Mit über 1200 Alben auf Vinyl erlaube ich mir einzugestehen, einen gewissen Erfahrungsschatz in der Anwendung und im Umgang mit Schallplatten zu haben. Grundsätzlich gilt für meine Vinylothek: Kommen neue Scheiben ins Haus, egal ob gebraucht oder frisch aus der Presse, werden vor dem ersten Abspielen mit einem Pinsel Staub und andere grobe Verunreinigungen abgebürstet. Danach wird die abzuspielende Seite feucht gereinigt. Dazu verwende ich Feuerwasser: Zwei Drittel gereinigtes Wasser (destilliert oder deionisiert) und ein Drittel Alkohol (Brennspiritus). Zusätzlich kommen auf den Liter Feuerwasser ein paar Spritzer Fensterreiniger hinzu. Meine Erfahrung zeigt, dass sich so statischen Aufladungen beim Entnehmen der schwarzen Scheiben vermindern lassen.
Warum der Aufwand? Bei gebrauchten Scheiben leuchtet es ein, dass sie dreckig und mistig sein können und in der Regel auch sind. Zwar wird hier und da damit geworben, dass die verkauften Schallplatten inspiziert und gereinigt sind, die Praxis zeigt das genaue Gegenteil. Manchmal ist es bei sanftem Druck und Wischen spürbar, dass der Mikrofaserlappen am versteinerten Dreck hängen bleibt. Gelegentlich stehen neue Scheiben dem in nichts nach. Trotz Reinigungsprozedur nimmt die Abspielqualität mit jeder Minute Laufzeit ab, weil die Abtastnadel (Audio-Technica VMN95ML Microlinear (rot)) immer mehr mit Rillenunrat verdreckt.