Ich

Ich ist das Wort, das jeder Narzisst an den Anfang seiner Rede stellt. Ich fange an. Ich will eine kleine geschmackvolle Hochzeit, keine Familie, keine Freunde und kein Bräutigam. Ich und der Kuchen. Ich habe einen Schlaf in mir, der geschlafen werden muss. Ich schlafe und jedesmal schlaf ich ausgerechnet diesen Schlaf nicht. Ich vermisse die Zeit, als ich einfach aufgewacht bin, die Haare einmal geschüttelt habe und gut ist. Ich bin eine Mimose mit verbaler Holzkeule. Ich habe ein scharfes Auge für die Fehler anderer, jedoch eine gravierende Sehschwäche für meine eigenen. Ich bin Nacktblind. Ich kann das. Ich will mehr über den Berg wissen. Ich bin so unfähig, weil ich aufgrund eines traumatischen Erlebnisses keinen Kopf habe, Amtsachen zu formulieren. Ich bin zutiefst schockiert, unendlich traurig, unfassbar wütend. Ich glaube, wir unterschätzen alle, wie anstrengend Menschen eigentlich sind. Ich bin Miete zahlender Sternenstaub. Ich wurde noch nie so oft beschimpft wie jetzt, seit ich Mama bin! Ich falle immer wieder drauf rein, wenn mein Exmann mir sagt, dass wir das alles hinbekommen. Ich habe mich in letzter Zeit durch einige Threads gelesen, in denen viele Personen erklärt haben, warum sie keine Kinder möchten. Ich bin euer wasserfester Traueraltar.

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