Ed Lizotte schreibt mir: „Kein Betreff“

Möchte ich, oder möchte ich nicht?
Das ist schwierig, muss ich mich doch entscheiden.
Und was ist, wenn ich mich falsch entscheide?
Tut das weh? Oder habe ich dann versagt?
Kann ich das erst probieren oder muss ich mich gleich richtig entscheiden?
Und warum muss ich von zu Hause beginnen?
Geht es nicht auch von der Strasse oder aus dem Park?
Wegen Datenschutz und meine Persönlichkeitsrechte.
Und Persönlichkeitslinke.
Nein, ich möchte nicht.
Ich hab lieber Angst.

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Altes Zeug für neue Lichtbilder

In den letzten Wochen habe ich damit begonnen, auch beim Knipsen mit altem Filmmaterial zu arbeiten. Aktuell bedeutet das, dass gut abgelagerter Kodak Tri-X und ORWO NP22 im Atelier zum Einsatz kommen. Für draußen sind noch ein paar ORWO NP20 da, die sich in der Lomo LCA vergnügen dürfen. Beim Fotopapier ist es wie gehabt das ORWO Fotopapier und der Lith-Prozess. Auf einigen Verpackungen war ein Datum mit der Jahreszahl 1975 aufgestempelt. Fast ein halbes Jahrhundert altes Fotomaterial übt seinen kreativen Dienst in meiner Dunkelkammer aus.

Beim Zukauf von Filmmaterial bin ich ehrlich gesagt etwas vorsichtig. Trotz meines Hang zur Imperfektion sollten die Negative gut brauchbar sein. Ist das nicht der Fall, mache ich das Negativ zum Positiv und decke kurzerhand die Rückseite weiß ab. OK, bei Kleinbildmaterial lohnt sich das „PosaNeg“ allein aufgrund der Größe nicht, doch ich habe noch ORWO FU5 in der Größe 18 x 24 cm, was ich genauso wie beschrieben als Positiv verarbeite. Auch hier wieder die Lith-Entwicklung. Da das Entwicklen des Positivs auf dem Negativ nicht ganz so trivial wie beim Fotopapier ist, fällt das Ergebnis meist etwas kräftiger aus. Der Farbigkeit wegen hilft folgender Trick: Das PosaNeg ein paar Minuten in Selentoner baden, nach dem Wässern im Farmerschen Abschwächer die Vorlage solange baden, bis das gewünschte Ergebnis gegen Weiß als Hintergrund entstanden ist.

Ohne ihre Streifzüge durch die Bucht, bei der sich das eine oder andere Schnäppchen auftat, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, derart altes Schwarzweiß-Material einzusetzen. Eigentlich gab es keinen Grund einen Zweifel zu haben, dass es nicht seine Arbeit macht. Es sind eher die Verkäufer, die angeben alles sei in Ordnung und dann hat man das Kuckucksei im Netz. Glücklicherweise sind alle bisher aufgetretenen verdeckten „Mängel“ handelbar, sorgen sogar für Highlights der Imperfektion. Was Entwicklungszeiten für die alten ORWO Filmmaterialien angeht, hilft die alte DDR-Fachliteratur weiter. Dabei behandle ich den NP22 beim Belichten wie einen ISO 100-Film und gebe statt der fünf Minuten im Rodinal 1 + 25 zwei Minuten drauf. Den NP20 behandle ich wie einen ISO 50-Film, der an die 9 Minuten im 1 + 25-Rodinal entwickelt wird. Die Erfahrungswerte erweisen sich bei mir als brauchbar.

Beim Abzug auf altem abgelaufenen Fotopapier kann ich direkt beim Lithen gut auf die Eigenheiten des Materials reagieren. Was bei der einen Packung Fotopapier funktioniert, läuft beim anderen, scheinbar gleichen Fotopapier ganz anders. Und so ist jeder Abzug nahezu individuell. So kann ich beim abgelaufenen Film nicht herangehen. Hier muss ich vorsichtig agieren und möglichst nur einen Parameter ändern. Anderenfalls ist der Film und damit ein Shooting Ausschuss. Auch das blieb mir bisher erspart. Die Abzüge lasse ich an der Luft trocknen. Wenn ich beim Versuch, das Fotopapier an der Kante zu glätten, ein leichtes Knacken höre, dann wird die Bildseite mit einem Alkohol-Glyceringemisch (4 + 1) behandelt. Nach einer Trockenzeit ist die Gelatineschicht wieder etwas geschmeidiger und bricht nicht so schnell. Es ist halt Fotopapier, was über 30 Jahre und mehr irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden lag.

011_2021

Zerrissenheit

Zerrissenheit
Nr. 3589
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2021 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Ich muss dir sagen, wie es sich in der Situation anfühlt und dass ich keine Sekunde warten werde.
Ich muss dir sagen, dass ich gehe um wieder das Leben zu geniessen.

Naomi schreibt an mich: „Willst du mal was ausgefallenes erleben?“

Alarm, Alarm. Dieser Naomi scheint es wirklich echt schlecht zu gehen, so allein meine ich. Jetzt, nach der Scheidung und in einem so großen Haus. Da wird schnell ein neuer Spielgefährte gesucht, fehlt dem großen Haus doch noch die große Garage für das große Auto, welches dann Stecher Nummer drei für Naomi kaufen kann. Ist das Leben nicht schön ausgefallen? Freiwillige vor!

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Nach der Scheidung fühle ich mich einsam und allein in meinem großen Haus Brauche Gesellschaft und jemanden und jemanden de mit mir am Abend auf der Couch kuschelt Vielleicht ergeht es dir auch so, ich weiss es nicht Es ist so leer zu Hause und mir fehlt die Zweisamkeit Kennst du dieses Gefühl? Melde dich doch einfach hier http://www.red.wonderfulladies.online , wir können dann weiter reden und schauen was passiert Können uns dort auch gerne erstmal zum Kaffee verabreden Ich würde mich freuen! Kuss Naomi
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Marina schreibt an mich: „Auf der Suche nach Wunschen.“

Es klingt verlockend: Marina weisst endlich was sie will, keine Spiele, nicht die wilden Reinraus-Spiel, stattdessen alles voll ernsthaft und das Beste ist, süß und klug bin ich auch. Vielleicht. Oder ich tue zunächst einmal so. Wenn ich mir die Bewerberinnenliste der ukrainischen Heiratswilligen ins Gedächtnis zurückrufe, dann sind sie lustigerweise immer Zahnärztinnen. Manchmal hat dieselbe Frau zwei Namen. Neuerdings ist die Betreff-Zeile deutsch, der Haupttext ausländisch. Also darf Google Translate seinen Dienst tun und etwas lustiges aus dem Süßholz sprachtransformieren. Des Weiteren fällt mir auf, dass das Marinchen ebenso wie ich eine Schwäche für ihr Ich hat. Nein, Marina lockt mich nicht aus meiner Hobbithöhle raus. Auch wenn sie mir gerne etwas vorlesen möchte und der Nerd, der hinter dieser Geldbeschaffungsmaßnahme steckt, mal ein halbwegs vernünftiges Bild einer Torte dem Scam beigelegt hat. Derzeit ist mein Bedarf an „Wunschen“ gedeckt.

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Hallo. Ich glaube, Sie werden meine Notiz erhalten und sie gründlich lesen. Das ist mein letzter Versuch, einen Freund im Internet zu finden, da sich alle meine bisherigen Bemühungen als nutzlos herausstellten. Ich möchte eine ernsthafte Beziehung aufbauen. Wenn Sie eine kindische Person sind, die nur nach Sex und nackten Bildern sucht, möchte ich, dass Sie diese Nachricht überspringen. Ich möchte mich vorstellen. Ich bin Marina. Ich lebe in einer großartigen Stadt in der Ukraine. Hast du etwas über die Ukraine gehört? Von Zeit zu Zeit denke ich darüber nach, mein Land zu ändern. Ich bin 35 Jahre alt und weiß definitiv, dass ich mein Leben mit einer süßen und klugen Person verbinden möchte. Ich werde also keine Spiele spielen. Ich werde nicht einmal versuchen, etwas zu beweisen, weil ich eine literarische, gutherzige Frau bin. Ich brauche keine finanzielle Unterstützung, da ich Zahnarzt bin. Es gab die allgemeinen Informationen über mich. Wenn Sie an meinem Brief interessiert sind, warte ich auf Ihre Antwort. Deshalb würde ich mich freuen, so viel zu wissen so viel wie möglich über dich, deine Gedanken und deinen Lebensstil. Ich werde meine E-Mails so schnell wie möglich abrufen und hoffe, Ihre Antwort dort zu sehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören, Marina.
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Scam mit Marina

Für das oben gezeigte Machwerk zeichnet der Lichtbildprophet nicht verantwortlich. Das Zeug wurde ihm unaufgefordert zugeschickt und wird nur zum dokumentarischen Zweck hier veröffentlicht!