Alltagsmasken-Alltag

Ich bin im Karnevalsmodus unterwegs. Mit Alltagsmaske und ohne Brille, da selbige beim Tragen der scheinheiligen Virenbremse ständig beschlägt. Mir gegenüber setzt sich ein Typ, geschätzt im Alter der Generation Unverletzbar*. Wie aus dem Nichts reisst er sich seine Einweg-Maske vom Gesicht und schnäuzt einmal kräftig hinein. Mit seiner Schnäuzhand greift er in seine Umhängetasche und zerrt eine neue Einweg-Maske heraus. Diese zieht er dem Nase-Mundbereich über, wobei seine Wichsgriffel auch den Filterstoff ordentlich versiffen. Die gebrauchte Maske wandert in seine Umhängetasche. Eine kurze Denksekunde und der Knilch greift wieder in die Tasche, diesmal holt er eine Flasche Handdesinfektion heraus und desinfiziert seine Pfoten gründlichst. Das ist auch gut so, steigt der Herr doch an derselben Haltestelle wie ich aus und ist darauf erpicht, den Türöffner zu drücken, da das automatische Öffnen der Türen ihm zu lange dauern scheint.

Genau aus diesem heute erlebten Irrsinn heraus ist das Tragen eines Nase-Mundschutzes hirnrissig, ist der richtige Umgang den Leuten nicht bekannt. Hauptsache unsere Chefvirologen haben beim Betrachten des Unsinns ihren Spaß, werden sie statt in den Öffentlichen im Diesel durch die Stadt gekarrt.

* Generation Unverletzbar sind die elitären Spackos, die kein Drosten-Gesichtskostüm brauchen, übermenschlich kühl sind und die als Kind leider nicht sehr oft gegen eine parkende flache Hand gerannt sind.

Jillian Bonnor schreibt an mich: ‚Kein Betreff‘

Steter Tropfen soll den Stein höhlen.
Macht aber auch das Gehirn butterweich.
Man sieht, liest und hört es ja.
Bin ich unterwegs, mache gerade meine Power Walking-Tour und so, laufen mir immer mehr Ausserirdische über den Weg.
Hab mir sagen lassen, dass das Maskianer, genauer gesagt Alltagsmaskianer sind.
Wenn ich mir die abgelederten Dinger ansehe, dann frage ich mich, wo in dem Siff der Schutz des Menschen liegen soll.
Die Gutmenschen haben das Volk solange mit der ‚Maske‘ penetriert, dass es den Schmerz über die eigene Dummheit nicht mehr spürt.
Reden wir über die Krönung: Jetzt soll es einen Immunitätspass geben.
Wegen Corona – COVID-19 neuartiges das Virus.
Ich habe eine bessere Idee, der Deutsche hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht: Jeder Ex-Infizierte kriegt ein großes, farblich gut sichtbares Zeichen verpasst, dass er/sie/es für alle gut erkennbar zu tragen hat. Ist die Idee nicht megageil? Wozu einen Pass, der anonym in der Tasche steckt.

Höre ich da, ich sei ein Nazi?

Moment! Der Blödsinn kommt nicht von mir. Im Wahn der Pandemie und des Massensterbens hakt es überall aus. Grundrechte, Datenschutz, Gemeinwohl, Meinungsfreiheit und was weiss ich alles sind absolute Unbekannte. Und unser Jens will noch schärfere Seuchengesetze. Man ist dabei die Hysterie nach 9/11 über Längen zu überbieten. Hauptsache die Frisörläden haben endlich wieder auf! Der Kopf ist nicht nur zum Haare schneiden da.

In der Grundschwingung quatscht mit Jillian auf Ausländisch von der Seite an, macht aus meinem niedlichen Lichtbildprophet einen multinationalen Konzern und will mir fast endlosen Traffic liefern. Für Geld natürlich. Auf tausende Webseiten. Was für eine Lebenszeitverschwendung. Ich kenne eine Webseite, die Beste was wo gibt – Meine Webseite natürlich. Für Geld wird so viel Sinnloses getan. Am Ende des Tages steht ihr da, mit Nichts in den Händen, doch ihr habt Geld dafür gegeben. Ich stelle mir vor, in 50, 75 oder 100 Jahren sehen Menschen die heutigen Bilder und glauben, dass die Zeit so wie in den Medien dargestellt wirklich so war. Das ist mir echt peinlich!

Zitat Anfang
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Zitat Ende

Ich habe sie erfunden! Was, das lesen sie später …

Ich bin der wahre Erfinder der Alltagsmaske!
Den Prototypen gibt es exklusiv nur auf Instagram zu sehen. Das ist der Beweis!

Dann kam so ein Vollhonk, stahl mir die Idee und behauptete auch noch, das Selbstgebastelte vor Mund und Nase drapiert schützt vor dem neuartigen Corona – COVID-19 Virus und so.

Das ist alles ein Schwindel!
Ich wollte mich mit meiner genialen Alltagsmaske nur von eurem lieblos-langweiligen Digitalbildchen schützen.
Was dann daraus gemacht wurde, das habe ich so wirklich nicht gewollt.
Schluchz, heul …

Die Alltagsmaske – Update

Dass es bei der ‚Lockerung‘ der Kontaktbeschränkungen auch um die Frage des verpflichtenden Tragens einer Nase-Mund-Maske gehen wird, war mir schon irgendwie klar. Dass es dazu nicht kommen kann auch. Denn wenn es schon unter Anstrengung nicht gelingt, das Plegekräfte, Ärzte, Verkäufer ausreichend versorgt sind, wie will man dann die restliche Nation dazu verdonnern, eine entsprechende Maske zu tragen.

Man erinnert sich an die gute alte DDR, Bastelanleitungen und Influencer im Homeoffice: Fetzige Youtube-Videos mit kühlen Bauplänen für krasse Nase-Mund-Masken. Da das Kind einen Namen bekommen muss und in Sachen Schutz die selbstgehäkelten Dinger eher fragwürdig sind, schafft irgendein Genie den Begriff ‚Alltagsmaske‘. Mir schießt sofort Stalins Badezimmer in den Kopf.

Und so taucht das Neuwort gestern zuhauf auf, die Alltagsmaske im Paarlauf mit der Maskenpflicht. Ich hatte ja gehofft, dass mir gestern Abend die Mutti oder der bayrische Landesfürst erklärt, was eine Alltagsmaske denn nun ist und vor allem wie das ständig vor dem Rüssel getragen wen wie schützen soll? Stattdessen bekomme ich die klare Ansage, dass die guten hilfreichen Masken, die der Bund und die Länder dem Markt entziehen, für die vielen Noch-Helden des Alltags sind. Ich, der vor fast einem halben Jahrhundert auch als Junge Nadelarbeit hatte, der sich gerade noch an den Kreuzstich erinnern kann, soll mir eine Maske selber basteln. Kleben. Stricken. Falten. Oder Ertanzen.

OK, meine Erinnerung an die Zivilverteidigung, dem niveaulosen Bau der eigenen Atemschutzmaske, blende ich wegen Wiederholungsgefahr mal aus. Wenn es jemals zuvor eine ‚Alltagsmaske‘ gab, dann war es maximal eine modische Nutzlosigkeit und mit dem Vermummungsverbot spätestens verboten!

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