167_2020

Unruh

Unruh
Nr. 2094
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Ich verspüre ausgerechnet jene Unruh, die ich eigentlich nicht mehr wollte.

016_2020

Intervalle

Intervalle
Nr. 2176
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Meine Klecksereien sind kein zufällig festgehaltener Moment.
In meinen Bildern bediene ich mich Zufallstechniken und lasse daraus ein Werk entstehen. Deshalb ist die Bezeichnung aleatoric painting in der Beschreibung präziser als vom random painting zu sprechen.

Unfall – Eine Theorie zum Zufall

Gestatten Unfall. Und ich mache Unfälle. Alles kam einfach so, ohne dass ich jemals gefragt wurde oder mich jemand dazu anstiften musste. Mein Vater schwängerte die Frau die mich geboren hat, weshalb sie, die Frau, ihn – damals war es so üblich – heiraten musste. Für sie, die Frau die mich geboren hat, war ich nun der Unfall. Das ist die perfekte Mischung für eine gestrenge Hiebe-statt-Liebe-Erziehung. Jahre später darauf angesprochen kann sie sich an keine ihrer Grausamkeiten erinnern. Das würde ich wohl auch nicht tun wollen. Folglich konnte ich ihre Beteuerung, dass sie mich liebt, nie wirklich glauben. Mein Bruder, ein paar Jahre später mit demselben Mann gezeugt, hatte da etwas mehr Glück. So bleibt es mir vorbehalten in einer Zeit der Berufsopfer auch ein Opfer sein zu dürfen.

Lebt sie, die Frau die mich geboren hat, eigentlich noch?

Die meisten Künstler sind sich egal welcher Stilrichtung zugewandt einig, dass Kunst Leben nachahmt. Der aleatorische Künstler nimmt den Gedanken einfach wörtlich und schlussfolgert, dass wenn Kunst das Leben imitiert, der Prozess des Kunstmachens den Prozess des Lebensmachens nachahmen muss. Wenn dem so ist, dann muss die Kunst von einem Ort kommen, der den Ort nachahmt, von dem das Leben kommt. Damit stellt sich die Frage: Woher kommt das Leben?

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