Mein Tagebuch Lichtbildprophet

Ein Weblog, auch Blog genannt, ist ein im Internet geführtes Tagebuch. Zu Beginn meines Internetdaseins war mir dieser Umstand bewußter, als ich ihn heute wahrnehme. Der erste Beitrag im Lichtbildprophet stammt vom 18. Juni 2016. Damals steckte ich mitten in der Chemotherapie und der Ausgang der Krebstherapie war offen. Vor dem Lichtbildprophet betrieb ich andere Blogs und klassische Webseiten, doch meine geänderte Sichtweise auf die moderne Fotografie und Bildbearbeitung verlangte nach einer angemessenen Aussendarstellung.

Fast zehn Jahre später gibt es den Lichtbildprophet und mich, mit dem Alias Makkerrony, immer noch. Damals standen schon handgemachte Abzüge bei mir hoch im Kurs. Kein Wunder, ich hatte Ende 2014 einen Hobbyraum am Bürgerpark Marzahn bezogen und mir dort das Atelier Flackerlight und eine Dunkelkammer eingerichtet.

In letzter Zeit blicke ich eher zufällig auf alte Beiträge und bin erstaunt, dass schon damals aktuelle Themen noch heute präsent sind. So fand ich irgendwann heraus, wann ich mich von meiner Ex-Frau entfremdet fühlte. Oder ich fand einen Beitrag zu einem Fundstück, auf dem ein junger Mann die Uniform einer nationalsozialistischen Organisation trägt, ohne dass selbst ein Nazisymbol zu sehen ist. Ich habe damals daraus eine kleine Geschichte gemacht, die sich so nie zugetragen hat. Heute habe ich dieses Fundstück veröffentlich und in diesem Beitrag einen Link zum alten Schokoriegel-Text gesetzt.

Ich bin froh, dieses Tagebuch zu haben und meine Gedanken, teilweise verschlüsselt weil öffentlich, festzuhalten. Und jetzt, wo ich vor dem nächsten Umbruch stehe, hoffe ich mehr Zeit zu finden, in den über 4000 Beiträgen zu blättern, neue Gedanken zu verfassen und tagtäglichen Unsinn in Worte festzuhalten. Ich freue mich, bald keine Rücksicht mehr auf berufliche Belange nehmen zu müssen und frei heraus zu Scheiße Scheiße sagen zu können.

Autor: Der Herr Makkerrony

Der "Herr Makkerrony", das ist Ronald Puhle aus Berlin und der Macher des weltbekannten und einzigartigen Magazins "Der Lichtbildprophet". Heute führt der ehemalige Laboringenieur das hektische Leben eines Rentners, das er persönlich sein "Phase3" nennt. Seit einem Vierteljahrhundert praktiziert der Herr Makkerrony die Fotografie und war ca. 15 Jahre als freier Autor für verschiedene Fotofachzeitschriften (z.B. fotoMagazin, Dipitalphoto, FotoPraxis und PhotoKlassik) tätig. Seine Arbeiten bestechen durch die bodenständige Aufnahmetechnik (LoFi - Fotografie), den kreativen Einsatz überlagerter Fotomaterialien, insbesondere ORWO-Fotopapiere und ORWO-Dokumentenpapiere und der Anwendung des Lith Print-Verfahren. Nebenbei lenkt sich Makkerrony mit freier, abstrakter Malerei ab, liest gerne und ist ein begeisterter Hörer analoger Musik von der Schallplatte. In seinem Atelier Flackerlight ist jedes Modell willkommen, das sich von ihm auf besondere Weise fotografieren lassen möchte.