Best Online-Dating-Sex an Lichtbildprophet: ‚Willst du mit einem Mädchen ins Kino gehen?‘

Endlich verirrt sind wieder eine lässige Spam-Nachricht in meinen Postordner:

Ich bekomme in Ausländisch verfasst die nachfolgende Nachricht, soll mir von den vier Lutschluder und Blasehasen eines aussuchen, um mit einem Zaubermäuschen Vanilleeis lecken mit heißer Schokosauce im Bauchnabel zu spielen. Oder Nachos mit heißer Käsecreme und scharfe Soße von ihren Brustwarzen zu schlecken. Oder irgendetwas anderes perverses mit dem willigen Luder zu tun.

Es ist eine verdammt schwere Entscheidung auf das unmoralische Angebot von Administrator Stefanie Klinger einzugehen. Also ein Jahr freier Zugang ist ja schon verlockend, eines der vier Mäuschen kennenlernen und sabbernd zu vernaschen vielleicht auch. Doch vorher muss die Matratze erst einmal ein desinfizierendes Sagrotan-Bad mit Dan Klorix-Zusatz machen. Wer weiß, wer heute schon alles mit seinem Stachel in den versauten Nimmersatt’s herumgestochert hat.

„Best Online-Dating-Sex an Lichtbildprophet: ‚Willst du mit einem Mädchen ins Kino gehen?‘“ weiterlesen

Auf ein Guss

Ich habe nachgeschaut: Es sind mittlerweile fünf Jahre vergangen, dass ich mich mit ‚flüssiger Fotoemulsion‘ auseinandersetzen durfte. Die Fotoemulsion Rollei RBM 3 sollte auf Glas gebracht werden, um anschließend selbstgemachte Glasnegativ als Zwischenmaske zu verwenden. Und so fing ich für mich an viele alte Bücher aus den Anfängen der Fotografie zu lesen. Glas war für Jahrzehnte das Trägermaterial und die damals üblichen Jahrbücher (diese Art der Wissensanhäufung fehlt der gebildeten ‚maker-Szene‘ absolut) sind voll von Handlungsbeschreibungen. Doch der moderne Mikrotechnologe schleudert lieber, statt auf einen rückwärts gewandten Lichtbild-Dilettanten zu hören. Da man heute nicht schreien und brüllen, die Leute nicht lautstark beleidigen oder gar zur Gewalt neigen darf, wurde wegen chronischer Schleuderitis und den damit ausbleibenden Erfolg das Projekt ergebnislos eingestellt. Doch bevor das wertvolle Gut etc. vernichtet wird, lagere ich die Zutaten in meinem Kühlschrank ein. Ein kleiner Dornröschenschlaf setzt ein.

Nicht ganz! Immer wieder erinnere ich mich an die ‚flüssige Fotoemulsion‘ und denke über den Ablauf in der Dunkelkammer nach. Rollei (macodirekt) gibt mit einem PDF zu seinem ‚Black Magic-Baukasten‘ einen guten Handlungsstrang, der sich aber teilweise mit den alten Literaturquellen beißt. Und: Alles ist darauf ausgerichtet, dass kommerziell käufliche Fotopapier auf anderen Trägern nachzuäffen. Ich verspreche mir von der ‚flüssigen Fotoemulsion‘ ein Gestaltungsmittel abseits der typischen Bildwiedergabe. Der surreale Aspekt, die Perfektion der Unbeständigkeit ist doch mein Ziel. Ginge es mir um Struktur, Streifen oder Wischeffekte, ich griff auf normales Fotopapier zurück und entwickle mit Pinsel, Bürste oder Rolle. Der Mainstream liefert online größtenteils das ‚Normal‘ ab, was mich wiederum von der Umsetzung abschreckt. Ich möchte über das Hantieren und Gießen der ‚Flüssigen Fotoemulsion‘ surreale Gedankenbilder mit einem visuellen Freiraum ohne das ‚fotorealistische‘ Vorsagen (m)einer Absicht schaffen. Keine Einheitssoße und Darstellungen, die auf anderem Weg bequem realisierbar sind. Das ist eine Ode an die Technologie des Gießens einer ‚Flüssigen Fotoemulsion‘, die ich nicht anstimmen möchte.

„Auf ein Guss“ weiterlesen

082_2019

Ein Aufbäumen

Ein Aufbäumen
Nr. 1834
Unikat: 18 x 24 cm
(c) 2019 Ronald Puhle a.k.a. Lichtbildprophet

Ist das ‚jetzt Etwas tun zu müssen‘ ein Aufbäumen gegen den allerletzten Schritt?