Vielen Dank, Fotoimpex

Es ist einige Zeit her, dass die Perle wieder einmal vom Fotoimpex-Laden einen 5-Liter-Kanister Schwarzweiß-Fixierer von Adox in den Betonpalast schleppt. Seit ein paar Wochen macht die Arbeitslösung des Fixierer ein paar Zicken: Auf dem Kanisterboden haben sich gelbliche Kristalle abgesetzt, die Arbeitslösung flimmert wie Flitter in der Schneekugel, nach fünf Tagen ist der Ansatz verschlammt und ein Fall für die Entsorgung. Ich schreibe an Fotoimpex und bekomme innerhalb von 5 Minuten eine Reaktion: Fehler bekannt, ich bekomme Ersatz zugeschickt. Wie? Nicht ich bin Schuld, keine Kundenabwehr und ohne große Diskussion? Es gibt noch echten Kundenservice. Sechs Tage später, es liegt ein Wochenende dazwischen, schleppe ich den Karton von einem DeinFach Paketautomat nach Hause. Ich ziehe den Hut und sage Danke, Fotoimpex.

Des Photoalchemisten Lichtbildtagebuch – Die ‚Mit Worte-Version‘

Die Gedanken ein (öffentliches) Tagebuch zu führen sind bei mir nicht so neu.

In irgendeiner Mausmalerei-Versionsnummer hatte ich bereits damit angefangen. Noch heute ist die Nummerierung der Lichtbildbeiträge dem damaligen Einschuß geschuldet. Ich weiß nicht, wieso, weshalb oder warum ich das Tagebuch aufgegeben habe.

Hatte ich mir ein Gelübte auferlegt zu schweigen? Dunkel mag ich mich daran erinnern. Nur, es kann nicht funktionieren. Natürlich möchte ich viel lieber schweigen und die Dummheit unkommentiert wie verbal ungestraft an mir vorüberziehen lassen. Auf der anderen Seite fehlen mir die Bildausdrucksmittel, den inneren Kampf der Verzweiflung unendlicher Blödheit irgendwie abzureagieren. Ich bin vielschichtig unvollkommen, das merke ich immer wieder.

Auf der anderen Seite sehe ich die gedankliche Kastration meiner Kreativität, Wort und Bild zu trennen weil es ja andere auch so tun, nicht wirklich ein. Das Bild ist ein Werk und zumindest hier im Blog kommt ein Bild-Untertitel und kurzer Gedanke dazu. Drei Dinge, die in keinem Zusammenhang zueinander stehen müssen.

Wieso mache ich mir solche Gedanken?

Ich könnte doch einfach tun und gut ist. Nein, das gefällt dem Umfeld nicht. Man nimmt für sich die größtmögliche Individualität in Anspruch, geht es aber um das was ich tue, wird gemutmaßt, wann mein Anfall wieder vorüber ist. Da fallen Begriffe wie ‚Strange‘ – seltsam, fremd, eigen, merkwürdig, komisch aber auch außergewöhnlich. ‚Das ist halt Kunst und davon verstehe ich nichts‘ oder ‚Du bist in ganz anderen Sphären unterwegs‘ wurden von mir auch schon vernommen.

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