Fundstücke, Dritter Versuch

Ein Anstrich geplanter Phase III-Aktivitäten ist mein Fundstücke-Projekt (oder: Die Bilder der Anderen) zu reaktivieren. Seitdem letzten Neustartversuch 2020, der Startschuß fiel ursprünglich 2018, ist nach Außen hin nicht sehr viel geschehen. Die Perle hat alle Negative durchgesehen und jene Motive aussortiert, die nicht in das Sujet Menschen fallen. Durch diese Aktion hat der Berg Glas- und Filmnegative abgenommen. Weitere Negative auf Papier abzuziehen, dazu kam es nicht mehr. Gründe, vor allem privater Natur, gab es einige.

Wenn ich die übrig gebliebenen Negative durchsehe merke ich, dass ein Ordnungssystem her muss. Das betrifft sowohl die Negative als auch die angefertigten Abzüge. Des Weiteren fällt auf, dass ein Teil mit meinem Selbstbau-Vergrößerer abgezogen wurde. Der aufmerksame Lichtbildprophet-Leser wird proaktiv bemerken, dass der MakkerRony BIG gar nicht den Umzug vom aufgelösten Atelier Flackerlight in das Wohnatelier Ganz Oben mitgemacht hat. Das ist vollkommen richtig. So bleibt mir nur der Meopta Opemus/Axomat-Bausatz für Kleinbild- bis 6 x 6 cm -Vergrößerungen oder die klassische Kontaktkopie. Beim Entwickeln setze ich auf Lith Prints und ORWO-Fotopapier beziehungsweise ORWO Dokumentenpapier. Mehr Vintage geht für mich nicht.

Über kurz oder lang wird es neue Fundstücke geben. Ich hoffe, mit mehr Zeit und Muße diesmal etwas länger am Projekt Fundstücke zu arbeiten. Versprechen kann ich es nicht, denn lebende Menschen vor der eigenen Kamera zu haben und sie auf Film zu bannen ist mir allemal lieber als der voyeuristische Moment, Details aus den Aufnahmen anderer zu kitzeln.

Autor: makkerrony

Makkerrony ist ein Silberbildschnitzer und der Macher des Lichtbildprophet, dem weltbekannten Blog anspruchsvoller Lichtbildkunst. Er gilt als der Schöpfer des Fotografischen Depressionismus. Makkerrony ist der Vorreiter, der die Grenzen der analogen Fotografie nachhaltig neu auslotet. Seine Werke bestechen durch den Einsatz experimenteller Dunkelkammertechniken, bei denen er konventionelle Prozesse mit überlagerten Fotomaterialien kombiniert. Dabei spielt insbesondere der Lith Print als alternatives Edeldruckverfahren und der bewusste Einsatz von ORWO-Fotopapieren, deren Herstellung nach der politischen Wende um 1990 endete, eine zentrale Rolle. Durch den Lith Print gilt Makkerrony, auch der Lichtbildpoet genannt, als der Farbige unter den schwarzweißen Lichtbildmachern.