Photographien – Josef Breitenbach

Ich bin eher ein Freund alter Meister der Fotografie. Aus ihren Bildern spricht die vornehme Zurückhaltung des Zeigens, ohne alles zu zeigen. Statt Provokation und neusten Hacks der digitalen Bildbearbeitung, steht noch überwiegend das Individuum in seiner perfekten Imperfektion im Vordergrund. Der Fotograf, natürlich auch die Fotografin, ist nicht nur Meister der Inszenierung und Aufnahme. Die Interpretation mit den vielfältigen Möglichkeiten der Dunkelkammer heben die Klassiker von den mausklickenden Gefangenen des Algorithmus ab. Vielfalt statt Einfalt. Einer der Vielfältigen war für mich Josef Breitenbach.

Das vorgestellte Buch erschien anläßlich der Ausstellung „Josef Breitenbach Photographien – Retrospektive zum 100. Geburtstag“ im Jahre 1996. Meine Motivation, diesen Bildband zu kaufen, kann ich für den Moment nicht nachvollziehen. Aktuell fand ich ihn zwischen Bildbänden mit Helmut Newton und vielleicht habe ich ihn in dem Zusammenhang erworben. Blättere ich das Buch flüchtig durch, spricht mich die Vielfalt von der Ausarbeitung bis hin zu den Genres an. Josef Breitenbach scheint nicht festgelegt und ließ sich offensichtlich auch von Neuem begeistern.

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Der Tod ist ein Irrtum – Brigitte Maria Mayer und Heiner Müller

Das Internet ist eine unstrukturierte digitale Masse, das Sinnbild der virtuellen Entropie. Mir sagt der Name Heiner Müller etwas und ich wußte, dass er in seinen letzten Lebensjahren mit der Fotografin Brigitte Maria Mayer leiert war. Mehr Wissen ist nicht, womit ich prahlen kann. Bei meinem Streifzug im Chaos auf der Suche nach besonderen Angeboten, landen die Titel „perfect sister I“ (nummeriert und von Heiner Müller signiert) und „perfect sister II – Im Objektiv des Canova“ von Brigitte Maria Mayer in meinem Warenkorb.

Eine weitere Bestellung später: Eine mengenmäßig nicht beschreibare Emotionalität, des eigenen Erlebens wegen, entfaltet der Titel „Der Tod ist ein Irrtum“ in mir. Der Titel ist das Tagebuch einer Liebe, die tragisch enden wird, weil das Zellsystem im Körper Heiner Müllers jene chaotische Abartigkeit in sich trägt, die auf die simple Umschreibung Krebs hört. Zwischen den beiden Markern gründet sich eine Familie und entsteht neues Leben. Dokumentiert sind Meilensteine aus fünf Jahren, stilecht in Sofortbilder und handgeschriebene Textskizzen festgehalten.

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Der Neue Fotografische Depressionismus

Was dem Jonathan Meese die Diktatur der Kunst, ist dem Makkerrony sein Fotografischer Depressionismus. Die KI’s dieser Erde tun sich noch schwer, die provokante Stilrichtung wider dem digitalen Bilderwahn als vollwertige Kunstrichtung zu akzeptieren. Aber genau deswegen, der Dummheit des digitalen Unwesens, ist der Fotografische Depressionismus zum Siegen verdammt: Ihr digitalen Banausen, ihr irrt euch gewaltig! Der Fotografische Depressionismus ist und bleibt garantiert menschgemacht.

Alles begann mit einem Selbstbaubelichter und Abzügen im nachttischtauglichem 13 x 18 cm-Format. Unschärfen, zum Einen durch die Bewegung der Kamera bei der Aufnahme entstanden, zum Anderen durch die Projektion des Negativs im DIY Enlarger auf das Fotopapier gebracht, kombiniert mit überlagerten ORWO-Fotopapieren und dem Lith Print, schufen Abzüge ikonischer Anmutung, die nur von den Meisterwerken eines Miroslav Tichy übertroffen werden. Vereinzelt wurden von Makkerrony auch erotische Aufnahmen auf diese Weise zu Papier gebracht. Es begann der langsame, aber stetig abfallende Aufstieg der neuen Fotokunstgattung. Mit der Auflösung des Atelier Flackerlight und der Entsorgung des einzigartigen Selbstbaubelichter, stand der Fotografische Depressionismus vor einem dramatischen Aus.

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Ich will ordentliche Geschenke!

Auf ein weiteres Wort zum Sonntag, jeden Samstag neu:

Medien an.
Strengt euch an.
Ich will, ich will, ich will.

Ich bin der Erfinder des Adventskalenders mit den 31 Türchen statt eurer läppigen 24 Tage.

Meinfoto.de nervt!
Collabpartner.
Aus Kompromissen kann Besseres entstehen.

Mit eurem Halbwissen und den ganzen Meinungen kann ich nicht umgehen.

An Deutschlands Turnierniederlage sind allein die Russen und die FIFA Schuld. Die deutschen Helden der Herzen waren dagegen stets bemüht.

Deutschland, ein Land, wo Worte mehr als Leistung zählt.
Deutschland, ein Land, wo mir gesagt wird, Riccardo Simonetti sei ein Mann.

Baby, schüttel dein Haar.
Nachtschicht.
Stressfaktor Benachrichtigungen.
Schweigt, so wichtig seid ihr nicht.
Ich kann Wachsen hören.

Bald ist das Jahr rum und der Influencer, der etwas auf sich hält, zieht in blumigen Worten Bilanz. Mein Kopf ist dazu nicht bereit. Ich weiss nur eins: Vieles hat sich in den letzten Monaten für mich geändert, vieles wird sich in den nächsten Monaten für mich ändern. Die einzige Konstante in meinem Leben ist die mehr und mehr um sich greifende Vollverblödung, die sich von Jahr zu Jahr auch noch in apokalyptische Ausmaße steigert. Sie ist und bleibt der Garant des Scheiterns der Krone der göttlichen Schöpfung. Klebt euch fest, bejubelt euer Versagen und sucht die Schuld bei den anderen. Ihr selbst habt von eurer Couch aus alles getan, dass die Welt hätte besser werden können.

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‚Normale‘ Aufnahmen mit Joterman’s Lumenbox

Es ist schon eine Weile her, dass ich mir eine neue Alte zugelegt habe. An meine letzte jungfräuliche Neue kann ich mich noch erinnern. Es war die Impossible I-1. Mittlerweile ist das ‚The Impossible Project‘ namentlich Geschichte und schimpft sich wie der Urvater der Sofortbildfotografie ‚Polaroid‘. Unter neuem alten Namen hat man die OneStep 2 auf den Markt geworfen, die äußerlich mehr einer klassischen Polaroid gleicht. Genug Sofortbild, es geht ja eher um Joterman’s Lumenbox.

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