Auf ein weiteres Wort zum Sonntag, jeden Samstag neu und klarmobil klar:
Medien an.
Dramaschockwumms um Makkerrony: „Ich leide unter einer reaktiven, histrionisch gefärbten Anpassungsstörung mit intermittierender Belastungsreaktion!“
Da der Durchschnittsbürger vergessen hat, wie man sich in der Gemeinschaft eines öffentlichen Verkehrsmittel benimmt, schließen die Berliner Verkehrsbetriebe die Bildungslücke mit hilfreichen Durchsagen. So weit, so gut. Das SAT1-Frühstücksfernsehen „testet“ die Belastbarkeit der Berliner und seiner Gäste, kommt zum Schluß, dass nur wenige Fahrgäste etwas gegen die testende Radautüte, äußeres Erscheinungsbild Frau, unternommen oder gesagt haben. Umkehrschluß: Die Ansagen sind übertrieben, denn der in Berlin Öffentlichreisende kann laute Telefonate und mobile Unterhaltung ab. Es ist wie mit den Piktogrammen an der Eingangstür zur Tram: Essen und trinken nicht erlaubt und trotzdem gleicht die Bahn einer rollenden Imbissbude. Warum also Rücksicht nehmen? Spielt weiter Wildsau, pflegt euer Ego, aber wundert euch nicht, wenn eine scheinbar harmlose Situation eskaliert.
Was ist heute noch harmlos?
Märtyrer der Wahrheit?
Märtyrer einer der Wahrheiten!
Warntag.
Was soll ich tun, wenn kein Warntag ist und ich gewarnt werde?
Ahnungslos.
Klar.
Mit den Warnungen ist es wie mit den Benachrichtigungen: Sie nerven, denn es gibt sie zuhauf und gefühlt benachrichtigt/warnt heute jeder wegen belanglosen Dingen.
