Früher konnte ich über den Weihnachtsmarkt gehen, einen Apfel oder eine Apfelsine mit meinem Taschenmesser schälen und essen. Die Post kam pünktlich und ich kannte den Postboten. Er brachte schon seid Ewigkeiten die Post, trug eine Uniform und war eine Respektsperson. Nach den Zügen der Deutschen Reichsbahn konnte ich allgemein die Uhr stellen. Ich bin ins Rathaus gegangen und im Eingang regelte ein Pförtner den Einlass und es gab keine Security mit Taschenkontrolle. Im Freibad hieß es Sommer, Sonnenschein, Spaß und das Menü a la Saison: Bockwurst, eine halbe Scheibe Brot und einen Klacks Senf. Schwule und Lesben waren das Normalste von der Welt und es hat auch niemand wirklich interessiert. Menschen, die sich für Hunde, Bäume oder Einhörner gehalten haben, wurden fürsorglich in der Geschlossenen behandelt. Die einzige Ausnahme für Verkleiden & Co. war der Fasching oder ein Kostümfest, bei dem jeder Indianer oder Cowboy sein wollte. Auf Arbeit gab es deutsche Kollegen und es wurde Deutsch gesprochen. Auf der Straße, in Läden und Restaurants wurde Deutsch gesprochen und alles war voll mit Menschen. Poller und Sperren gab es selten zu sehen, Taschenkontrollen gehörten nicht zum Alltag. Von Anschlägen, Messerangriffen und Gruppenvergewaltigungen wusste selbst die Gerüchteküche nicht zu berichten. Die Schulausbildung orientierte sich an den Naturwissenschaften, ich habe das Nähen, Sticken und Werkeln gelernt und ging als Unterrichtsfach in einer Firma arbeiten. Ob ich wollte oder nicht, ich mußte 18 Monate zum Wehrdienst, war in der Zeit mit Frau und Kind viel zu selten zu Hause, doch diese erlebte Erfahrung hat mein Weltbild bis heute positiv geprägt.
Schlagwort: vom leben lernen
Weißheit erster Schluss
oder: Vom Traum, der sich selbsttätig an der Realität zerlegt.
Es kommt vor, dass ich mit (m)einem To-Do ins Atelier gehe, mir meinen Tee koche, mich auf die Porno-Couch setze und eine Arbeit angucke, die zur Probe an der Wand hängt. Ich versuche für mich festzustellen, ob die Richtung stimmt, in die sich das Bild entwickelt. Ich versuche mir gedanklich auszumalen, wie die weiteren Schritte aussehen können. Über ein Ziel, wie es am Ende auszusehen hat, verschwende ich keine Zeit. Eine Kleckserei ist bei mir nie ein Schnappschuss, die Arbeit braucht Tage, Wochen oder gar Monate. Und umso mehr in der Schaffenszeit um mich herum geschieht, umso komplexer wird die Arbeit. Das ist der wahre zeitliche Luxus, den ich mir gönne. Ich unterwerfe mich nicht dem Zwang, fertig werden zu müssen. Dazu fehlt mir der innere Drang. Ich kann mir dafür Zeit lassen und die Zeit nehme ich mir. Ich kann auch sagen, dass ich von vorn beginne oder alles wegschmeiße.
Es kann eine Phase geben, ab der ich kein Grün mehr benutze. Davon muss und gehe ich aus, denn die Entscheidung darüber liegt nicht bei mir. Ich selbst habe nicht hinreichend überzeugende Argumente für das Grün sammeln können. Menschens Wille lässt sich nicht von tausend Wünschen und wunderschönen Gedanken beeinflussen. Also warte ich, wo ich an dieser Stelle nicht warten mag. Lohnt es sich? Grün ist eine Allerweltsfarbe. Sie ist dauerpräsent, denn die Natur ist Grün. Wenige Farbtupfer, die Blüten, signalisieren mehr. Sie locken, wie das Weib. Ohne den Beton um mich herum wäre alles überwiegend Grün. Bliebe das Grün morgen aus, müsste ich wieder zum Grau und den Erdfarben zurückkehren.
„Muss es nicht richtig Weisheit heißen?“
Das treibt mir die Tränen in die Augen
Zugegeben, es ist Sommerloch und da gehen den Schreiberlingen der Qualitätsmedien nicht nur temperaturbedingt die Themen aus. Unsere Mutti Frau Kanzlerin wurde seit Wochen nicht mehr gesichtet, die SPD scheint es noch zu geben und Sahra Wagenknecht macht auf Macron. Da ist Luft in den Spalten und genügend Platz für eine andere Sarah, die vor einem ganzganz bösen und gemeinen Mietnomaden warnt!
Die letztgenannte Sarah hat im vorherigen Jahr geheiratet und wollte, sich auf nur neun Monate andauernde Flitterwochen befindend, ihre schmucke Eigentumswohnung nicht allein und unbeaufsichtigt lassen. Also hat sie nebst Gemahl einen Kurzzeitmieter und zahlenden Wohnungswart gesucht. Angesichts der aktuellen Wohnungsknappheit natürlich wohl auch schnell gefunden. Für läppische 1400 Euro pro Monat durfte der Gefundene (angeblich Betäbungsspezialist mit Kostenübernahmegarantie seines Arbeitgebers) die Wohnung benutzen. So zumindest die Vereinbarung. Doch Kaution und Mietzahlungen blieben – wie blöd auch – aus.