225_2020

Abdrücke - Just paint

Abdrücke – aus der „Just paint“-Reihe
Nr. 2920
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Die meiste Zeit haben wir damit verbracht uns einzugestehen, dass unsere Freundschaft eigentlich Liebe ist.

224_2020

Paletti - Just paint

Paletti – aus der „Just paint“-Reihe
Nr. 2919
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Die Freude in mir uns wiederzusehen ist Ängsten gewichen.

223_2020

Konzentration - Just paint

Konzentration – aus der „Just paint“-Reihe
Nr. 2907
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Über dich kann ich nicht Schlechtes denken. Ich sehe eine junge Frau, die ihre Freiheiten auslebt und ich frage mich, wieso gerade mit mir?

222_2020

Just paint - Fussarbeit

Fussarbeit – aus der „Just paint“-Reihe
Nr. 2901
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Es gibt keinen Grund Dinge, die einem wirklich wichtig sind, aufzuschieben. Für sie gibt es keine richtige oder falsche Zeit.

Zweiter Anlauf

Das Dumme an einem Neuanfang ist, dass es gar kein Neuanfang sein kann. Ich würde damit die Erfahrungen des ersten Versuchs negieren. Sie sind aber nunmal da und bestimmen mein Handeln. Täte ich sie wirklich ausblenden, bin ich ein Idiot und würde einmal begangene Fehler wiederholen.

Mitte 2018 baue ich mir meinen Selbstbau-Vergrößerer aus einer 9 x 12 cm-Plattenkamera auf. Die bildhaften Ergebnisse in Form meiner Abzüge gebe ich den bedeutungsschwangeren Namen „Fotografischer Depressionismus„. Anfang 2019 rufe ich die „Erotische Seite des Fotografischen Depressionismus“ aus. Ausgewählte Abzüge klebe ich – so meine Idee – in einem Buch ein, das ein Unikat sein soll. Vielleicht findet sich ein (zahlender) Liebhaber, vielleicht werden es aber auch meine Fressfeinde erben und als unscharfen Schweinkram der BSR übereignen.

Im Laufe des Jahres 2019 verliere ich das Interesse an dem Projekt und verliere die Spur.

In einem Moment der Zweifel und Unzufriedenheit erinnere ich mich an die damalige Idee, baue den DIY-Enlarger auf das Format 13 x 18 cm zurück und ziehe erste Negative ab. Und prompt tapse ich in das oben beschriebene Fettnäpfchen: Ich stürze mich in einen Neuanfang und begehe offenbar jenen Fehler, der zum Desinteresse an der „Erotischen Seite des Fotografischen Depressionismus“ führt. Betrachte ich die Abzüge, dann fehlt mir die unsaubere Effekthascherei in den Abzügen. Der Selbstbau-Vergrößerer ist noch zu präzise, hat zu viel Schärfe und legt Details zu schnell offen. Der Betrachter muss nicht wirklich denken, er braucht nur zu gucken.

Ich könnte den Apparat absichtlich unscharf stellen. Das ist mir zu doof und ein blöder Taschenspieler-Trick. Stattdessen lege ich ein unregelmäßiges Kunststoffgitter in den optischen Gang zwischen Negativ und Objektiv. So kann die Projektion auf das zu belichtende Fotopapier nicht so scharf sein und es ergibt sich eine andere Unschärfe als das Unscharfstellen der Optik. Es ist aber nur eine Stellschraube.

Seit einiger Zeit fotografiere ich Portraits mit meiner Lomo LCA. Das Kind im Mann zum Ärgernis der Präzisionsjunkies. Und wo ich normalerweise für Atelieraufnahmen mit ISO 400 arbeite, nehme ich bei noch knapperen Licht eine ISO 100. Da die freie Bewegung des Menschen vor der Kamera heute ein kleines Problem darstellt, halte ich die Kamera selbst nicht still.

Die Kombination aus DIY-Enlarger, Verschlimmbesserungs-Effektfilter und bewegter Lomo LCA liefert mir das, was mir in meinem Kopf herumgeistert. Es soll nicht der knallscharfe Moment, die totale Offenbarung, das Abnehmen der Einbildung einer Fantasie sein. So wie sich mir die Dinge der ach so tollen Welt vor dem Auge verwischt, so zieht in den Bilder der neuen „Erotischen Seite des Fotografischen Depressionismus“ die Zeit ihre Spuren. Wer hat eigentlich diese Zeit erfunden? Wo und wie entsteht Zeit? Warum ist Zeit so selten geworden? Für jede Veränderung bedarf es einer Entscheidung. Und wenn es mit der ursprünglich angedachten Idee weitergehen soll, dann muss ich weiter gehen.