Mach’s gut Marcel!

Ich habe Dich, Marcel Magis, während meiner Zeit bei falkemedia (unter anderem Mac Life und DigitalPHOTO) kennen lernen dürfen. Damals hast Du noch in Berlin gewohnt und wir konnten uns, ganz untypisch für Internetworker, in echt treffen. Du erzähltest mir von Artmatic, wir philosophierten über Bryce, die Leiden freiberuflicher Autoren, deine Mitsu und die tollen Kolumnen in der Mac Life sowie das Leben allgemein. Dann holtest du mich zu macnews, ein kurzes Intermezzo für uns beide. Da ich zu meinen Arbeiten nichts sagen möchte, übernahmst du die Eröffnungsrede zur Ausstellung ‚Die Nackten von nebenan‘ im damals neu entstandenen Flackerlight-Atelier. Dich trieb es irgendwann nach Hannover, ich blieb hier und wir sahen uns, trotz aller Beteuerungen, nicht wieder. Zumindest virtuell kreuzten sich gelegentlich unsere Wege. Dank dem Internet durfte ich miterleben, wie es dich zu neuen Ufern trieb. Teils waren deine Stationen eine echte Überraschungen für mich.

Heute war wieder so ein Tag, ich streifte deine Umlaufbahn. Doch dann musste ich lesen, dass du am 07. Mai 2018 diese Erde verlassen hast. Erwartungsgemäß hast du mir nicht Bescheid gesagt, warum auch. Mir schoss sofort Mitsu und die fehlende Leberwurst im Kühlschrank durch den Kopf. Immer wenn meine Gedanken bei dir waren, dann ist es diese eine Stelle aus deinem Buch, die mir einfällt. Denn so ist das Leben: Die Kleinigkeiten und nicht die großen Dinge dominieren es. Nur merken wir es – wie immer – viel zu spät. Ich bedaure es zutiefst, dass sich für uns in jüngster Zeit keine Gelegenheit bot, noch einmal im Charlottchen einzukehren und über das Geschehene der letzten Jahre zu philosophieren.

Mach’s gut Marcel.
Mausmaler Ronald

Autor: Lichtbildprophet

Lichtbildprophet ist verbaler Größenwahn und Fotografischer Depressionismus; eine persönliche letzte totale Schlacht des einzigartigen Großmeister Lichtbildprophet gegen den Herdentrieb des Gutmenschen und die Massenverdummung des Homo digitalis. Das Held Lichtbildprophet ist die allerletzte Bastion wider dem Einheitsgeschmack unserer ach so modernen und bequemen Zeit.