Am laufenden Band

Drama, Trauma, Selbstmitleid:

Manchmal würde ich mir gern selbst einen Stirnkuss geben können und sagen: „Hey, du hast nie aufgegeben. Du kannst verdammt stolz auf dich sein!“ Ich habe das Online Dating aufgegeben. Stattdessen muss ich auf härtere Maßnahmen greifen. Jetzt werde ich einfach jeden Dienstag & Donnerstag im Amtsgericht hocken, weil das die Scheidungstage sind. Nebel rückwärts heißt Leben, vielleicht, weil Klarheit oft erst danach kommt. Nach Regen scheint die Sonne, nach Dunkelheit kommt Helligkeit. Das Leben ist dem steten Wechsel unterworfen. Und so kommt Klarheit in das Leben wenn der Nebel schwindet. Die Liebe siegt letztendlich immer. Mir geht es momentan echt beschissen, das Leben ist gerade zu viel und ich ziehe mich hier deshalb erstmal auf unbestimmte Zeit zurück. (Interessiert sowieso nicht, I know). Passt auf euch auf. Und bis irgendwann. Ich habe so extreme Probleme mit meinem Körperbild, dass ich aktuell nicht mehr schwimmen gehen kann. Er hat mich x-fach betrogen mit sehr schlanken Frauen. Ich bin extrem athletisch und liebe wie ich aussehe, aber ich halte es nicht mehr aus, wenn andere mich im Bikini sehen. Ich hoffe, das geht mit der Zeit weg. Ich werd bald 40 und das fühlt sich einfach nicht richtig an. Das Schönste am Älterwerden? Man hört auf, jedem gefallen zu wollen und fängt an, sich selbst wichtig zu nehmen. Die Kontemplation ist ein hungriges Tier in einer Welt, in der der Algorithmus das menschliche Auge ersetzt. Er sieht nur und führt aus nach der Oberfläche, während das außergewöhnliche Wunder, sich in die latente Tiefe vorzuwagen, untergraben und aufgehoben wird. Wir schwimmen in einem gefühllosen Fluss, ohne zu bemerken, dass wir ertrinken. Gott, wenn es mein Schicksal ist, allein zu sein, dann nimm mir das Verlangen, geliebt zu werden. Mir geht es von Zeit zu Zeit schlechter. Ich habe aktuell keine Energie positive Vipes und Liebe zu geben. Ich fühle mich seit Wochen schrecklich und bin heute an eine Grenze gekommen, an der ich meine geistige Beherrschung verlor. Außerdem erzeugt mein Kopf Bilder, bei denen ich kauernd und beschämend in einer Ecke liege und mich selbst beschimpfe. Keine Ahnung was ich dagegen machen soll. Manchmal wünsche ich mir, jemand würde einfach ehrlich sagen, was er will, statt 3 Wochen Smalltalk zu führen. Ich merke das ich keine qualitativen Freundschaften habe und niemand sich interessiert wie es mir geht und seit langem vielen egal bin. Nach der Arbeit bin ich nicht unsozial. Ich bin einfach restlos aufgebraucht. Meine Batterie lädt nur in Ruhe. Ich wollte nie so enden. Der Verlust meiner Arbeitsfähigkeit war das Schlimmste, was mir passieren konnte. Nicht arbeiten zu können, kein Ehrenamt mehr ausüben zu dürfen. Das Gefühl plötzlicher Bedeutungslosigkeit ist schrecklich. ​Zur gesundheitlichen Belastung kommt noch soziale Isolation. Und ein Alltag, der aus einem Dauerlauf zwischen Behörden, Arztbesuchen und Klinikaufenthalten besteht. Seitdem ich mein ADHS mit den Medikamenten unter Kontrolle habe, merke ich immer mehr, dass ich wahrscheinlich doch auch noch Autismus habe.

Neue Öffnungszeiten

Halb Zehn in Deutschland. Früher war es laut Werbung Zeit für ein Knoppers, heute stellt um 09:30 Uhr das Magazin „Der Lichtbildprophet“ eine neue Arbeit des legendären Makkerrony aus. Texte (außer Notizen) aller Art werden nicht Fünf vor Zwölf sondern 12:05 Uhr veröffentlicht: Der Mensch hat mit seinem Handeln den Umkehrgrenzpunkt, neudeutsch point of no return, überschritten und jedes weitere Wort ist umsonst geschrieben.

Die Leiden des jungen Baby Boomers

Früher konnte ich über den Weihnachtsmarkt gehen, einen Apfel oder eine Apfelsine mit meinem Taschenmesser schälen und essen. Die Post kam pünktlich und ich kannte den Postboten. Er brachte schon seid Ewigkeiten die Post, trug eine Uniform und war eine Respektsperson. Nach den Zügen der Deutschen Reichsbahn konnte ich allgemein die Uhr stellen. Ich bin ins Rathaus gegangen und im Eingang regelte ein Pförtner den Einlass und es gab keine Security mit Taschenkontrolle. Im Freibad hieß es Sommer, Sonnenschein, Spaß und das Menü a la Saison: Bockwurst, eine halbe Scheibe Brot und einen Klacks Senf. Schwule und Lesben waren das Normalste von der Welt und es hat auch niemand wirklich interessiert. Menschen, die sich für Hunde, Bäume oder Einhörner gehalten haben, wurden fürsorglich in der Geschlossenen behandelt. Die einzige Ausnahme für Verkleiden & Co. war der Fasching oder ein Kostümfest, bei dem jeder Indianer oder Cowboy sein wollte. Auf Arbeit gab es deutsche Kollegen und es wurde Deutsch gesprochen. Auf der Straße, in Läden und Restaurants wurde Deutsch gesprochen und alles war voll mit Menschen. Poller und Sperren gab es selten zu sehen, Taschenkontrollen gehörten nicht zum Alltag. Von Anschlägen, Messerangriffen und Gruppenvergewaltigungen wusste selbst die Gerüchteküche nicht zu berichten. Die Schulausbildung orientierte sich an den Naturwissenschaften, ich habe das Nähen, Sticken und Werkeln gelernt und ging als Unterrichtsfach in einer Firma arbeiten. Ob ich wollte oder nicht, ich mußte 18 Monate zum Wehrdienst, war in der Zeit mit Frau und Kind viel zu selten zu Hause, doch diese erlebte Erfahrung hat mein Weltbild bis heute positiv geprägt.

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Ende, Anfang und Schluß damit

Auf ein letztes Wort zum Sonntag am Samstag und (Achtung Spoiler) es handelt sich hier um Satire mit einem Schuss Sarkasmus.

Medien an.

Die Phrasen sind gedroschen und sterben nicht aus.
Die Parolen sind gesprochen und sterben nicht aus.
Die Identitäten glauben daran, ein biologisches Geschlecht zu sein.
Die Flöhe im Ohr und die Scheiße im Kopf sterben nicht aus.
Die politische Erblindung und Taubheit sind abgeschlossen.
Wir sind bereit für den Untergang.
Mission erfüllt.

Makkerrony’s Worte zum Sonntag am Samstag werden hiermit hochoffiziell eingestellt.

Alte Zöpfe gehören abgeschnitten.
Eine neue Zeit braucht neue Ideen.
Mein Leitsatz: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Die Arbeit ist nach 45 Jahren getan, Willkommen im Vergnügen!
Mir strahlt das Glück aus dem Arsch.
Happy Makkerrony, happy life.
Ich weißt nicht, was kommt!
Das ist das eigentliche Problem.
Ich bin Rente und das ist gut so.

Medien aus.

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ALDI sagt Danke

Auf ein weiteres Wort zum Sonntag, jeden Samstag neu und (Achtung Spoiler) es handelt sich hier um Satire mit einem Schuss Sarkasmus.

Medien an.

Neue Aufgabe: Ich bin der Familienbeauftragte für ALDI-Einkäufe.
Herrscher über die ALDI-Preise.
Billig, richtig frisch.
Ein Leben neu sortieren.
Nicht weil ich muss.
Weil ich es kann.
Proaktive Schuldabschmelzung.
Das heilige Opfer ist unantastbar.
Die Superzelle wütet.
Himmelkrebs mit Wolkenbruch.
Action. Drama. Fusspilz.
Musiker, Wattführer und Wikipediaeintrag.
Linker Tierschützer.
Ankerherz?
Titanic-Lover.
Lasst uns alle untergehen.

Hinter „Der Lichtbildprophet“ steckt Ronald Puhle, ein in Berlin ansässiger Fotograf, Fachautor und Experte für analoge Fotografie. Er nutzt diesen Namen als seinen offiziellen Blog, sein Online-Magazin sowie als Markenzeichen für seine fotografischen Arbeiten.

BÄHM!
Oda?
Makkerrony ist der Positivdenker.
Gesichert unbequem.
Lila Wolke am Band: Unkraut rupfen für die Erinnerungskultur?
Zupfen oder jäten, Dummstulle.
Lifehack „Richtige Wortwahl“ gesucht.
Neue Hitzeglocke in Fertigung.
Ehrenamtliche Opferhelferin.
Die Dummheit stellt mir nach.

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