Nippelalarm

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es uns wieder gelungen, Zeit miteinander zu verbringen. Wir unterwegs, per Fuss durch die stockfinstere Nacht. Ganz sozial vernetzt wische ich auf meinem iPhone herum.

„Scheiß Empfang in der Gegend“ unterbreche ich die für einen Städter monotone Geräuschkulisse des Waldes.

Ohne eine Regung starrt sie stur gerade aus. Ich weiß: Irgendetwas stimmt nicht mit ihr! Für mich überraschend mustern mich ihre Augen, kurz und entschlossen: „Mit wem schreibst du dich da?“.

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Mal eben so schwanger

Während ich mich daran mache, die letzten Aufnahmen mit Britta durchzusehen, bittet “HasiDeluxe” via Skype um Kontakt mit mir. Ich kenne kein “HasiDeluxe”! Allein die Neugierde, wer hinter dem Alias steckt, lässt mich die Anfrage bestätigen.

“Hi Grosser. Hier ist Sanny. Wie gehts? Fleissig beim schreiben und fotografieren? :)”

Moment!

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Lieber ein Ende in Farbe

Stell dir vor du tust etwas und keiner bekommt mit, was du getan hast, weil niemand es verstanden hat!

Irgendwie war der Zyklus ‚Freies Rauschen‚ ein Selbstläufer: Eyecatcher aus dem Pornosumpf des Internets fischen, Ebenenakrobatik in Photoshop nach meinem ureigenen ‚Differenzkorn‘-Prinzip, Spielkarten große Ausdrucke, stark vergrößert gescannt und das getunte Ergebnis – frei nach Ruff’s ‚Nudes‘ als ‚meine‘ Kunst angepriesen.

Typisch Eyecatcher: Schnell habe ich die Lust an der Serie verloren. Die anfängliche Gier ist schnell der Langeweile gewichen. Auf Dauer ist und bleibt es immer dasselbe, dem ’notgeil‘ mimenden Weibchen durch weit gespreizte Beine die Mandeln zu begutachten! Ja, ja. Etwas analoges Eigenes ist auch dabei und jedes Ebenensalto ist anders als der davor und danach.

Ich finde ein Ende: Vier entführte und verfremdete Bildchen drucke ich in Farbe, scanne groß das geknüllte Papier und fertig ist der Abgesang! Die Basis der Freies Rauschen-Serie ist und bleibt Fremdzeug, ein Material zu dem ich keinen inneren Bezug habe. Die Idee bleibt, nur eben mit eigenem Kram, der sonst wie schlecht nur nackt sein muss – Proprietäres Rauschen!

Ich habe verstanden, glaub ich zumindest

Was habe ich mir für Gedanken um die mutige Unbekümmertheit der Jugend gemacht. Man kommt wann man will, leidet unter chronischer Selbstüberschätzung, hat immer so viel zu tun, nie Zeit, pflegt Fantasien fernab der Realität. Das alles hat nichts mit jugendlichem Leichtsinn zu tun oder mit dem Fehlen hochnotpeinlicher Erziehungsmaßnahmen. Auch die unnötigen wie trivialen Ablenkungen der Medien, von TV bis sozial, hat alles nichts damit zu tun! Es liegt natürlich auch nicht an den jungen Menschen, die noch Mitte der Dreißiger nach dem Sinn des Lebens suchen. Zu der Erkenntnis bin ich JETZT gelangt. Für mich ist die Schuldfrage vollkommen klar und damit ABSOLUT geklärt!

Um nach der Chemo meine Koordinationsprobleme und den Empathieverlust wieder in den Griff zu bekommen, habe ich mir eine Game Konsole zugelegt und fahre – als real Führerscheinloser – die tollsten Autorennen. Und genau dabei ist mir der Quell des Verderbens unserer Jugend ins Auge gesprungen: Habe ich Koordinationsschwierigkeiten oder raste emotional total aus, begehe einen Fahrfehler und verursache sogar einen Sachschaden, dann spule ich einfach die Zeit und damit das Geschehene ein Stück zurück, korrigiere mein Fehlverhalten und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Nichts kaputt, keiner heult mehr, alles ist von jetzt nach hier vergessen. Was für eine schöne heile Welt, besser als dieser ganze Schlagerscheiß.

Liebe Betroffene! Sorry, aber im realen Leben gibt es keine Zurückspul-Funktion! Wirklich! Das klingt komisch und tierisch doof, ist aber so. Muss ich noch mehr sagen? Eigentlich nicht, hoffe ich!