Photographien – Josef Breitenbach

Ich bin eher ein Freund alter Meister der Fotografie. Aus ihren Bildern spricht die vornehme Zurückhaltung des Zeigens, ohne alles zu zeigen. Statt Provokation und neusten Hacks der digitalen Bildbearbeitung, steht noch überwiegend das Individuum in seiner perfekten Imperfektion im Vordergrund. Der Fotograf, natürlich auch die Fotografin, ist nicht nur Meister der Inszenierung und Aufnahme. Die Interpretation mit den vielfältigen Möglichkeiten der Dunkelkammer heben die Klassiker von den mausklickenden Gefangenen des Algorithmus ab. Vielfalt statt Einfalt. Einer der Vielfältigen war für mich Josef Breitenbach.

Das vorgestellte Buch erschien anläßlich der Ausstellung „Josef Breitenbach Photographien – Retrospektive zum 100. Geburtstag“ im Jahre 1996. Meine Motivation, diesen Bildband zu kaufen, kann ich für den Moment nicht nachvollziehen. Aktuell fand ich ihn zwischen Bildbänden mit Helmut Newton und vielleicht habe ich ihn in dem Zusammenhang erworben. Blättere ich das Buch flüchtig durch, spricht mich die Vielfalt von der Ausarbeitung bis hin zu den Genres an. Josef Breitenbach scheint nicht festgelegt und ließ sich offensichtlich auch von Neuem begeistern.

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Plan

Diversitätstag.
Ablenkungsmanöver.
Die besondere Leichtigkeit der Schuld.
Komplett überarbeitet.
Bitte alle einwählen.
Wie viele von den Rotweißen habt ihr noch da, die Edlen?
Das importiert keiner mehr.
Juni/Juli haben wir 40 Grad.
Luftkühler.
Unbekannter Knipser und Kleckser aus Berlin.
Ich möchte wieder ich sein.
Klingeln und nichts wollen.
Schattiges Plätzchen für die Nacht.
Richtig, richtig schwer.
Richtig, richtig knapp.
Bla, bla, bla.
Wohnschule.
Miete zahlen.
Vorschlaghammer.
Dein Vorschlag ist der Hammer.
Wo bleibt da der Mensch?
Auf der Strecke.
Eine Gerade.
Sonnensegel.
Wunderbiene.
Superfood.
Panzerringtausch.
Russische Soldaten essen Hunde.
Barbaren.
Untermenschen.
Propagandaschlacht.
Streben nach Vollkommenheit.
Geh entlang meiner Gesetze.
Gehen erfordert Anstrengung.
Lernen ist ein aktiver Prozess, der seine Mühen erfordert.
Ich kann nicht fordern, wenn ich nicht selbst meine Forderungen lebe.

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Ein Buch von Seite 99 bis 111

Ich schreibe gerade ein Buch. Schreiben ist etwas übertrieben, denn ich weiss nicht, ob ich je ein Wort zu dem Buch beitragen werde. Das Buch, es handelt über ein Abschnitt in meinem Leben. Kleiner Abschnitt. Es geht um einen Neuanfang, sich wiederfinden und weitermachen ohne stehen zu bleiben. Nach der „Schock-Diagnose“. Die Diagnose Krebs ist für mich kein Überraschungsmoment, keine Schock-Diagnose. Trotz „Heilung“ ist Krebs für mich Realität, ist Teil meines Alltags. Deshalb kann das Buch nicht mit der Seite 1 beginnen oder ein Vorwort haben. Genauso wenig wird dieses Buch ein Ende haben, geschweige denn einen Epilog. Das Gute ist vergänglich, trotzdem geht das nicht.

Ich lasse Willkür walten, weil ich es in freien Gedanken als Bild- und Worthandwerker kann. Das Buch ohne viel Worte beginnt bei Seite 99 und findet sein Ende in der Seite 111. Nun denkt der Fantasielose an dreizehn Seiten. Ein Buch mit dreizehn Seiten, wer will so etwas haben, wo doch auch wenig Worte zu lesen sind? Zu groß ist eure Verallgemeinerung. Ich sage nicht, dass nur dreizehn Seiten sind. Das Buch von Seite 99 bis 111 hat mehr Seiten als Verstand und Vernunft erahnen lassen. Die Fantasie, sie schreibt mehr Seiten und tut sie einfach zwischen die anderen Seiten. Und doch bleibt es bei Seite 99 bis 111.

Schon vor Wochen habe ich begonnen das Anfang und Ende des Buches zu schreiben. Auf meine Weise. Die Seiten lagen lange herum, mir fehlte das Weiter im Kopf. Ich denke gerade positiv. Für mich. Es fühlt sich so sinnlos an. Über das Dazwischen waren keine Gedanken frei. Ich dachte, es wird nicht viel sein. Corona, Pandemie, Lockdown, eine weite Anreise und jeder hat seine Geheimnisse. Es könnte alles ganz anders sein als es den Anschein hat. Mein Kopf, er tat ihr Unrecht und hat vieles aussortiert was überhaupt nicht aussortiert gehört. Wir haben uns oft, wenn nicht sogar viel gesehen. Es ist genug, wenn nicht sogar vieles da, was ich auf dreizehn Seiten und mehr ihr zeigen kann. Mein Kopf und ich, wir sind gleiche Seelen in ungleichen Welten.

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Alte Pfade – Weißensee

Zum Wesen des Menschen gehört es wohl ein Feindbild zu besitzen und es immer dann benutzen zu müssen, geht es dem Menschen vermeintlich schlecht. Die Geschichte hat mehrfach gezeigt, dass kein Volk, keine Gruppe oder Gemeinschaft von diesem offensichtlichen Instinkt des Menschen ausgenommen ist. Man könnte meinen, mit den bisher – vor allem schlechten – gemachten Erfahrungen müsste der – viel beschworene – menschliche Verstand einsetzen und ein Ende der Spirale möglich sein. Weit gefehlt: Es genügt der kleinste Anlass und man erinnert sich allzu gern alter Klischees und bedient sich derer.

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