Ein/e/es Volksbank schreibt an mich: „Wichtige Änderung unserer Datenschutzverordnung No:976643563“

Dem Verfasser der nachfolgenden Abgreif-Nachricht lässt sich eine gewisse Bildungsreife bescheinigen. Nur wenn es um den pixeligen QR-Code geht, bekommt der Nerd feuchte Finger und schon wird die Phishing-Mail gemütlich. Was auch immer gemütlich in diesem Zusammenhang bedeutet. Und wenn sich eine deutsche Bank mit einem schönen Tag und beste Grüße von seinem Beutetier Kunde verabschiedet, dann sollte auch bei der letzten Schlafmütze die Alarmglocke läuten. Jetzt fehlt mir nur noch das Konto bei der Volksbank.

Zitat Anfang
Änderung der AGB’s
Sehr geehrte Kunden
Durch eine Änderung in unseren Zahlungssystem müssen wir aufgrund einer neuen Gesetzesgebung jeden Kunden erneut um Zustimmung bitten.
Die Änderungen sorgen für die Sicherheit Ihrer Daten, damit Sie auch morgen noch sicher überweisen und online zahlen können. Wir bitten Sie daher, die Änderungen der Sicherheitsverfahren zu akzeptieren .
Wir bitten Sie, sich schnellstmöglich mit den Änderungen vertraut zu machen.
Dies können Sie gemütlich über den QR Code.
Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten
Einen schönen Tag noch und beste Grüße
Ihr Volksbank Kundenservice
Volks- und Raiffeisenbanken 2021

Zitat Ende

Ein/e/es Annushka schreibt an mich: „Und dann flog Amor.“

Welch Vorstellung habe ich, schreibe ich unbekannte Menschen an, erzähle von perversen Vorbeziehungen und meinem Wunsch, das Land zu verlassen?
Zunächst hoffe ich, das Menschending ist gefestigt in seinem Geschlecht und ist weiblich.
Körperlich wie auch gefühlt.
Irgendwie bin ich auch über 35 Jahre alt, gerne auch 25.
Umso größer die Schockstarre, wenn Annyshka mich und mein wahres Alter sieht.
Finanzielle Probleme bringt die ukrainische Zahnmedizinerin (!!!) nicht mit, die auch keine albernen und dumme Spiele mag.
Wie dumm von ihr.
Nun soll ich der Einzige sein, der die Landpomeranze erretten kann.
Soviel Mut hätte ich nicht, das Wunderwerk einer wildfremden Person zu zugestehen.

Zitat Anfang
Hallo Kumpel.
Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu dürfen!
Ich hoffe, dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit und wir werden gemeinsame Interessen finden.
Wie war dein Tag?
Ich gehe davon aus, dass alles gut ist.
Ich erstelle meine Mail und wünsche mir, dass Sie eine normale Person sind.
Es ist nicht der primäre Versuch, jemanden online zu finden.
Meine früheren Verbindungen schienen pervers zu sein.
Eine echte Beziehung aufzubauen ist mein Hauptziel.
Ich nutze meine Chance auch nach all den Misserfolgen.
Ich werde ein wenig über mich korrespondieren.
Sie können mich Annyshka nennen.
Mein Land ist die Ukraine, in letzter Zeit denke ich immer mehr darüber nach, meinen Standort zu wechseln.
Ich bin über fünfunddreißig, ich merke, dass es zu spät ist, meine Jahre vergehen.
Daher habe ich keine Zeit für alberne Spiele.
Ich bin gebildet und klug, caringperson, sowie eine goodhousewife. Ich arbeite in der Zahnmedizin.
Ich habe keine finanziellen Probleme.
Dies ist der Umriss meines Lebens. Wenn unsere Ziele übereinstimmen, können Sie mir antworten.
Über dich korrespondieren.
Ich bin keine 20 Jahre alt, ich bin eine erwachsene Frau und ich habe keine Zeit für dumme Spiele.
Ich bin sicher, dass meine Worte einen würdigen und selbstbewussten Mann niemals erschrecken werden.
Ich glaube, du bist der Einzige, auf den ich warte und nach dem ich suche.
Ich werde auf Ihren Brief warten.
Ob wir aneinander interessiert sind, ich gehe davon aus, dass wir eine Chance haben.
Jetzt haben Sie die Alternative.
Ich werde ungeduldig auf Ihren Brief warten.
Anna.

Zitat Ende

Ein/e/es EUROPÄISCH LOTTERIE ONLINE BOARD schreibt an mich: „GLÜCKWUNSCH AN SIE“

Wenn ich kein Glückspilz bin:
Ich habe in der Lotterie zur Förderung des Weihnachtsfestes gewonnen … oder so.
Vermute ich jedenfalls ganz stark.
Irgendwer hat gut zugesprochen und jetzt darf ich begünstigt das große Los abräumen.
Wenn ich großes Los lese, ich beginne zu lachen:
Wenn das, was behauptet das große Los zu sein, das große Los ist, dann möchte ich nicht die Nieten sehen.
Nicht nur in der Lotterie. Auch menschlich betrachtet.
Wenigstens hat diese unerwünschte Verbraucherinformation ein Zertifikat, echt und in Photoshop handgemacht versteht sich.

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Ein/e/es Alice schreibt an mich: „{Spam?} Ich gebe dir eine positive Einstellung“

Man sollte jedem Absatz, den man beginnt, so etwas wie eine Präambel voranstellen. Irgendetwas Schwulstiges, aus dem Zusammenhang gerissenes. Hauptsache es klingt geschwollen und hat nichts damit zutun, was verbal im Anschluß folgt. Das ergibt wenig Sinn und erklärt den Schreibenden zu einem elitären Arschloch. Aber ich hätte dann meine Ruhe, weil „der spinnt sowieso ein bisschen.“

Ich leg mich nur noch auf eine Schattenbank. Ist wegen der geringen UV-Strahlen gesünder und außerdem viel billiger.

Wenn diese „Alice“, die mich nachfolgend anschreibt, eine Frau ist, dann trägt sie viel Männliches in sich. So kurz und knapp wie die Braut mich versucht anzumachen, dass kann nur ein Mann, bestenfalls eine Frau auf Syndrom sein. Wieder fehlt der elektronischen Verbraucherinformation ein Hauch von Höflichkeit … sprich: Bitte kennen die Spam-Scam-Brigaden erst, wenn der Depp an der Angel Zahlemann und Söhne machen soll. Dafür gibt es zur Eröffnung eine positive Einstellung, Karmapunkte und diesen ganzen ideellen Mist, von dem ich rein gar nichts habe. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das Gefühl, dass das Bild dieser „Alice“ etwas abgegriffen ist und ich die suchende Internetromanze irgendwie schon kenne. Oder alle Osteuropäerinnen gleich aussehen.

Ich muss was trinken, ich hör schon schlecht.

Zitat Anfang
Guten Tag! Ich bin Alice, ich liebe es zu reisen und etwas Neues und Leckeres zu kochen. Ich bin 30. Wie alt bist du? Woher kommst du? Wenn Sie Lust haben, mich kennenzulernen, warte ich auf Ihre Antwort.
Alice

Zitat Ende

Scam mit Alice

Für den fotografischen Schund und Schmutz dieser elektronischen Verbraucherinformation zeichnet der weltberühmte Lichtbildprophet nicht verantwortlich. Er wurde ihm unaufgefordert zugeschickt und wird nur zum dokumentarischen Zweck hier veröffentlicht!

Ein/e/es Alyona schreibt an mich: „Lichtbildprophet.“

Eine scheinromantische Posse wird zum Drama! Lieber Leser, ich habe eine ganzganz traurige Nachricht an alle Fans meiner Lovestory-Internetromanze mit Alyona:

Ihr Opa ist gestorben!
Plötzlich und unerwartet.
Für alle unfassbar.
Heute.
Also vorgestern heute meine ich.

Jetzt bin ich, der zahlungsunwillige Lichtbildprophet, das einzige Wesen, das ihr noch geblieben ist!
Oh, was bin ich nicht traurig.
Und damit ich ein richtig schlechtes Gewissen habe, gibt es zwei zugedröhnt anmutende Schmachtbilder im Anhang der neusten Scam-Botschaft. Mal sehen, wann ich die Beisetzung des Opas zahlen muss, weil Alyona ja 1000 Euro bezahlt hat und sie will ja auch wirklich-wirklich zu mir geflogen kommen. Ich bin auf alles vorbereitet. Was mich stutzig macht: Angeblich soll ich das Luder seit zwei Monaten kennen.

*Bauklötzerstaun

OK, Frau und Mann haben gelegentlich eine andere Vorstellung von Zeit und Raum. Und so behaupte ich, dass mir die kiffende Matratze seit etwa zwei Wochen nachstellt. Zwei Wochen sind nicht zwei Monate, Herzchen. Auch nicht im bösenbösen Russland.

Zum nachfolgenden Mimimi gibt es nichts mehr zu sagen: Alyona schnattert weiter wie ein Entenarsch über sich selbst und glaubt ultimative Beweise für … ja was eigentlich … geliefert zu haben. Die liebe Selbstwahrnehmung, sie ist nicht selten arg getrübt. Das muss aber so ein Generationsdings sein. Da darf ich das mit den zwei Wochen-Monaten nicht so eng und spießig sehen. Zeit ist relativ und was macht es schon, ob zwei Wochen, Monate oder gar Jahre ins Land gegangen sind. Warum haben dieselben Menschen nie diese Lässigkeit beim Geld? Es wäre doch völlig egal ob es 200, 2000 oder 20.000 Euronen sind? Nicht? Das verstehe ich nicht. Egal.

Wenn es etwas hervorzuheben gibt, dann die Penetranz, die das Blödchen und ihre Mohnbrötchen (den Schwachfug denkt sich keiner allein aus) an den Tag legen. Reife Leistung, mein Respekt!

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