Jean Bali an Ronaldo: ‚Ich hoffe, Sie haben meine vorherige Nachricht vom 02/03/2020 erhalten?‘

Es gibt Zeitgenossen, dessen Lebensinhalt besteht eigentlich nur darin, Fragen aufzuwerfen. Die Frage, warum sich der Homo digitalis Jean Bali zum Zeitdieb aufschwingt. Und Energieverschwender. Der müsste solange mit Greta Thunberg rummachen, bis ihm die Lust am Zeit stehlen und Klima schänden vergangen ist. Für immer. Und ewig. Dann sollten Jean’s nächste Mails mehr Inhalt als wie ohne bisher haben. Tun. Was wo gibt.

Zitat Anfang
Diese E-Mail hat keinen Inhalt.
Zitat Ende

Pläne für den Haufen, einmal rüber bitte!

In der Bucht ergattere ich eine Packung 13 x 18 cm-Fotopapier von Wephota (nicht Vephota). Chamoisfarbenes Papier. Total old school und damit tierisch Vintage. In erster Linie habe ich im Kopf, darauf meine Negapos zu fotografieren. Der erste Versuch einer Langzeitbelichtung von einer Minute und anschließender Lith-Entwicklung klappt, beim zweiten Mal ziert das Bild grobes Korn, selbst an unbelichteten Stellen. Erst habe ich im Verdacht, dass das Papier zu viel Rotlicht gesehen hat. Ein paar Wochen später, ich ziehe Fundstücke vom Kleinbildfilm auf 13 x 18 cm ab und vergesse, dass es das Wephota-Papier ist, geschieht dasselbe. Ich kapiere jetzt, dass das nichts mit dem roten Licht zu tun hat. Es ist das Papier, dass Altersspuren zeigt. Damit ist klar: Das Wephota-Fotopapier in Chamois stifte ich dem Lichtbildpoet-Projekt und erhoffe mir den einen oder anderen Ausreißer.

Die nächste Planänderung: Eigentlich sollte ich ab dem 26. März 2020 in der Geschäftsstelle meiner Wohnungsgenossenschaft ausstellen. Nach fünf Jahren mal keine Gruppenausstellung. Ich jetzt ganz alleine. Anfang März frage ich nach, ob es dabei bleibt … und man hat mich nicht mehr auf dem Schirm. Ich könnte ab dem 26. März zwar was zeigen, nur ohne Eröffnung und dem ganzen Tamtam.

Na ein Glück, dass ich für die Woche um den 26. März Urlaub geplant und beantragt habe, ihn auch nehmen werde. Dann muss ich mich also nicht um die Bilder, das Rahmen und Hängen derselbigen kümmern. Ich hätte vielleicht stattdessen jetzt Urlaub und könnte mich vor dem Coronavirus im Atelier verstecken. Gewählte Selbstisolation. Wenn ich denn dieses Jahr noch ausstelle, dann soll es – muss es mit Vernissage sein – ab dem 23. Juli 2020 sein. Ich akzeptiere die Planänderung.

Ach ich könnte das imperfekte Wesen Mensch heftigst knuddeln. Wegen der an den Tag gelegten und gepflegten Lieblosigkeit. Geht es um den eigenen Belang, der Lieblosmensch ist vielmehr mit Engagement und Herzblut dabei. Aber so, es geht ja nur um das überkreative Dickerchen und der reagiert sich schon wieder ab.

063_2020

Fundstücke - Angenommen

Angenommen (aus dem Zyklus ‚Fundstücke Meister Blitz‘)
Nr. f_0163
Fotopapier: ORWO, 18 x 24 cm
Entwicklung: Abzug DIY Vergrößerer, Lithprint, 2020
(c) 2020 Ronald Puhle a.k.a. Lichtbildpoet
Informationen zur Urheberschaft und dem Projekt ‚Lichtbildpoet

Sich ungeschützt durch die Welt vögeln, wegen dem Coronavirus jetzt Mundschutz tragen.

Jedes Jahr erkranken in der Bundesrepublik ca. 500.000 Menschen an Krebs.
Das sind etwa 1350 Neuerkrankungen pro Tag.
Glaube ich der Statistik, werden zwei Drittel (ca. 820 Menschen) diese Erkrankung langfristig (fünf Jahre und mehr) überleben.
530 Menschen am Tag werden ihrer Krebserkrankung erliegen.
In Sachen Krebs lese ich nur vom Schock, nichts von Hysterie, Panik, Hamsterkäufe oder gar Isolation. Geschweige denn, dass die Ursachen für Krebserkrankungen ernsthaft angegangen werden.