Vephota Reihe

Ich war für ein paar Monate mal wieder in der Bucht unterwegs. Gute Angebote, altes abgelaufenes Fotopapier zu angemessenen Preisen zu ergattern sind rar geworden. Das gilt insbesondere für Papiere in meinen favorisierten Formaten 13 x 18 und 18 x 24 cm. Weshalb ich mich so festlege … keine Ahnung. Es ist halt so. Bei einem Pack orthochromatischen Planfilm für meine 13 x 18-Holzkamera konnte ich nicht widerstehen. Hätte ich geahnt, dass die Nummer eine Odyssee wird, hätte ich meinen Kaufrausch irgendwie unterdrückt.

Und da war noch so ein Angebot, wo ich nicht widerstehen konnte: 13 x 18 cm Vephota. Da dieses seltene Fotopapier einen chamoisfarbenen Träger besitzt, dachte ich sofort an meine NegaPos-Ambitionen. Wenigstens lief hier die Order und Lieferung glatt. Schon bald ergab sich eine Gelegenheit, ein paar Bögen des Vephota-Fotopapiers durch meine Holzkamera zu ziehen. Während ein Bogen ein erstaunlich gutes Ergebnis abliefert, zeigt der nächste Abzug krisseliges Allerlei. Erst habe ich die lange Handhabzeit unter Rotlicht im Verdacht, komme aber bald von dem Gedanken ab: Manch Bogen liefert das effektvolle surreale Ergebnis.

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25 Blatt für Meister Blitz – Update

oder: Sie nannten ihn den Schenkelspreizer

Neben den alten Fotoplatten habe ich in meinen Fundstücken auch eine Reihe Negative auf Film. Mittlerweile ist alles sortiert: Das Sujet Mensch interessiert mich in den Fotografien mir unbekannter Fotografen. Unter den unzähligen Aufnahmen befinden sie auch einige Aktfotografien. Die Meisterwerke habe ich mir (fast) zuerst vorgenommen, in meinen DIY Vergrößerer gelegt und auf 18 x 24 cm uraltes ORWO-Papier abgezogen. Passender wäre 13 x 18 cm gewesen. Ich muss die Strategie mit Filmnegativen unbekannter Fotografen und eine Vergrößerung überdenken. Da sollten 10 x 15 cm reichen und nur wirklich gute Fotografien werden groß abgezogen.

Was mir bei den etwas mehr als 75 Akt-Erotik-Fotografien auffällt: Der Meister hinter der Kamera muss primär schwanzgesteuert ans Werk gegangen sein. Ich greife wahllos in das kleine Sammelsurium und in der Hälfte der Aufnahmen reissen die Modelle ihre Schenkel auseinander oder zeigen ihren prallen Hintern. Lebt Meister Blitz noch und ist er heute digital unterwegs? Ich hätte eine Idee für ihn: Eine schöne strahlungsintensive LED-Taschenlampe anschalten und dem Modell richtig tief in den Mund gesteckt. Wenn die Dame jetzt die Beine schön weit auseinander spreizt, dann müsste es am Ende des Vaginatunnels hell leuchten. Vielleicht noch Licht im Homestudio ausmachen, dann sollte es auf alle Fälle klappen.

Für diese Fundstücke müsste ich die Kategorie ‚Analoger Amateur Porn‘ schaffen. Man kann anhand der Bilder eines Fotografen sehen, wie seine emotionale Bindung zum Sujet ist. Vielen Berufsfotografen ist es völlig egal, was sie fotografieren. Sie tun es handwerklich gut, aber es ist kein Funken Liebe in den Bildern. Präzision und Perfektion versus einer kleinen Zuneigung. Es wird sich weder um das Hauptmotiv noch um das Ambiente gekümmert. Hauptsache die Bilder sind schnell im Kasten, ein bisschen Adobe Lightroom und fertig.

Mein Meister Blitz – er selbst würde sich sicherlich als einen ganzganz großen Profi sehen, hatte alle Top-Modelle vor seinem Blitzgerät gehabt und hat den Görls Modellen gezeigt, wie das harte Model-Business wirklich funktioniert. In Wirklichkeit dienten seine Opfer wohl eher nur als reine Wichs Solosex-Vorlage. Highlights der kleinen Perversitäten: Da sind zum Beispiel die Pseudo-Lesbenspiele. Oder die Dame, die scheinlasziv im Bett liegt und ihre Beine weit auseinander reißt. Die eine Hand ist im Schritt abgelegt, die andere ihre Brust haltend. Sie schaut zur Decke und sollte für den Starfotografen bestimmt so spielen, als erwarte sie den göttlichen Besorger und Beglücker. Es könnte auch sein, dass ihr Blick bedeuten soll: ‚Wann ist der Spanner endlich fertig‘. Seinem Namen alle Ehre machend, blitzt Meister Blitz in Richtung der offenliegenden Scham. Hat er dem Model wenigstens vorher Sonnencreme gegeben? Bei dem Geblitze hatte die Gute bestimmt einen Sonnenbrand im Genitalbereich. Kopfkino um angebrannte Schamlippen.

Mich hat diese platte Ablichten schon immer geärgert, vor allem weil diese lautstarken Großmeister sich für die Elite halten. Diese ‚Wut‘ hat mich zu dieser digitalen Arbeit angeregt, entstanden im Mai 2008.

Herr Fotograf und sein Modell

Titel: Herr Fotograf und sein Modell
(c) 2008 Ronald Puhle

Es gibt verschiedene Versionen dieser Szene, einige haben zur Diskussion mit dem Modell und meinem Busenkumpel geführt. Ich kann bis heute die Argumente verstehen, für mich aus ‚künstlerischer Sicht‘ musste die Aufnahme so sein. Die besonders heftig kritisierte Version, in der das Modell angewidert zur Seite schaut, habe ich nicht veröffentlicht. Hier ist eine Variante in einer Langzeitbelichtung zu sehen.

Meister Blitz, von seinen Fotokumpels bestimmt ‚Der Schenkelspreizer‘ genannt, lässt seine Modelle zeigen, was sie zwischen den Beinen haben. Selbst der Küchentisch muss als Gymnastikunterlage herhalten. Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass die eine oder andere Aufnahme, allerdings im klassischen Stil des Aktportraits, gelungen ist. Ansonsten ist das, was er gemacht hat, plumpes Amateurgetue, Weibchenakrobatik und Hilfspornographie. Ich möchte mir hiermit keinen Heiligenschein aufsetzen. Nur wenn es dazu kam, dass das Modell und ich Aufnahmen in Richtung Erotik und mehr machen wollten, dann musste das Spiel mit Mimik und Gestik gut geschauspielert werden. Oder eben real sein. Nur solch ein liebloses Scheingetue, da ist mir jede Aufnahme zu schade.

Nach und nach wird es im Rahmen des Lichtbildpoet-Projekts ein paar der Aufnahmen hier zu sehen sein. Diese Aufnahmen sind neuzeitlicher als das, was bisher in den Fundstücken zu sehen ist. Meister Blitz gönne ich eine ORWO-Fotopapierpackung mit 25 Blatt. Dann ist Schluss der Ehre. Ich überlasse die Wertung der fotografischen Leistung dem kompetenten Leser. Vielleicht werden nach meinem Ableben meine Negative auch an Zahlende weitergegeben und es wird sich jemand finden, der über mich und meinen Dilettantismus herzieht. Gott sei Dank brauch ich das dann nicht mehr lesen müssen.

Update April 2020
Im Rahmen der Vephota-Reihe ziehe ich weitere Fundstücke des ‚Meister Blitz‘ ab. Meine negative Meinung über den ‚Fotografen‘ verfestigen sich immer mehr: Seine Fotografie bestand aus einem festen Posenkatalog, den jedes Modell abzuarbeiten hat. Sein treuer Begleiter ist das Blitzlicht. Die Mimik der abgelichteten Frauen interessiert ihn nicht. Vielleicht war Meister Blitz Fleischbeschauer beim Veterinäramt. Anders ist das, was er getan hat nicht zu erklären. Die Frau kann er nie geliebt haben, für ihn ist das Weibchen fickbare Bückware. Eines fällt mir auf einem Bild auf: Merkwürdige Kästen mit Nummern (Briefkästen?) und eine Tür mit kyrillischen Schriftzeichen. Sind die Aufnahmen in Osteuropa gemacht worden?

Lichtbildpoet reaktiviert?!

Machomodus an!

Ich sehe mich ja schon zu Höherem berufen. Bin kein weichgespülter Typ wie all diejenigen, die heute so als ‚Mann‘ rangezogen werden. Deshalb käme ich auch nie auf den Gedanken, mich Lichtbildpoet zu nennen. Der Alias ist doch was für Weichflöten, Warmduscher und Frauenversteher. Der Alias Lichtbildpoet fiel mir zu, weil jemand den Lichtbildprophet nicht richtig gelesen hat. So entstehen Legenden, so funktioniert Leben: Ein Zahnrädchen ist nicht in der Spur, nimmt seine Rolle nicht richtig wahr und schon werde ich verbal zur heulenden Pussy degradiert.

Machomodus aus!

In der Tat entstand dieser weitere Alias für mich aus dem Flüchtigkeitsfehlers eines Besuchers. Lichtbildpoet war domaintechnisch nicht besetzt, also adoptierte ich den Begriff. Für eine Weile ruhte der See (die Domain) still vor sich hin, bis ich den Lichtbildpoet mit meinen Aktivitäten rund um uralte Negative verband: Ich interpretiere vom Negativ Momente unbekannter Fotografen nach meinem Gusto. Hauptsächlich verwende ich alte Glasnegative, später kommt altes Filmmaterial dazu.

Dieses Projekt Lichtbildpoet war für mich der Versuch einer Motivation. Nach dem Ende der Chemotherapie und dem beruflichen Wiedereinstieg lief alles andere nur schleppend an. Ich erinnere mich an ein Geschenk alter Glasnegative. Das war bereits Jahre her. Jetzt kam eine große Einkaufstasche mit altem ORWO-Fotopapier geschenkt dazu. Darin waren auch Papiergrößen, die ich sonst nie nutzen würde. 9 x 12 cm Glasnegative und das passende Fotopapier: Ich fertige Kontaktkopien auf abgelaufenem ORWO-Fotopapier an. Lithentwicklung. Nach und nach erweitere ich meinen Bestand um Negative weiterer unbekannter Fotografen. Es ist so spannend den vergangenen Momenten anderer ein neues Bild zu geben und ausgemustertes Fotopapier, Jahrzehnte alt, doch noch verwenden zu können. Ich könnte der Erfinder der Nachhaltigkeit sein.

Irgendwann wuchs der Wunsch in mir, zumindest die 9 x 12 cm Glasnegative auf größeres Papier zu ziehen. Also kaufe ich eine 9 x 12 cm-Plattenkamera und baue diese zum DIY-Vergrößerer 13 x 18 cm um. Was ich weiss aber noch nicht ernsthaft in Betracht ziehe: Die alten Fotos auf Glasnegative sind nur für Kontaktkopien gemacht. Zwar gibt es zur damaligen Zeit des Entstehens der Aufnahmen auch ‚Vergrößerungen‘, doch sie gehen nicht über den Faktor 1,5 hinaus. In der Kontaktkopie wirken alte Glasnegative knackig scharf, in der Vergrößerung jedoch butterweich. Und so gebe ich recht schnell die Vergrößerung der alten Aufnahmen wieder auf, verwende das Charakterschwein in Gestalt des Selbstbau-Vergrößerers für meine eigenen Kleinbildaufnahmen. Außerdem steigere ich die Abzugsgröße von 13 x 18 cm auf 18 x 24 cm. Der Lichtbildpoet als Motivationsinitialzündung zündet und ich taufe diese meine imperfekte ‚Handschrift‘ als den Photographischen Depressionismus.

Seit Mitte 2018 liegt das Projekt Lichtbildpoet brach. Ab dem Moment sehe ich keinen Grund, fremdes Negativmaterial zu Bildern zu machen. Es ist spannend, aber auch mühsam. Die alten Glasnegative müssen einzeln durchgesehen werden und vertragen mal eine Reinigung. Ursprünglich wollte ich eine kleine Ausstellung mit den ‚Fundstücken‘ machen, doch ich komme irgendwie davon ab.

Eine liebe Freundin bekundet vor Kurzem Interesse an den alten Glasnegativen. Wir kommen sogar kurz dazu ein paar Kontaktkopien anzufertigen. Ja, das Thema Fundstücke und Lichtbildpoet bleibt spannend für mich, andere Dinge sind für den Moment und mich viel aufregender. Dazu gesellt sich auch das aktuelle Unwesen um den Verkauf alter Originalnegative. In der Bucht werden für 0815-Motive Mondpreise verlangt. Einzelstück. Was da als Akt deklariert wird, sind posende Frauen in Winterkleidung. Dann kennen die Profi-Verkäufer den Unterschied zwischen Negativ und Positiv (Dia) nicht. Dazu kommt abfotografiertes Bildmaterial, Billig-Reproduktionen und liebloses Standardgepose. Eben die ganze Welt der großen Könner.

Lasse ich den Lichtbildpoet wie Phönix aus der Asche auferstehen? Nein, es ist ein kurzes Aufflammen. Für mehr wird es nicht reichen. Ende letzten Jahres habe ich einen Teil des alten Fremd-Filmmaterial entsorgt. Wenn ich Lichtbildpoet spiele und die Fundstücke zu Bildern mache, dann bitte nur im Sujet Menschenfotografie. Alles andere ist für mich nicht von Interesse. Wenn ich wieder in ein Motivationsloch getapst bin, dann hole ich die Filmstreifen raus, lege sie in meinen Selbstbau-Vergrößerer und ziehe davon ab. Es werden auch ein paar neuere Aufnahmen dabei sein, Nimmersatt-Posing bis plumper Amateurpornografie im Stil der ‚Das Heimliche Auge‘-Jahrbuchreihe. Die Glasplatten sind irgendwie später vielleicht mal dran. Vielleicht.

Engere Kreise

Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann bin ich 2014/2015 das letzte Mal mit einer kleinen Einzelausstellung an den Start gegangen. Ich weiß, dass ich im Anschluss mir vorgenommen habe, vorerst nicht mehr als bebilderter Solist aufzutreten. Stattdessen schustere ich einzelne Aufnahmen für verschiedene Gruppenausstellungen bei, die die perfekte Ruhe der Digitalfotografen stören und an ihrer präzisen Bequemlichkeit rütteln sollen. Ich bin gerne ein Störenfried in der Kunst, die mir zu sehr von der Masse und dem Politische Mitte-Gleichschritt dominiert wird. Wenn sogenannte Künstler an elitären Orten hausieren und auf der Suche nach staatlich finanzierten Projekten sind, dann summen sie die Lieder ihrer Gönner. Das ist keine Kunst, dass ist Ideologie und Propaganda.

Am 26. März diesen Jahres soll die fast fünfjährige Abstinenz ein Ende haben. Als der Termin fix war, hatte ich auch gleich meinen ‚Projekttitel‘. Vieles hat heute einen ‚Projekttitel‘, warum auch immer. Am Anfang ist das Projekt eine Idee. Soll ein Titel der Idee mehr Gewicht, übermenschliche Bedeutung verleihen? Oder ist das alles nur Schall und Rauch, die Luftpumpe um aus der Mücke einen Elefanten zu machen?

Mir geistert ‚Alles muss raus‘ durch den Kopf. Unmotiviert und doch über lange Zeit präsent.

Am Ende der Chemotherapie, ich war noch nicht wieder im Dienst, habe ich begonnen aufzuräumen. Vieles schmiss ich weg, weil es für mich keinen Sinn ergab die Dinge aufzuheben. All dieser Unsinn muss raus, quasi eine Chemotherapie für meine Vergangenheit. Ich kann und will sie nicht löschen, doch sie muss auch nicht wie ein stinkender Haufen Hundescheiße an meinem Hacken kleben. Sechs Monate Chemotherapie – sechs Monate lang wird in meinem Körper die Neubildung von Körperzellen verhindert. Damit sollen die Krebszellen eliminiert werden. Ein Spiel mit dem Risiko für mehr Lebenszeit, wo die Alternative nur Tod heißt. ‚Alles muss raus‘, selbst die kleinste Krebszelle muss abgetötet werden. Erst dann habe ich meine dritte Chance.

Die fünf Jahre Abwesenheit als Einzelkünstler war zum überwiegenden Teil der Versuch einer Selbsttherapie: ‚Alles muss raus – Der Versuch einer Selbsttherapie‘. Ja, ich musste mich aus ein paar Löchern ziehen. Ich musste aber auch meine Geschwindigkeit bremsen um zu erkennen, dass ich nur mit Zeit etwas schaffen kann, was mich zufrieden macht. Wieviel Zeit habe ich noch, was kann ich in ihr schaffen? ‚Du musst zum Psychoonkologen!‘ sagt Gandalf zu mir. Seine Worte klingen logisch. Ich schaue mich um und je mehr ich über diese Disziplin der Medizin etwas erfahre, umso mehr fühle ich mich davon abgestoßen. Ich möchte nicht im Kreis der Betroffenen meine Wunden lecken. Das macht mich irre und im Kopf erst recht krank. Ich durchdenke Gandalfs Hinweis und suche mir einen eigenen Weg.

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Ade Fujifilm, ade instax

Ich habe alle instax-Kameras aus meinem Waffenschrank verbannt!
Einfach rausgeschmissen und verschenkt.
Inklusive unbelichtetem Sofortbildmaterial.

Es war eine Spontanentscheidung.

Jedesmal, wenn ich im Atelier an den Kühlschrank gehe, sind mir die Sofortbild-Pakete von Fujifilm aufgefallen.
Die für die instax-Reihe und das Trennbildmaterial FP-100 C und FP-3000 B. Die beiden Letztgenannten möchte ich irgendwann in nächster Zeit nutzen. Definitiv. Der letzte Einsatz war in Basel, das ist mittlerweile auch ein paar Jahre her und wird sich wohl nicht mehr wiederholen. Es ist so eine explosive Mischung aus ‚Ich war jung und brauchte das Geld‘ und ‚Mein neuer Freund möchte das nicht‘. Ich könnte in solchen Momenten an die Decke gehen.
Die für Trennbildmaterial erforderlich Kamera, die Polaroid Land Camera 250 Automatic, ist hinsichtlich ihrer Spannungsversorgung umgerüstet. Was fehlt: Das ultimative Sujet, Motiv und oder die zündende Idee, die letzten Bildchen mit diesem Aufnahmemedium und -verfahren zu machen.

So schön es ist, dass Fujifilm die instax-Reihe betreibt und mittlerweile auch Schwarzweiss-Material angeboten wird, so sehr widert mich die Größe als auch die Perfektion des Materials an. Dazu das Verkitschen der Rahmen um ein Sofortbild, ich verstehe diese Welt nicht mehr. Ich weiss, der Rahmen um ein Bild ist wichtiger als das Bild selbst. Das diesen Blödsinn Polaroid Originals auch noch mitmacht verstehe ich nur dahingehend, dass der Unsinn schon bei the impossible project begonnen hat. Und trotz ständiger Weiterentwicklung bleibt das Polaroid Originals-Sofortbildmaterial meine erste Wahl, weil genug weit weg von Perfektion.

Sicherlich hätte ich das ganze instax-Zeugs für ein paar Euro verticken können.
Die Kameras vom Wide- bis Miniformat waren kaum benutzt.
Ich habe aber keine Lust auf ebay oder so:
Für eine ‚Zweit‘-Holzkamera als Ersatzteilspender musste ich mich wieder in die Bucht begeben. Spaßeshalber, suchtgetrieben, rufe ich überlagertes ORWO-Material auf, schaue was alte Negative kosten sollen und falle vom Vernunftsglauben ab. Stellenweise habe ich den Eindruck, dass des lieben Geldes wegen selbst von Negativen Kopien angefertigt werden, die ich dann teuer kaufen soll. Dagegen ist das dilettantische Abfotografieren alter Aufnahmen quasi ein Kavaliersdelikt. Lieblos trotz Bekundung, es handle sich um ein ‚tolles Negativ‘. Der lebendige Beschiss, der den Unterschied zwischen Dia und Negativ nicht kennt. Zumindest sind die Fälscher bei Abzügen so ehrlich und reden von einer Reproduktion. Das heutige Material macht die vorgetäuschte Ehrlichkeit notwendig.

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