir „Spaces“ in Vinyl zu, es folgen bald weitere Platten mit Nils Frahm.

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