Fünf zu Fünfhundert und viel viel mehr

Als ich mich trotz DSGVO-Knebelung entschied, dem Besucher die Möglichkeit der Meinungsgeigung (vormals bekannt als Kommentar) wieder einzuräumen, da war mir klar, dass wohl eher Bots und unterbezahlte SEO-Vollhonks ihren Rödelrotz hier absetzen werden. Dem zu erwartenden Schlotz musste ich einen, besser sogar zwei Riegel vorschieben. Und so beschützt mich eine Anti-Werbung-Biene als auch eine simple mathematische Herausforderung davor, Zeitverschwendung mit absoluten Sinnlosigkeiten zu betreiben. Da das Jahr nun mehr als offensichtlich dem Ende zu rast und frontal am 31. Dezember enden wird, ist es Zeit Bilanz in Sachen Kommunikation zwischen Webseiten-Halbgott Ronaldo ‚Lichtbildprophet‘ Capybara und dem Pöbel dem Mob den lieben Besuchern zu ziehen:

Den fünf Wortmeldungen durch mir absolut unbekannte Besucher, auf die ich zweimal geantwortet habe, stehen über 500 maschinen-abgewiesene Einträge gegenüber! Über 500 mal vom Menschen produzierte Verbalgülle, die händisch oder mit Maschinen verteilt wird. Ganze fünf Wortmeldungen von Internetbewohnern, die schreiben und rechnen können. WOW! Eine Traumquote für aufmerksamkeitsdefizitäre Therapiegänger.

Zugegeben: Was soll man auf diesen Egotrip hier auch als Reaktion schreiben?
Bauchpinseleien und Lobeshymnen sind nicht zu erwarten.
Dabei gibt es hier nur großartige Anti-Fotografie, hier und da am Rande der Pornografie, zu sehen.
Aber es war schon immer ein Problem: Konsumieren ja, ist ja umsonst und total gratis.
Mehr geht nicht. Visuelle und verbale Prostitution für ein wenig Liebe, vorgetäuscht.

Außerdem: Wer schreibt heute noch Kommentare?

Der Homo digitalis kann nicht schreiben und wenn doch, dann irgendein Stenodeutsch mit integrierter Gedankenerkennungshürde für den Leser. Höfliche Anrede, ganze Sätze, ordentliche Fragen und Antworten sind ja fast Mobbing oder grenzen gar an Stalking. Ja, wir rennen lieber des Denkens befreit mit dem Smartphone rum, lassen unsere aktuelle Position und das Konsumverhalten tracken, bekommen nur positive Nutzererlebnisse ohne Nippel und andere Geschlechtsmerkmale präsentiert, legen jedoch beim schnöden Schreibens eines Eindrucks aller höchsten Wert auf Datenschutz. Das ist Massenverdummung unter Berücksichtigung der höchsten Bequemlichkeit.

Und Verblödung.

Im Gegenzug nimmt das Missverständnis und die Aggression untereinander immer mehr zu. Jedes Wort will für den mitfühlenden Empathiker feinst abgewogen werden und auf seine potentielle Verbalkriminalisierungsgefahr MSS (Mobbing, Stalking und Shaming) durchleuchtet sein. Politisch vollkorrekt, versteht sich. Erst das Internet, dann die reale Welt muss entemotionalisiert werden. Vögeln ohne Orgasmus, weil es ist ja zeigen einer Schwäche. Vielleicht.

Grundsätzlich ist jede Form der Meinungsabweichung des Veröffentlichenden zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden mit der Brandmarkung ‚Nazi‘ oder ‚Kinderschänder‘ geahndet. ‚Schwulenhasser‘ ist auch gut und kann unbewiesen ideologisch genutzt werden. Es muss ein Ruck durch das Internet der Zukunft gehen, süße Einwegkommunikation gleitend auf zuckrigem Schleim und feinstgeraspeltem Süßholz.

Insofern bin ich froh, dass es immerhin fünf Kommentare waren und ich keinen wegen ungebührlicher Wortwahl ablehnen musste. Nein, Unmutäußerungen kommen immer per Mail von Wegwerf- oder gehackten Accounts. Die, die ‚ihre ehrliche Meinung‘ sagen, trauen sich nicht, haben keine Eier in der Hose oder sind einfach nur Vollglatzen-Muschis. Anonymes Beschimpfen, dafür habe ich allervollstes Verständnis, respektiere diesen Mut der Mutlosen und lasse die erlauchte Leserschaft gern spezialkommentiert teilhaben. Es müssen Männer (?) sein, die so memmenhaft aggressiv reagieren. Und warum? Männer können nicht weinen, was sie eben aggressiv macht.

In den Sinne wünsche ich besinnliche Feiertage!

Schlagt euch Heroen den Wanst voll, versauft eure grauen Zellen, kifft euch den Verstand weg, lärmt als gebe es kein Halten und schützt danach brav die Tiere, das Klima und die Diversen-Klosetts. Ich schließe mich ins Atelier ein, Kopfhörer auf die Ohren und dann male mir meine Welt mit Licht und Farbe.

Urlaub-Feiertag-‚Lasst mich in bloß Ruhe‘-Modus AN!

Autor: ronaldo capybara

Er ist kein Fotograf und doch malt er seine Bilder mit Licht, bringt sie in seiner Dunkelkammer eigenhändig zu Papier. Er ist kein Maler und doch zeichnet er seine Bilder mit Farben auf alles, was seine Imagination tragen kann.

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