094_2020

Wagnis Schale

Wagnis Schale
Nr. 1287
Unikat: Größe bei Interesse bitte erfragen
(c) 2018 Ronald Puhle

Ich passe nicht mehr in eine Welt,
in der alles so einfach und ganz schnell ist
oder die, der Spannung wegen, immer Drama braucht.

093_2020

Entwicklungshaltung

Entwicklungshaltung
Nr. 1254
Unikat: Größe bei Interesse bitte erfragen
(c) 2018 Ronald Puhle

Das sich Dinge nicht wie erhofft entwickeln kann auch daran liegen, dass der eigene Anspruch überdacht werden sollte.

Turaphot – Update

Fertig prozessierte Papierabzüge lasse ich, vorher auf einer Steinplatte gut ausgequetscht, auf dem Holztisch liegend lufttrocknen. Das klappt soweit ganz gut. Beim papierstarken Vephota-Papier sieht es etwas anders aus. Es kräuselt sich wie Hulle. Glücklicherweise nimmt das Papier, aber vor allem die Fotoemulsion das Glätten an der Tischkante mir nicht ganz so übel. Und so habe ich die betreffenden Abzüge etwa zwei Wochen gepresst und dann halbwegs so glatt gestrichen, dass die Abzüge scannbar sind.

Beim kartonstarken Turaphot spitzt sich die Situation aktuell zu. Der 10 x 15 cm Bogen wellt sich ebenfalls abnorm, nur meldet sich die Emulsion beim Glätten mit einem Knacken und hässlichen Rissen. Das ist nicht gut. Aus den Anfängen meiner ORWO-Exkursion mit abgelaufenen Fotopapier kenne ich den Zustand. Vereinzelt kann sich sogar die Emulsion partiell lösen. Das geht auch beim Turaphot so aus.

Um das Problem anzugehen, machte ich mich auf die Suche und bin bei meinen Recherchen bei Gesa Kolbe, ‚Gelatine – Eigenschaften und Auswahlkriterien in der Papierrestaurierung‘ hängen geblieben. Als einen Weichmacher für Gelatine beschreibt sie Glycerol (Glycerin, Glyzerin), das aber auch die Glastemperatur herabsetzt. Der Aspekt stört mich jetzt nicht so.

Anfänglich habe ich das Glycerin direkt auf ‚knackende‘ ORWO-Fotopapiere aufgetragen. Im Laufe der Zeit ist von mir das das Vorgehen abwandelt worden: Ich mische 5 Milliliter Glycerin mit 95 Milliliter Alkohol (Brennspiritus). So lässt sich Glycerin besser und vor allem gleichmäßiger auftragen, da der Alkohol die Oberflächenspannung nimmt und nicht die Gelatine anlöst. Entpuppt sich also eine Charge altes abgelaufenes Fotopapier als ‚Knacker’*, dann trage ich das Alkohol/Glycerin-Gemisch mit einem Wattebausch nach dem Quetschen auf die noch feuchte Emulsion auf. Der noch feuchte Bogen wird auf dem Holztisch an den vier Ecken so beschwert, dass er sich beim Trocknen nur kaum verziehen kann. Anschließend werden die Abzüge zwei Wochen gepresst.

* Wenn es leise im Atelier ist, dann kann man das Brechen der Emulsion beim Trocknen und damit Wellen der Abzüge hören.

Vephota Reihe

Ich war für ein paar Monate mal wieder in der Bucht unterwegs. Gute Angebote, altes abgelaufenes Fotopapier zu angemessenen Preisen zu ergattern sind rar geworden. Das gilt insbesondere für Papiere in meinen favorisierten Formaten 13 x 18 und 18 x 24 cm. Weshalb ich mich so festlege … keine Ahnung. Es ist halt so. Bei einem Pack orthochromatischen Planfilm für meine 13 x 18-Holzkamera konnte ich nicht widerstehen. Hätte ich geahnt, dass die Nummer eine Odyssee wird, hätte ich meinen Kaufrausch irgendwie unterdrückt.

Und da war noch so ein Angebot, wo ich nicht widerstehen konnte: 13 x 18 cm Vephota. Da dieses seltene Fotopapier einen chamoisfarbenen Träger besitzt, dachte ich sofort an meine NegaPos-Ambitionen. Wenigstens lief hier die Order und Lieferung glatt. Schon bald ergab sich eine Gelegenheit, ein paar Bögen des Vephota-Fotopapiers durch meine Holzkamera zu ziehen. Während ein Bogen ein erstaunlich gutes Ergebnis abliefert, zeigt der nächste Abzug krisseliges Allerlei. Erst habe ich die lange Handhabzeit unter Rotlicht im Verdacht, komme aber bald von dem Gedanken ab: Manch Bogen liefert das effektvolle surreale Ergebnis.

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050_2020

50 19

the erotic side of the photographic depressionism
50 19
Nr. 2430
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Nach der ‚Ganz Deutschland‘-Propaganda der Qualitätsmedien wurde ich in der Nacht von einem furchterregenden Orkan heimgesucht. Ich habe davon nichts mitbekommen.