Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof – Joachim Hoffmann

Eine gewisse Vorliebe für Friedhöfe sollte meinen fotografischen Arbeiten zu entnehmen sein. Vor ein paar Wochen sind die Perle und ich zufällig auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde gelandet. Eigentlich wollten wir entlang dem Grenzgraben Marzahn-Hohenschönhausen, vorbei am Südbecken zum Landschaftspark Herzberge. Zur linken Hand bot sich überraschend der Zugang in Höhe des Revolutionsdenkmals an.

Den Zentralfriedhof Friedrichsfelde kenne ich nur aus zwei Perspektiven: Die DDR-Oberen stiefelten medienwirksam Mitte Januar zu Karl, Rosa & Co. und die S-Bahn fährt zwischen Lichtenberg und Friedrichsfelde Ost am Haupteingang vorbei. Nun stehe ich mit der Perle an einem herrlichen Herbsttag im weiten Grün der Parklandschaft und habe keine Kamera dabei. Ich muss mindestens noch einmal wiederkommen.

Was ich im Internet über diesen Friedhof zusammentrage, ist für mich unübersichtlich, verwirrend und die Namen im heiligen Kreis der Sozialisten sagen mir auch wenig bis gar nichts. Ein Buch ist schnell gefunden, Joachim Hoffmann’s „Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof“ und gebraucht gekauft. Dieses Buch soll nun möglichst viel Licht in mein Wissensdunkel bringen.

Der Autor hat viel Wissen zusammengetragen und in der Tat, es erhellt auch meines. Das Buch stellt Verbindungen zu anderen Friedhöfen der Stadt her, teilweise sind mir diese Friedhöfe sogar bekannt. Aber: Mir werden zu oft Quellen in ihrer gesamten Länge zitiert, weshalb ich den Überblick verliere, ob der Autor oder ein Artikel von Damals zu mir spricht. Lediglich die Parolen und die Wortwahl der Lobgesänge auf die verdienten Toten trennen zwischen dem Einst und Heute. Interessanter Nebeneffekt: Schon früher wurde, wie heute, mit vielen Worten Politik gemacht. Damals kamen noch die Fäuste dazu, noch sind wir aktuell davon ein Stück weit davon entfernt.

Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof
Joachim Hoffmann
258 Seiten
Das Neue Berlin
2001
9-793360-009592

Autor: Der Herr Makkerrony

Der "Herr Makkerrony", das ist Ronald Puhle aus Berlin und der Macher des weltbekannten und einzigartigen Magazins "Der Lichtbildprophet". Heute führt der ehemalige Laboringenieur das hektische Leben eines Rentners, das er persönlich sein "Phase3" nennt. Seit einem Vierteljahrhundert praktiziert der Herr Makkerrony die Fotografie und war ca. 15 Jahre als freier Autor für verschiedene Fotofachzeitschriften (z.B. fotoMagazin, Dipitalphoto, FotoPraxis und PhotoKlassik) tätig. Seine Arbeiten bestechen durch die bodenständige Aufnahmetechnik (LoFi - Fotografie), den kreativen Einsatz überlagerter Fotomaterialien, insbesondere ORWO-Fotopapiere und ORWO-Dokumentenpapiere und der Anwendung des Lith Print-Verfahren. Nebenbei lenkt sich Makkerrony mit freier, abstrakter Malerei ab, liest gerne und ist ein begeisterter Hörer analoger Musik von der Schallplatte. In seinem Atelier Flackerlight ist jedes Modell willkommen, das sich von ihm auf besondere Weise fotografieren lassen möchte.

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