Welch Emotion! Welch Emotion? – Georges Didi-Huberman

Das Schaffen von Bildern ist weniger ein technischer Vorgang (Malen, Fotografieren oder KI beschwören), vielmehr spielt der menschliche Geist des Erschaffenden und des Betrachters den Mittelpunkt des Bildwerdens. Reines Maschinengeknipse ist hochgradig langweilig und hat keine kommunikative Funktion. Erst mit einer, in dem Bild hinterlegten Absicht, entsteht die Verbindung zwischen zwei und mehr Menschen.

Didi-Huberman beleuchtet in seinem Vortrag, der als Buch erschienen ist, das weite Feld der Emotionen am Beispiel der Tränen. Er spannt dabei den weiten Bogen vom naiven Kindesgeschrei, über die Haltung großer Philosophen zu Emotionen bis hin zur eigenen Trauerarbeit und der damit verbundenen Erwartungshaltung anderer Trauernden im unmittelbaren Betroffenenkreis: Eigene Empfindungen ordnen sich anderen unter, es kommt zu einer Transformation der Emotionen.

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Der Vortrag

Der Abend bricht über Berlin herein. Mich hat es auf die Wohnlandschaft verschlagen, in meine angestammte Ecke mit dem Gerade-aus-Blick auf das TV-Gerät. In der rechten Hand halte ich locker-lässig die “Macht”. Keiner kann mir heute die Fernbedienung streitig machen oder mich so verbal nerven, dass ich irgendetwas gegen meinen Willen visuell konsumieren muss.

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