Was macht Imperfektion für die Bildgestaltung, für die Gestaltung des Lebens insgesamt so bedeutend? Diese Frage stelle ich mir immer wieder, nicht so sehr in Sachen Kunst, vielmehr bezogen auf das Leben. Dazu muss man sich als Menschenfotograf nur das Beziehungswesen zwischen Frau – Frau, Mann – Mann und Frau – Mann ansehen. Nicht selten stelle ich mir die Frage: „Wie können die beide nur zusammensein? Liebe ist es nicht, was man da praktiziert!“
Kategorie: Traktate
Kurze Abhandlungen über ein fotografisches Thema – Niveauvolle Worte ohne den Zusammenhang mit einem Lichtbild aus meinem Schaffen
Über meine Gutschlecht-Stärke im Bild und Wort
… oder: Wie der Gedanke, sich experimentell dem Lichtbild zuzuwenden mein Leben verändert hat, ich sogar zum Lichtbildpropheten wurde!
Mythos, Hörensagen oder was auch immer: Zwei Dinge geistern mir beim Bruch mit der modernen Fotografie im Kopf herum. Da ist zuerst die schmerzliche Erkenntnis, wie fehlbar und hochgradig unvollkommen der Mensch ist. All sein Beteuern von Stärke, Liebe, Treue und auf Immer und Ewig ist so etwas vom Arsch. Was Mensch kann ist ein perfektionistischer Egoist sein, genauso wie seine Fähigkeit, den idealen Terrorzwerg zu geben, geht es um seine Sicht auf die Welt. Das Mensch, der unangefochtene Führer, dem jedes Mittel Recht ist. Meine Konsequenz: Ich möchte in meinen Bildern düster und unpräzise sein. Die Digitalfotografie macht es mir schwer. Gutunscharf fotografiert werden will gekonnt sein. Doch wie soll ich es anstellen, wird die mir verkaufte Technik vom Fanatismus höchster Schärfe getrieben.
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Zwei mal drei Traktat – Bildgestaltung (V)
Jede Änderung an der Kameraeinstellung, eine andere Wahl des Aufzeichnungs- und/oder Ausgabemedium oder die Variation eines Prozessparameters zieht einen Ratenschwanz an Konsequenzen mit sich. Gerne empfehle dem Anfänger, sich ruhig der MuP, der Methodik des unbekümmerten Probieren hinzugeben um anschließend mit Hilfe der jeweiligen Prozessparameter die visuelle Wirkung zu analysieren. Auf diesem Weg lässt sich gerade im Umgang mit einer Kamera mehr Wissen aneignen als das Lesen didaktisch schlechter Bücher oder Blogbeiträge, die aus Unwissenheit oder eingeschränktem Aktionsradius besagten Rattenschwanz negieren.
Die ganze fotografische Unwahrheit
Zum Schlachtruf-Vokabular des deutschen Wutbürgers gehört die Lügenpresse. Diese ihrerseits macht eher halbherzig auf Echauffiert und versucht sich in liebloser Selbstkritik zukünftig reinzuwaschen. Die Rede muss nicht unbedingt vom Großformat-Tagesblatt & Co. sein. Die Manipulation der Masse hat die ganze publizierende Branche erfasst, egal ob die Worte auf Papier gedruckt, statisch am Bildschirm oder in bewegten Bildern gezeigt werden. Nichts geschieht ohne eine gewisse Absicht und vor allem um Geld zu verdienen.
Zwei mal drei Traktat – Bildgestaltung (IV)
Es gibt unterschiedliche Wege sich dem Thema Bildgestaltung zu nähern. Die Regel besagt: Alle mehr oder minder klugen Weisheiten aufzählen und den Hilfesuchenden in sein Unglück stürzen lassen. Meine Erfahrung besagt, dass das Thema auf der einen Seite sehr vielschichtig ist, auf der anderen Seite die Lösung und vor allem das Verständnis in der Vergangenheit der Fotografie liegt.