Wenn du mich jetzt noch nicht kennst, wirst du mich nie mehr kennenlernen. Ich will den Spiegelglanz in meinen Haaren. Der Britpop ist für den Sexismus, Hooliganismus und Nationalismus verantwortlich. Kelela geht nicht ins Konzert, weil sie am Einlass die einzige dunkelhäutige Frau in der Warteschlange ist. Weiße Musiker, denkt eure Musik farbig und zeigt Gefühle, ihr Rassisten. Der wandelbare Sound ist auch nur Gejammer. Ich drifte von Tag zu Tag mit einem dummen Grinsen im Gesicht. Aus dem traditionellen Seilspringen macht der Homo vollblödie das moderne Rope Skipping. Jungrentner sucht eine echte Aufgabe für die Gesellschaft, kein Minderheiten pampern oder Dummschwatz über verletzte Gefühle überempfindlicher Mimosen oder so. Mitarbeit im Trommelkurs für Menschen mitohne Behinderungen. Für ein Zigeunerschnitzel oder eine Zigeunersauce werden keine Zigeuner verarbeitet. Das heutige Westfernsehen erinnert mich an das alte DDR-Fernsehen: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht. Ich beabsichtige Anzeige wegen Diskriminierung zu erstatten: Die Aussage nicht-weiße Menschen verletzt meine Gefühle, da sie mir unterstellt, ich sei weiß. Ich bin aber schlumpfblau und im Sommer mitunter braun. Warum steckt künstliches Laub in deinem Slip? Hochsensibilität als Stärke, anderthalb Jahre durchgepowert und mit Autismus geschlagen, da darf ruhig mal über das böse Leben gejammert werden. Kommunikation heute: Ausstellungshinweis und die Adresse fehlt. Du musst dich der Natur anpassen, denn die Natur ist immer stärker als du. Ihre persönlichen Daten sind wegen des Verdachts auf schädliche Aktivitäten nach außen gelangt. Resilienz bezeichnet die Stehaufmännchen-Kompetenz von Mimosen, Krisen, Stress oder Rückschläge zu bewältigen. Früher hieß es, man ist belastbar oder eben nicht belastbar. Frage nicht, ob der Gutmensch Probleme hat. Die Gebärmutter ist ein rechtsfreier Raum. Offen für alle, außer Freitag. Da badet die lernende schwarze Community aus Afrika.
Urlaubsantrag
Rentnern, Kunst machen und einen Haushalt führen, alles ist so anstrengend, dass ich bei der Rentenversicherung erst einmal einen Urlaubsantrag eingereicht habe und ernsthaft über eine Reha nachdenke.
224_2026

Nr. 9861
Original, Einzelstück, überlagertes ORWO-Dokumentenpapier, Lith Print, ca. A4
(c) 2026 Makkerrony
Modell ohne Namen
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Privileg
Es ist die Zeit gekommen, in der ich mich durch jahrelange Arbeit in die Lage versetzt habe, heute selbstbestimmt Kunst zu machen und das Leben auch noch leben und genießen zu können.
Wo kommt ihr her?
Ich lese im Musikexpress. Es geht um Mariybu. Sie soll so etwas wie Ikkemel sein, also mega feministisch, gegen den gewaltbereiten Übermann aufgestellt und scheinbar notorisch unbefriedigt. Für letztgenanntes Defizit hat Jette Nietzard das ideale Gegenmittel: Nur Frauen wissen, wie Frauen am besten und richtig kommen. Da erinnert es mich gestern gehört zu haben, dass gutaussehende Frauen keine Feministinnen sind. Sie haben es durch ihr Aussehen einfach nicht nötig, Feministin zu sein. Holla, die Waldfee. Statt Identitätswechsel bin ich dafür, Probleme offen auszusprechen: „Junge, ich will bumsen, mein Ei ist gesprungen, bring dem Jungen einer bei, wie man bumst“. Mein erster, spontaner Tipp ist „Augen auf bei der Partnerwahl“, selbst wenn es nur um eine schnelle Nummer geht. Der Quickie soll sich lohnen, inklusive Tripper und Schwangerschaft. Mit Nachdenken erinnere ich an die große evolutionsbedingte Errungenschaft des Menschseins, miteinander kommunizieren zu können. Definiere deine Bedürfnisse oder such dir einen Jungen, der wirklich Erfahrung hat. „Ich würde gerne kommen, aber er bringt mich zum Gehen“. Als echte Hochleistungsfotze kann sie immer und so oft sie will.
Szenenwechsel. Christin Nichols gibt im selben Heft ein Interview. Es ist von Superskill, oblatendünnen Halbwissen, Follikelphase, kognitive und empathische Voraussetzungen, Mord- und Vergewaltigungsandrohungen, Hass, Safe Space, real good stuff, Afterhour, Melancholie, Empowerment und Hoffnung die Rede. Gibt es wirklich Menschen und Menschinnen, die so reden? Wie kann Mensch nur? Es sei denn, er will absichtlich nicht verstanden werden. In einem Projektseminar frage ich, warum einige Teilnehmer, im allgemeinen Sprachgebrauch, unübliche Begriffe in ihren Texten einfließen lassen? Es geht ihnen um eine bildungssprachliche Ausdrucksweise, war die Antwort. Ich sage: Täusche verbal mehr vor, um im Intellekt über den Zuhörer oder Leser zu stehen. Ist das der Sinn der zwischenmenschlichen Kommunikation? Möchte ich meinen Zuhörer erreichen oder ihn abwatschen, weil er einfach zu doof für mich ist?