Holzkamera 13 x 18 cm

Wie stellt sich mir die Situation dar: Heute zerreißen in der Bucht die Power-Händler sinnvolle Kamera-Sets, um möglichst viel Geld abzuschöpfen. In der Folge werden zum Beispiel Großformat-Kameras vom Objektiv befreit, notwendige Filmkassetten und Stative einzeln vertickt. Brächte eine solche Kombi als Sett vielleicht 600 Euro auf die Geldwaage, kann im Einzelkauf das Ganze an die 1000 Glocken bringen. Ich, der dumme Käufer, muss mir nur alles zusammensuchen und tätige vielleicht sogar einen Fehlkauf. Ohnehin finde ich die Preis für Kameras ab dem 9 x 12 cm-Format für unanständig hoch. Selbst die größten Klapperkisten, mistig und rostig vom Staub der Jahrzehnte, sollen gar defekt dem Händler 100 Euro und mehr bringen. In Auktionen braucht man sich bei den Professionellen nicht zu versuchen: Scheingebote treiben die Kaufsumme künstlich in die Regionen der heutigen Fabelpreise.

Erschwerend hinzu kommt, dass das Filmmaterial größer dem Rollfilm immer dünner und unanständig teuer wird. Positivpapier? Was hier preislich abgeht spottet jeder Beschreibung. Platten selber machen? Eine Idee, die finde ich aber nicht so toll. Da kommt die Bequemlichkeit und der Semiperfektionist in mir durch: Die Aufzeichnung der Bilder soll – mal abgesehen von der Kameracharakteristik – gut sein. Die Imperfektion bringt das Material, das Ausbelichten darauf und/oder die Spielereien beim Entwickeln.

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158_2019

RandEndspiel

RandEndspiel
Nr. 1915
Unikat: 18 x 24 cm, Handabzug auf ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Was für ein Geniestreich der Namesfindung:

Model ‚Krissi Love Audi‘

Besser kann man nicht sagen, dass Frau menschlich ein elitäres Arschloch ist.

Hallo. an Ronaldo Capybara: ‚Nymphomane Spitzen‘

Es ist schon eine Weile her, dass mich eine Bitch wie diese Fake-Monica blöd sexuell angemacht hat. Da fühle ich mich als Mann schon etwas vernachlässigt. Also wenn keine dieser Scheininteresse-Nachrichten im Postfach landen. Ist echt doof und ich bin dann immer so deprimiert, dass ich gar nicht mehr aus meinem Kingsize-Bett möchte. Nun hat aber endlich wieder ein williges Luder etwas auf Ausländisch an mich geschrieben und der Google Übersetzer einen lustigen Text daraus gemacht.

Monica will Junge, ich nicht. Also weder Monica noch Junge. Frau, ja gerne. Bitte mit Hirn größer als eine Erbse. Wenn sein muss auch zum gemeinsamen oder alleinigen Sex. Doch bitte keine Briefe öffentlich ins Forum gestellt, dass ist mir dann doch zu unangenehmst:

Zitat Anfang
Hi, ich bin Monica und schreibe dir einen Brief. Ich suche ein Junge zum Spaß, zum Sex, ich mag dich wirklich. wenn du mich willst Ich interessiere mich für eine Registrierung im Forum e finde mich in meinem: id639ksur84. Da gibt es viel Meine Fotos hier Ich denke, meine Fotos werden Ihnen gefallen. ich gehe warte auf deinen Brief im Forum!
Zitat Ende

Monica nackt vor dem Spiegel

Für das oben gezeigte fotografische Machwerk zeichnet der Lichtbildprophet nicht verantwortlich. Das Zeugs wurde ihm unaufgefordert zugeschickt und wird nur zum dokumentarischen Zweck hier veröffentlicht!

157_2019

Die Farbe des vergangenen Tages

Die Farbe des vergangenen Tages
Nr. 1852
Unikat: 18 x 24 cm, Handabzug auf Kraftpapier (Näheres bitte erfragen)
(c) 2019 Ronald Puhle

Oh was für eine Generation,
blauäugig, rosarote Brille und lila Wolken.
Fremde Inhalte nutzend und Uploadfilter verdammen,
von Programmen manipulierte Nutzererfahrungen hinnehmend.
Mehr Blödheit geht einfach nicht.

Mein Verständnis ist dann mal alle

Das Modell es mit Termin- und Zeitabsprachen nicht so genau nimmt und ich doch mehr Verständnis für die Situation der jungen Dame zu haben habe, das kenne ich seit Anfang an meiner scheinfotografischen Karriere. Die ganze Welt erwartet und verlangt von mir umfassendes Verständnis. Zum Beispiel die Betreiber des Berliner öffentlichen Nahverkehrs. Zur Zeit muss ich mit einem Schienenersatzverkehr oder der weiträumigen Umfahrung zurechtkommen. Ich gebe mir mehr Zeit und umfahre, weiträumig. Es vergeht nur kein Tag, an dem mal was nach Fahrplan läuft: Bahn minutenweise zu früh oder zu spät, S-Bahn fällt aus oder sie fährt, wie sie will. Man hat seitens der BVG und S-Bahn Berlin für die Verzögerungen und Ausfälle zwar keine Schuld, bittet mich aber um Verständnis. Mittlerweile nervt mich diese Masche gewaltig, weil sie auf widerliche Weise in alle Bereiche des Lebens eingezogen ist: Persönlich hat keiner Schuld und man bittet mich um Verständnis. Ja, ich muss sogar Verständnis haben, so zumindest die Forderung.

Terminabsprache. Soweit alles klar, denke ich, nur würde ich gerne wissen, wo genau wir uns treffen wollen. Selbst der kelinste Ort in Berlin kann ziemlich groß sein. Schweigen. Vierzehn Tage. Zur Verabredung kommt es auch nicht, geschweige denn, dass eine Erklärung kommt, warum die Antwort auf sich warten lässt und die Terminabsprache vielleicht nur ein ‚Spaß‘ um mehr persönliche Aufmerksamkeit war. Nix, schweigen. Und wenn ich der Prinzessin gewaltig verbal die Leviten lesen würde, käme nur ein blödes Sorry und ich sollte doch bitte Verständnis haben, dass ausgerechnet an dem Verabredungstag urplötzlich Oma’s wöchentliche Badetag ist. Oder man wieder so eine Depri hat, weil man seinen Hintern nicht von der Couch bekommt und nicht weiß, wie man sich selbst beschäftigen könnte. Oder was weiß ich. Die Liste der Ausreden ist lang wie lächerlich.

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