Alltagsmasken-Alltag

Ich bin im Karnevalsmodus unterwegs. Mit Alltagsmaske und ohne Brille, da selbige beim Tragen der scheinheiligen Virenbremse stĂ€ndig beschlĂ€gt. Mir gegenĂŒber setzt sich ein Typ, geschĂ€tzt im Alter der Generation Unverletzbar*. Wie aus dem Nichts reisst er sich seine Einweg-Maske vom Gesicht und schnĂ€uzt einmal krĂ€ftig hinein. Mit seiner SchnĂ€uzhand greift er in seine UmhĂ€ngetasche und zerrt eine neue Einweg-Maske heraus. Diese zieht er dem Nase-Mundbereich ĂŒber, wobei seine Wichsgriffel auch den Filterstoff ordentlich versiffen. Die gebrauchte Maske wandert in seine UmhĂ€ngetasche. Eine kurze Denksekunde und der Knilch greift wieder in die Tasche, diesmal holt er eine Flasche Handdesinfektion heraus und desinfiziert seine Pfoten grĂŒndlichst. Das ist auch gut so, steigt der Herr doch an derselben Haltestelle wie ich aus und ist darauf erpicht, den TĂŒröffner zu drĂŒcken, da das automatische Öffnen der TĂŒren ihm zu lange dauern scheint.

Genau aus diesem heute erlebten Irrsinn heraus ist das Tragen eines Nase-Mundschutzes hirnrissig, ist der richtige Umgang den Leuten nicht bekannt. Hauptsache unsere Chefvirologen haben beim Betrachten des Unsinns ihren Spaß, werden sie statt in den Öffentlichen im Diesel durch die Stadt gekarrt.

* Generation Unverletzbar sind die elitĂ€ren Spackos, die kein Drosten-GesichtskostĂŒm brauchen, ĂŒbermenschlich kĂŒhl sind und die als Kind leider nicht sehr oft gegen eine parkende flache Hand gerannt sind.

Autor: ronaldo capybara

Er ist kein Fotograf und doch malt er seine Bilder mit Licht, bringt sie in seiner Dunkelkammer eigenhÀndig zu Papier. Er ist kein Maler und doch zeichnet er seine Bilder mit Farben auf alles, was seine Imagination tragen kann.

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