Früher konnte ich über den Weihnachtsmarkt gehen, einen Apfel oder eine Apfelsine mit meinem Taschenmesser schälen und essen. Die Post kam pünktlich und ich kannte den Postboten. Er brachte schon seid Ewigkeiten die Post, trug eine Uniform und war eine Respektsperson. Nach den Zügen der Deutschen Reichsbahn konnte ich allgemein die Uhr stellen. Ich bin ins Rathaus gegangen und im Eingang regelte ein Pförtner den Einlass und es gab keine Security mit Taschenkontrolle. Im Freibad hieß es Sommer, Sonnenschein, Spaß und das Menü a la Saison: Bockwurst, eine halbe Scheibe Brot und einen Klacks Senf. Schwule und Lesben waren das Normalste von der Welt und es hat auch niemand wirklich interessiert. Menschen, die sich für Hunde, Bäume oder Einhörner gehalten haben, wurden fürsorglich in der Geschlossenen behandelt. Die einzige Ausnahme für Verkleiden & Co. war der Fasching oder ein Kostümfest, bei dem jeder Indianer oder Cowboy sein wollte. Auf Arbeit gab es deutsche Kollegen und es wurde Deutsch gesprochen. Auf der Straße, in Läden und Restaurants wurde Deutsch gesprochen und alles war voll mit Menschen. Poller und Sperren gab es selten zu sehen, Taschenkontrollen gehörten nicht zum Alltag. Von Anschlägen, Messerangriffen und Gruppenvergewaltigungen wusste selbst die Gerüchteküche nicht zu berichten. Die Schulausbildung orientierte sich an den Naturwissenschaften, ich habe das Nähen, Sticken und Werkeln gelernt und ging als Unterrichtsfach in einer Firma arbeiten. Ob ich wollte oder nicht, ich mußte 18 Monate zum Wehrdienst, war in der Zeit mit Frau und Kind viel zu selten zu Hause, doch diese erlebte Erfahrung hat mein Weltbild bis heute positiv geprägt.