Gerahmtes Sextett eines Sommers – Der andere Jahresrückblick

Ich tue es wieder: Ein Jahresrückblick verfassen!

Ich gebe den Kühlen, erfolgsverwöhnt und von den Massen geliebt. Ach nein, mit der Masse habe ich es nicht so. Im Strom sich treiben lassen ist einfach und man lernt mehr Leute kennen. Doch alles wird oberflächlich und austauschbar.

Ich gebe lieber den Eigenbrötler, megakreativ und mehr Feinde als Freunde. Ja, die Rolle gefällt mir besser. Wobei das Kreative ja eher eine Mixtur aus Zufall, Geduld und jede Menge Handarbeit ist.

Der Start ins Jahr 2018 war schwierig. Ich fand nicht die Motivation die ich mir erwünscht hätte. Ich griff zum ‚Lichtbildpoet‚ und kam darin auf die Idee mir den MakkerRony BIG DIY Enlarger aufzubauen. Mir wurde – zeitlich parallel – eine große Tasche alter ORWO-Fotopapiere geschenkt und mit einem Mal wollte es wieder laufen. Also die Handarbeit und Kreativität: Ich schöpfte und verkündete den Fotografischen Depressionismus!

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Das FFS-Thema September 2018: Unser Jahresthema und Vorbereitung von Porträtaufnahmen

Am 09. September 2018 findet das nächste Treffen des Fotografischen Frühschoppen von 10 bis 13 Uhr im Wohnfühl-Treff in der Walter-Felsenstein-Straße 13 – 12687 Berlin statt.

Noch haben nicht alle Teilnehmer erste Beiträge zum Jahresthema ‚Jüdische Orte – Jüdisches Leben‘ zeigen können. Bringt bitte eine erste Vorauswahl von bis zu 20 Aufnahmen mit. Im Oktober wollen wir uns Porträtaufnahmen zu wenden. Wir werden über die notwendigen Vorbereitungen reden. Wenn es sich zeitlich Einrichten lässt, dann kommt auch das Modell zum Treffen. Zur groben Planung: Im November werden wir uns mit der Porträtbearbeitung und -retusche in Photoshop/Elements beschäftigen.

Ein Termin abseits des Fotografischen Frühschoppen: Am Freitag den 14. September 2018 ist Ronald ab 12 Uhr beim Fototreff im Wohnfühl-Treff und wird Fragen zum Thema Ebenen in Photoshop/Elements beantworten.

Fragen zur Teilnahme, zum Thema oder einen Monatsthema-Wunsch?
Nutze die Kontaktmöglichkeiten (siehe rechts oben) um Ronald eine Nachricht zu senden!

Warum ich meinen eigenen Stil erfinden musste

Blicke ich zurück in meine Kindheit, da waren die Schinken der Berg- und Tallandschaften, röhrende Hirsche oder das Segelschiff in rauer See. Die Motive waren und sind auch heute noch für mich grauenhaft. Was mich aber an den Meisterwerken aus einer Hinterhof-Massenproduktion fasziniert, ist die unruhige Malweise im Detail und doch das erkennbare Motiv auf Distanz. So grausam kitschig das Motiv auch war und ist, ich konnte mir es trotzdem ansehen. Im Bezug auf solch Wohnzimmer-Meisterwerke sprach Horst Lichter in ‚Bares für Rares‘ von der Stilrichtung des Depressionismus und der Begriff trifft es auf den Kopf: Im biederen Ambiente an die Wand – über der gemütlichen Couch – genagelte Sehnsüchte!

Bei manch moderner, in den sozialen Sammelpunkten hochgelobter Arbeit, schmerzt mich der ebenso kitschige wie klischeebehaftete Inhalt umso mehr. Pseudo HDR, explodierte Farbeimer und eine unerträgliche Schärfe sind nicht nur eine Beleidigung menschlichen Sehens, dieser Schund und Schmutz der Fotografie ist eine regelrechte Vergewaltigung des Betrachters. Ich sehne mich nach der Imperfektion, danach dass der sogenannte Fotograf bereit ist, die brachiale Präzision und nahezu unendlich steile Schärfe aufgibt. Der Vortänzer einer Meisterklasse, ohne selbst Lehre und Lehrbefähigung zu besitzen, soll nicht dem Betrachter möglichst alles vordenken, nur weil dieser keine Zeit zum Sehen und Denken hat. Kunst lebt von Emotionen, die gibt es jedoch nicht als Instantsuppe ohne kochendes Wasser und mit dem Schneebesen aufgeschlagen. Kunst muss Fragen stellen, muss sich deshalb aller möglichen Facetten bedienen.

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Skizzenbuch – Das Erste und weg

Als kunstinteressiertes Überwesen weiß man, dass sich der Bildschaffende mittels Skizzen einem Werk genähert hat. Heute, im Husch-Wisch – Zeitalter der flinken Finger und kostenlosen Apps, hat man solch antiquierte Arbeitsweise nicht nötig. Das geht mit ein paar Fingertipps, noch zwei volle Silikon-Möpse zeigen, viel Filter, noch mehr Farbe und schon kriegen sich die Solosex-Praktiker nicht mehr ein. Was will ich da mit einem Skizzenbuch? Auch noch als semi-berufener Lichtbildner?

Notizen machen!

Für den Quatsch nutze ich mein Tablet. Da tippe ich hinein, was ich gleich eben wieder vergessen könnte. Vorausgesetzt, ich vergesse es nicht mir etwas Wichtiges zu notieren oder mir in der Hektik einer Dunkelkammerschlacht die Zeit fehlt, mir eine Notiz zu machen. Oder ich bin einfach zu faul zum Notizen.

Durch die Spielerei in der Dunkelkammer entstehen Abzüge, die erst noch aufgewertet werden müssen. Oder sie, die Abzüge, müssen noch eine Weile liegen, damit ich eine Beziehung dazu aufbauen kann. Manchmal fällt mir auch nichts ein, was ich mit dem temporären Schrott oder Abfall noch anstellen könnte. Im Laufe der letzten Jahre habe ich es mir angewöhnt, den Zwischenschritt-Bildern als auch mir persönlich Zeit zu geben. Das war nach der Chemo-Therapie schwer, stand ich doch unter dem Eindruck, womöglich nur noch wenig Zeit zu haben. Entsprechend verkrampft und kompliziert war meine Rückkehr in die kreative Rolle.

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Zwei neue Fotografische Rezepte erschienen: Scannen von Fotos, Drucken und Negativen

In Vorbereitung unserer ersten Ausstellung ‚Zeit?‘ ergaben sich Fragen zum Scannen von Fotografien und gedruckten Bildern. In den beiden anschließenden Treffen haben wir uns mit ein paar Grundlagen und den Basiseinstellungen vertraut gemacht. Ein paar der gestellten Fragen sind in diesem Rezept noch einmal beantwortet. (Link direkt zu diesem Fotografischen Rezept)

Auch wenn es kein direktes Thema war: Vorsorglich greife ich das Thema ‚Scannen von Negativen‘ auf. Es vertieft das Fotografische Rezept Nr. 11 und gibt ergänzende Hinweise zum Scannen der kleinen Filmabschnitte vom Roll- oder Kleinbildfilm. (Link direkt zu diesem Fotografischen Rezept)

Link zur Seite mit den Fotografischen Rezepten!

Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!