Hadern

Was denkt wohl Leser, liest er die Überschrift ‚Hadern‘?

Zitatsammlung:
Hadert er mit seinem Schicksal?
Ist er eigentlich nicht ständig am nörgeln?
Der hat doch Krebs?
Jetzt findet er das Leben total Scheiße wo es zu Ende geht.
Jeder der Krebs hat stirbt.
Früher oder später.
Also was soll das Rumgezicke?
Außerdem muss es ‚Was denkt wohl der Leser …‘ heißen.

Für die von mir zitierte Denke gibt es eine glatte Sechs, setzen!

Insofern der Bildungs-Homo digitalis das Wort ‚Hadern‘ kennt, denkt er bei dem Wort an einen Vollhonk der klagt, der unzufrieden ist.

Doch es ist – der Doppeldeutigkeit der deutschen Sprache sei Dank – wie mit dem Suggestivjournalismus der Qualitätmedien, der in Überschrift und Teaser die niederen Instinkte des medialen Opfers anspricht, Klicks im Web oder das Verweilen am Bildschirm erhofft und in der Auflösung verrät, dass alles gar nicht so schlimm ist oder ganz anders als zunächst instinktgetrieben gedacht.

Liebe Primitivmedien: Das ist Lebenszeitverschwendung. Das ist plump und niveaulos wie das einstige goebbelssche Gebrüll.

Handern kann auch für Stofffetzen und eine spezielle Sorte Papier aus Stoffresten stehen!

Hadernpapier wird gelegentlich mit Büttenpapier gleichgestellt. Ich weiß nicht, ob es so richtig ist. Büttenpapier assoziiere ich mit Holzfasern, Hadernpapier mit Stofffasern. Mag sein, dass die Herstellung beider Varianten ziemlich ähnlich ist. In der fotochemischen Anwendung erweist sich Hadernpapier als stabil gegenüber dem Büttenpapier. Das gilt vor allem beim Einsatz des gerbenden und färbenden Pyrogallolentwickler wie Bergger PMK. Büttenpapier dagegen löst sich im Wasserbad verdammt schnell auf, so zumindest meine Erfahrung.

Beim Abstecher zu Modulor hier in Berlin fiel mir das Hadernpapier sofort visuell auf. Zunächst dachte ich an Büttenpapier, doch beim Anfassen des Testbogens spürte ich eine gewisse Griffigkeit. Es machte einen robusten, strapazierfähigen Eindruck. Zwei Testbeschichtungen mit Primer und Fotoemulsion später, die Entwicklung in Pyrogallol und das Hadernpapier hielt dem Entwicklungsprozess stand. Es strahlte wie zuvor in Baumwollweiß. Zur gelbbräunlich gegerbten Gelatine kommt die Struktur des Hadern dazu. Neben der Verwendung des Kraftpapiers ist Hadern ein heißer Kandidat als weiterer Träger selbstgemachten Fotopapiers.

Trotz Hadern gibt es keinen Grund zu klagen oder gar unzufrieden zu sein (Beispiel)!

Autor: Der Herr Makkerrony

Der "Herr Makkerrony", das ist Ronald Puhle aus Berlin und der Macher des weltbekannten und einzigartigen Magazins "Der Lichtbildprophet". Heute führt der ehemalige Laboringenieur das hektische Leben eines Rentners, das er persönlich sein "Phase3" nennt. Seit einem Vierteljahrhundert praktiziert der Herr Makkerrony die Fotografie und war ca. 15 Jahre als freier Autor für verschiedene Fotofachzeitschriften (z.B. fotoMagazin, Dipitalphoto, FotoPraxis und PhotoKlassik) tätig. Seine Arbeiten bestechen durch die bodenständige Aufnahmetechnik (LoFi - Fotografie), den kreativen Einsatz überlagerter Fotomaterialien, insbesondere ORWO-Fotopapiere und ORWO-Dokumentenpapiere und der Anwendung des Lith Print-Verfahren. Nebenbei lenkt sich Makkerrony mit freier, abstrakter Malerei ab, liest gerne und ist ein begeisterter Hörer analoger Musik von der Schallplatte. In seinem Atelier Flackerlight ist jedes Modell willkommen, das sich von ihm auf besondere Weise fotografieren lassen möchte.