Welch Emotion! Welch Emotion? – Georges Didi-Huberman

Das Schaffen von Bildern ist weniger ein technischer Vorgang (Malen, Fotografieren oder KI beschwören), vielmehr spielt der menschliche Geist des Erschaffenden und des Betrachters den Mittelpunkt des Bildwerdens. Reines Maschinengeknipse ist hochgradig langweilig und hat keine kommunikative Funktion. Erst mit einer, in dem Bild hinterlegten Absicht, entsteht die Verbindung zwischen zwei und mehr Menschen.

Didi-Huberman beleuchtet in seinem Vortrag, der als Buch erschienen ist, das weite Feld der Emotionen am Beispiel der Tränen. Er spannt dabei den weiten Bogen vom naiven Kindesgeschrei, über die Haltung großer Philosophen zu Emotionen bis hin zur eigenen Trauerarbeit und der damit verbundenen Erwartungshaltung anderer Trauernden im unmittelbaren Betroffenenkreis: Eigene Empfindungen ordnen sich anderen unter, es kommt zu einer Transformation der Emotionen.

Gern wird vergessen, dass eine Transformation, also der Übergang von einem Zustand in einen anderen Zustand, von Verlusten geprägt ist. Das ist der Mensch der Energieerhaltung, die auch in der Soziologie & den anderen weichen Wissenschaften gilt, schuldig. Letztendlich bleiben auch in der Realität bei der Emotionsübermittlung Gefühlsinhalte auf der Strecke. Das beste Beispiel sind Fernbeziehungen, die ausschließlich per Whatsapp geführt werden. Hier kann reine Sprache trotz Emoji für viele Spannungen sorgen.

„Welch Emotion! Welch Emotion?“ ist ein Vortrag in „einfacher Sprache“, wie er heute in den Qualitätsmedien gerne separat ausgewiesen wird. Der Vortrag orientiert sich am Thema Tränen, ist an Kinder und Jugendliche gerichtet und allemal auch für Erwachsene empfehlenswert zu lesen. In unseren Erwachsenengedanken, die uns tagtäglich lenken und leiten, sind wir viel zu sehr verkopft und können eine gesunde Portion kindlicher Unbekümmertheit gut gebrauchen. Am Ende des Büchleins sind Publikumsreaktionen und die Antworten des Autors aufgeschrieben.

Welch Emotion! Welch Emotion?
Georges Didi-Huberman
ca. 80 Seiten
Neue Deutsch-Französische Jahrbücher
2026
978-3-949153-20-4

Autor: Der Herr Makkerrony

Der "Herr Makkerrony", das ist Ronald Puhle aus Berlin und der Macher des weltbekannten und einzigartigen Magazins "Der Lichtbildprophet". Heute führt der ehemalige Laboringenieur das hektische Leben eines Rentners, das er persönlich sein "Phase3" nennt. Seit einem Vierteljahrhundert praktiziert der Herr Makkerrony die Fotografie und war ca. 15 Jahre als freier Autor für verschiedene Fotofachzeitschriften (z.B. fotoMagazin, Dipitalphoto, FotoPraxis und PhotoKlassik) tätig. Seine Arbeiten bestechen durch die bodenständige Aufnahmetechnik (LoFi - Fotografie), den kreativen Einsatz überlagerter Fotomaterialien, insbesondere ORWO-Fotopapiere und ORWO-Dokumentenpapiere und der Anwendung des Lith Print-Verfahren. Nebenbei lenkt sich Makkerrony mit freier, abstrakter Malerei ab, liest gerne und ist ein begeisterter Hörer analoger Musik von der Schallplatte. In seinem Atelier Flackerlight ist jedes Modell willkommen, das sich von ihm auf besondere Weise fotografieren lassen möchte.

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