Anna schreibt an mich: „Lächle im Gesicht.“

Endlich mal wieder was aus der Ukraine, diesmal die flugwütige Anna. Sie präsentiert sich in ihrem pinken Silikon-Möpse-Halter und scheint ausnahmsweise keine Zahnärztin zu sein. Ich merke, die Maus kennt mich nicht. Ich fliege nach Sansibar. Ein Mörderwitz. Wenn ich fliege, dann die Treppen runter. Oder so richtig aufs Maul. Aber Sansibar. Gab es nicht mal eine berühmt-berüchtigte Bar Sansibar? Und dann der Satz: Ich soll mit dem Gesicht lächeln! Ha ha, wie kühl ist das denn. Wenn, dann grinse ich maximal und auch nur mit dem Arsch. Und dann riecht es gewaltig, Anna. Daran möchtest du nicht schnuppern, du Blöd-Blondchen mit ner Zwiebel auf dem Kopf!

Zitat Anfang
Hallo!!! Ich bin es, Anna.
Ich schreibe dir wie versprochen.
Wann ist Ihr Flug nach Sansibar?
Sieht so aus, als würden wir im selben Hotel übernachten.
Wo bist du gerade?
Mein Flug von Kiew.
Fliegst du alleine
Ich reise auch gerne.
Ich denke, wir sollten vor dem Treffen sprechen
Ich habe beschlossen, Ihnen eines meiner letzten Fotos zu senden.
Ich hoffe, Sie senden mir Ihr Foto als Antwort.
Ich werde auf deine Antwort warten und wünsche dir einen schönen Tag!

Zitat Ende

Scam mit Anna

Das gezeigte Machwerk ist kein Meisterwerk des Lichtbildprophet! Der Schund und Schmutz wurde ihm unaufgefordert zugeschickt und wird nur zum dokumentarischen Zweck hier veröffentlicht!

Quichotte

Nicht nur einmal habe ich mich gefragt, warum der deutsche Zweitehand-Markt nicht von Fotomaterialien aus dem ehemaligen Ostblock überschwemmt ist. Ich nehme das Beispiel ORWO. Über 30 Jahre nach Ende der DDR gibt es heute immer noch Material auf dem Markt. Dank Ni Bombo a.k.a. ZweifelnHochZwei und ihrem Talent fürs Handeln wächst mein Vorrat an und das Lager alten ORWO-Fotopapiers ist mittlerweile größer als das moderner Papiere. Natürlich muss man beim Kauf genau hingucken. Zum einen werden Preise aufgerufen, die einfach unanständig sein. Zum anderen machen gerade private Verkäufer Angaben, die entweder gelogen oder schlicht weg falsch sind. Unverständlich in einem Land, wo jeder alles weiß … und kann.

Vielleicht taucht aus dem Ostblock in der Bucht mal altes Foma-Material auf. Oder Slavich. Foma (Tschechien) ist heute noch aktiv, Slavich (Litauen) auch. Der Dominator ist eindeutig Foma, was ich verstehe, denn diese Materialien sind nicht das überteuerte Hightech-Zeugs der westlichen Hersteller. Foma erinnert mich an ORWO, so als ob ORWO in Foma weiterlebt. Bei Slavich wird es für meinen Geschmack allmählich kritisch. Hier merkt man die Nähe zur ehemaligen Sowjetunion und das Erbe hat man, bestimmt der Firmentradition wegen, nicht wirklich abgestreift.

Neben dem ORWO-Material packt Ni Bombo drei weitere Pakete aus, die allein ihrer Aufmachung wegen mein Interesse wecken. Irgendwann habe ich angemerkt, ich würde gern mehr experimentieren wollen, auch mit exotischen Fotomaterialien. Gesagt, getan und da liegt das Material. Das muss Liebe sein. Eine Packung, später stellt sich heraus, sie enthält drei unbelichtete Bögen, stammt von Slavich. Alles noch in kyrillischer Schreibweise, also noch vor der Unabhängigkeit Litauens hergestellt. Eine weitere Packung stammt von Smena aus „Leningrad“, die rote Verpackung aus irgendeiner Kiever Fabrik, damit der Ukraine. Ebenfalls kyrillische Schrift.

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044_2021

Schutzschirm

Schutzschirm
Nr. 3680
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2021 Ronald Puhle

Ich hatte gehofft mein Leben ist dir so viel Wert, dass du es mit mir teilen wolltest.