Ein/e/es Unbenannter Absender schreibt an mich: „* Internet-Dating zu verschiedenen Themen.“

Endlich mal wieder ganz schnöder Spam im Postfach und nicht die angeblichen Lockrufe einer arbeitsscheuen Russin, die mit knallharten Butterweich-Scam ihren Lebensunterhalt verdient.

Bestimmt, weil ich meine Abwehrschlacht so tapfer geschlagen habe, bekomme ich sieben Tage lang den VIP-Zugang. WOW! Ich möchte an der Stelle nicht auf Miesmuschel machen, aber mittlerweile traue ich diesen ganzen Portalen nicht. Es ist hinlänglich bekannt, dass die Betreiber mit Fake-Profilen arbeiten, damit der notgeile Ahnungslos den Zahlemann macht. Diese Manipulationen sind legal, wird irgendwo in der hintersten Ecke der sogenannten AGB’s darauf hingewiesen. Selbst bei so unnützen Dingen wie Instagram oder Spotify wird manipuliert was das Zeug hält. Alles unter dem Deckmantel eines positiven Nutzererlebnisses.

Was mich an der nachfolgenden Verbraucherinformation stört, ich tierisch politisch unkorrekt und mega diskriminierend finde: Warum darf ich keinen unverbindlichen Sex am helllichten Tag haben?

Zitat Anfang
die besten Daten in Ihrer Stadt.
Starke und leidenschaftliche Beziehung, unverbindlicher Sex für eine Nacht, Kommunikation, Freundschaft.
Täglich sind mehr als 10.000 Männer und Frauen bei uns registriert.
Wir haben eine Plattform für alle geschaffen
Finden Sie Ihr Glück, ohne Ihr Zuhause zu verlassen.
Schreiben Sie zuerst, was Sie wollen.
Unsere Suche wählt einen Partner nach Ihren Wünschen aus.
Mutig, denn jetzt ein VIP-Account für 7 Tage, um die Mail als Geschenk zu bestätigen.
Komm her und sei nicht schüchtern!

Zitat Ende

Ein/e/es Alyona schreibt an mich: „Lichtbildprophet.“

Eine scheinromantische Posse wird zum Drama! Lieber Leser, ich habe eine ganzganz traurige Nachricht an alle Fans meiner Lovestory-Internetromanze mit Alyona:

Ihr Opa ist gestorben!
Plötzlich und unerwartet.
Für alle unfassbar.
Heute.
Also vorgestern heute meine ich.

Jetzt bin ich, der zahlungsunwillige Lichtbildprophet, das einzige Wesen, das ihr noch geblieben ist!
Oh, was bin ich nicht traurig.
Und damit ich ein richtig schlechtes Gewissen habe, gibt es zwei zugedröhnt anmutende Schmachtbilder im Anhang der neusten Scam-Botschaft. Mal sehen, wann ich die Beisetzung des Opas zahlen muss, weil Alyona ja 1000 Euro bezahlt hat und sie will ja auch wirklich-wirklich zu mir geflogen kommen. Ich bin auf alles vorbereitet. Was mich stutzig macht: Angeblich soll ich das Luder seit zwei Monaten kennen.

*Bauklötzerstaun

OK, Frau und Mann haben gelegentlich eine andere Vorstellung von Zeit und Raum. Und so behaupte ich, dass mir die kiffende Matratze seit etwa zwei Wochen nachstellt. Zwei Wochen sind nicht zwei Monate, Herzchen. Auch nicht im bösenbösen Russland.

Zum nachfolgenden Mimimi gibt es nichts mehr zu sagen: Alyona schnattert weiter wie ein Entenarsch über sich selbst und glaubt ultimative Beweise für … ja was eigentlich … geliefert zu haben. Die liebe Selbstwahrnehmung, sie ist nicht selten arg getrübt. Das muss aber so ein Generationsdings sein. Da darf ich das mit den zwei Wochen-Monaten nicht so eng und spießig sehen. Zeit ist relativ und was macht es schon, ob zwei Wochen, Monate oder gar Jahre ins Land gegangen sind. Warum haben dieselben Menschen nie diese Lässigkeit beim Geld? Es wäre doch völlig egal ob es 200, 2000 oder 20.000 Euronen sind? Nicht? Das verstehe ich nicht. Egal.

Wenn es etwas hervorzuheben gibt, dann die Penetranz, die das Blödchen und ihre Mohnbrötchen (den Schwachfug denkt sich keiner allein aus) an den Tag legen. Reife Leistung, mein Respekt!

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Fahrstuhl

Bezogen auf Corona-COVID-Dingens bin ich ja so ein Aerosolverfechter und versuche danach mein Leben in der Pandemie zu organisieren. Viel Frischluft und Räume mit möglichst wenigen „fremden“ Menschen teilen.

Neulich am Fahrstuhl zum Luxus-Appartement in meinem Betonpalast. Vor mir zwei schnatternde Damen, etwa meine Altersklasse. Die Türe öffnet und die beiden Damen betreten den Fahrkorb.

„Ach Sie dürfen ruhig einsteigen und mitfahren.“

„Nein danke“ erwidere ich, „ich warte und fahre nachher alleine hoch.“

Während die Türe schloß, rief eine der Damen lautstark hinterher: „Er will uns nur schützen!“

Ich danke, dass die Ladies mir diese Ritterlichkeit unterstellen, doch ich bin in diesem Punkt sehr egoistisch eingestellt: Ich schütze mich einfach vor den beiden Damen. Wegen dem Corona-COVID-Dingens und ihrem Geschnattere.

122_2021

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren
Nr. 4118
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2021 Ronald Puhle

Modell: Lichtbildperle

Vielleicht irgendwann einmal?