Nach einer sehr langen Pause in den asozialen Medien, habe ich beschlossen, mein fotografisches Glück in den Online-Gemeinschaften 500px und Fotocommunity zu suchen. Als analogfotografierender Halbgott und Photoalchemist ist mir vollkommen klar, dass ich in dem erlauchten Kreis der digitalen Vollzeitpropheten ein steinzeitlicher Aussätziger bin. Wie hat es mein Ex-Busenkumpel in Worte gefasst: Meine Art zu fotografieren ist zu besonders geworden und trifft nicht die hohen Erwartungen zeigefreudiger Frauen. Ich verstehe seinen Hinweis und doch gab es bisher die eine oder andere junge Dame, die genau diese andere Art der Fotografie von mir wollte. Ein besser motiviertes Fotomodell kann ich mir nicht wünschen. Nur scheinen diese Ausnahmen von der Regel, genauso wie experimentierwütige Analogfotografen wie ich einer bin, auszusterben.
Kategorie: Traktate
Kurze Abhandlungen über ein fotografisches Thema – Niveauvolle Worte ohne den Zusammenhang mit einem Lichtbild aus meinem Schaffen
Die Bilder der Anderen
Nein, es geht mir nicht darum, wie gut oder wie schlecht andere Menschen Bilder malen oder fotografieren. Den Schwanzlängenvergleich habe ich schon vor Jahren aufgegeben. Entweder gibt es Bildwerke, die mich ansprechen und nicht nach einem gewissen Moment langweilen, oder es gibt Bilderwerke, die nichts sagend und leicht zu vergessen sind. Ich mag keine lauten Bilder, der Neudeutsche sagt wohl eye catcher dazu. Mich sprechen ruhige, eher klassische Bilder an. Es muss kein schneller, höher, weiter oder alles zu sehen sein.
Nein, es geht mir nicht um ein Pastiche oder eine anderweitige Art des Nachäffens. Ich möchte nicht – was in meinem Auge – Besonderes nachahmen oder kopieren. Über die Jahre war es immer so, dass ich Etwas tat und man mir sagte, mein Ergebnis sehe nach Künstler X oder Y aus.
Das war es dann mit 2025
Alle 2025 verschossenen Filme sind abgezogen. Zwischen überlagerten Fotomaterialien habe ich ein paar alte, noch nicht katalogisierte Sofortbilder gefunden. Eines trägt auf der Rückseite die Jahresangabe 2010, ein anderes 2011. Zeit ist so leicht flüchtig. Durch die aktuelle Modellflaute dachte ich anfänglich, nur ein paar hundert Aufnahmen auf Papier bringen zu können. Doch die Perle und ich können uns zu ein paar Fototouren aufraffen. Am Ende werden es dann doch über 1300 Bilder, die ich dieses Jahr geschaffen habe. Erstaunlich, wie das Gefühl widerrechtlich über das Wissen triumphiert.
Neuer Unrealismus des fotografischen Depressionismus
Das Atelier in der Wohnung verwirrt mich. Gut ist: Wann und wenn es mir beliebt, kann ich darin arbeiten und manchmal ist es auch an dem so. Um ins Atelier zu kommen, muß ich nicht mehr bei Wind und Wetter auf die Straße. Schlecht ist: Ich bin zu nah am normalen Leben – Alltag genannt – dran und irgendwie fehlt die Zeit und Abgeschiedenheit, sich auf die kreative Arbeit einzulassen. Theoretisch habe ich an meiner Work Life Balance geschraubt, praktisch kommt bei mir nichts davon an. Als größter Störenfried entpuppt sich die Fahrtzeit hin zur und von der Arbeitsstelle. In Summe über zwei Stunden sind bei sechs Stunden Arbeitszeit ein ziemlicher Wumms im Vergleich zu einem acht Stunden Arbeitstag.
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Brief weg, na und?!
Liebe Deutsche Post!
Ich finde es total toll, dass ihr mich in eurer App über eingehende Briefsendungen informiert. Total Scheiße finde ich, dass der Zustellungsbeauftragte zu dämlich ist, die Briefsendung denn auch wirklich in den Briefkasten zu werfen. Noch größere totale Scheiße ist, dass ich in eurer App mit Briefsendungsankündigung nicht direkt die Möglichkeit habe, euch die Briefsendung als verloren gegangen zu melden. Für den megaseltenen Fall, ein Brief geht verloren, wäre es ebenso hilfreich, den Scan der Sendung als Bild zu speichern, um ihn euch digital als verloren um die Ohren zu hauen. Geht nicht. Stattdessen werde ich von eurem tollen Automatensupport zwecks Nachforschung auf eine Webseite verwiesen, wo es mir beim besten Willen nicht möglich ist, die erforderlichen Fragen zu beantworten. Ich gratuliere der Deutschen Post zu dieser perfekten Kundenabwehr. Man merkt euch richtig die Liebe an, mit der ihr euren Job nicht gerne macht.
Danke
UPDATE
Bis heute bleibt der Brief verschwunden. Wenigstens hier ist auf die Deutsche Post absolut Verlass!