255_2020

Geradlinig

Geradlinig
Nr. 3018
Unikat: Abstrakte Malerei auf Schiefer, ca. 20 x 20 cm
(c) 2020 Ronald Puhle
Verkauft!

Das Leben ist kein Spass, keine ständige Freude und von Fairness ist auch nicht die Rede.

Besiegelt

„Warum sind deine Bilder nicht signiert?“
„Du musst unbedingt ein Copyright drauf machen!“
„Ohne Copyright gehört es jedem und ich kann damit machen was ich will!“
„Mein Bruder ist Privatdetektiv und den schicke ich dir mal vorbei.“
… ich weiss nicht mehr was mir noch alles in Sachen Bilderdiebstahl so an den Kopf geworfen wurde.

Eigentlich bin ich das Thema Signatur Leid. Mittlerweile mag ich zum Thema auch nicht mehr den Belehrbär geben und erklären, was Copyright und deutsches Urheberrecht bedeutet und dass das vorderseitige Bein heben a.k.a. Signatur hässlich ist. Ich halte mich nicht für so bedeutend, dass eine Arbeit von mir vorderseitig verunstaltet werden muss. Was der Internetbetrachter nicht sieht: Rückseitig ist das Original mit einer Nummer, meinem Kurzzeichen und dem Jahr der Entstehung versehen. Mir ist das Original, das echte Bild wichtig. Es gibt viele Aufnahmen und Arbeiten, die unsigniert sind, ganz bewusst. Dabei handelt es sich um Arbeiten oder Abzüge, die an Modell gegangen sind oder mit denen ich nicht wirklich zufrieden bin und die als Skizzen oder Probedrucke weggehen.

Am Anfang meiner Klecksereien wollte ich ein weißes Quadrat als Zeichen verwenden. Ich bin davon ziemlich schnell abgekommen. Beim Durchstöbern von Amazon bin ich auf einen Siegelring gestossen, der einen Baum des Lebens als Siegel enthält. Baum, Roswitha Skowasch, Baum des Lebens? Da war was und irgendwie verfolgt mich das Symbol Baum. Ich beschließe mir diesen Siegelring aus Edelstahl zuzulegen und mit ihm meine Bilder vorderseitig zu signieren . Vielleicht trage ich den Ring sogar und hole ihn mir in meiner Ringgröße.

Was mache ich mit meinen Abzügen? Stempeln wäre kühl. Doch Kunststoffträger oder das papierstarke ORWO-Fotopapier ist dafür ungeeignet. Aufkleber mit dem Siegel könnten die Lösung sein. Und was mache ich mit den Arbeiten, die bereits weggegeben, verkauft oder verschenkt sind? Gab es schon einmal einen Künstler, der eine Rückrufaktion seiner Werke gestartet hat um das eine oder andere Update/Upgrade auszuführen? Es wird Zeit, dass ich die Welt mit dieser überlebenswichtigen Lebenszeitverschwendung beglücke!

Und wo ich schon einmal im Signierwahn bin, wird das Kopfbild des Blogs auch gestempelt und für absolut echt erklärt!

Baum des Lebens

Alles begann mit einem Baum-Foto, abgestorben und am Wegrand stehend. Ich diskutierte mit dem Fotografen über eine andere Perspektive. Ein paar Monate später fuhr ich nach Maichingen und machte meine Fotos von diesem Baum. Digital, was ich bis heute sehr bedaure. Denn trotz mehrerer Absichtserklärungen meinerseits habe ich es nicht hinbekommen, mich noch einmal auf den Weg zu machen. Mittlerweile könnte, weil Jahre her, der tote Baum Geschichte sein.

Der Baum

Für eine Ausstellung ließ ich den Baum in Schwarzweiß auf Leinwand drucken. Roswitha Skowasch, sie hielt die Eröffnungsrede auf der Vernissage, meinte zu mir, dass für sie dieser Baum sinnbildlich für meine Person steht. Ich kann damit bis heute nichts Richtiges anfangen. Irgendwie habe ich den Bezug zum Alter verloren und kann mittlerweile den dritten Geburt-Tag begehen.

„Baum des Lebens“ weiterlesen

Drei doch kontra also zum Baum des Lebens

Gedanken zu einer abstrakten Malerei

Der Mensch,
er redet viel über den Baum des Lebens.

Also nahm ich meine Kamera und suchte ihn.
Doch keiner konnte mir den Baum des Lebens zeigen.
Also wollte ich ihn malen.
Doch keiner konnte mir sagen, wie tief und hoch der Baum des Lebens gewachsen ist.
Also begann ich ihn zu malen, ganz so wie ich ihn sehe.
Doch beschwert euch nicht, wenn er am Ende so anders aussieht und nicht so, wie ihr euch den Baum des Lebens vorstellt.