176_2019

Geist

Geist
Nr. 1979
Unikat: Handabzug auf ORWO FU5-Film, 18 x 24 cm
(c) 2019 Makkerrony

Er wollte ins Atelier,
seine Negative,
mein Material und meine Apparaturen.
Allein.
Ich lehnte ab.
Vielleicht hätte ich fragen sollen,
ob ich in der Zeit in seiner Wohnung wohnen dürfe,
sein Kühlschrank leer essen,
seine Freundin vögeln dürfe.
Allein.
Er lehnte bestimmt ab.

174_2019

Aktuelle Position

Aktuelle Position
Nr. 1935
Unikat: Handabzug auf ORWO Fotopapier, 18 x 24 cm
(c) 2019 Makkerrony

Ich meine: Ihr seid es, die irrt und der Fotografie die Fähigkeit des Festhaltens der Realität zusprecht.
Wie soll das gehen?
Wer von uns hat je Realität unverfälscht gesehen?
Wer behauptet das Auge und die Technik zu besitzen, Realität zu können?

173_2019

Schalt es aus

Schalt es aus
Nr. 1958
Unikat: Handabzug auf A4 ORWO Dokumentenpapier
(c) 2019 Makkerrony

Es bleibt für mich erschreckend,
wie intolerant sich die Toleranten artikulieren.

172_2019

Über die Gefahr von der weiblichen Brust ausgehend

Über die Gefahr von der weiblichen Brust ausgehend
Nr. 1930
Unikat: Handabzug auf A5 ORWO Dokumentenpapier
(c) 2019 Makkerrony

Blockchain ist doch auch nur so ein gehypter Modename, der dem Homo digitalis die Nutzlosigkeit der Übervernetzung verschleiern soll: Der Mensch macht sich als Wesen überflüssig und wird von den Maschinen nur deshalb nicht eliminiert, weil sein Tod sie selbst überflüssig macht.

Hart auf hart

Ich bin ja so ein kühler Extremst-Experimenteller!

Der Vollprofi sieht meine Überheblichkeit sicherlich anders, schließlich beherrscht er allein das Fach. Wenn der Vollprofi seine experimentelle Ader entdeckt, dann geht er richtig kernig zur Sache: Der Könner wechselt vom P-Modus in die manuelle Belichtungssteuerung und klebt sein Kameradisplay ab! Was sind die wahren Profis auf fotocommunity, view und flickr doch mutig.

Ich kann da nicht mithalten, denn ich krepele immer noch auf Film und Handabzügen statt auf teuerstem Tablet oder Ultra HD-TV herum. Mir tut das auch kein bisschen Leid. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal ein Update in meinen Meopta-Vergrößerer einspielen musste und wieviel mich das ganze Zubehör gekostet hat. Mein rückwärts gewandtes Tun ist nachhaltig, denn ich arbeite mit dem, was ein Meister der leidenschaftlichen Langeweile wegschmeißen würde.

Seit Monaten steht ein Karton im Büro meines Betonpalasts. In der einen Schachtel vermutete ich 18 x 24 cm-Fotoplatten. Lesen hilft auch dem Lichtbildprophet ungemein weiter: Es ist Filmmaterial auf Kunststoffträger. Gefühlt würde ich das Material in die sechziger oder siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts einordnen. Perutz soll 1964 an Agfa gegangen sein, in dem Dreh denke ich auch war das Herstellungsdatum des Perulith-Films. Sieben Blatt bleiben mir. Da ist eine Belichtungsreihe was für weichgespülte Fotomuschis. Das was beim Belichten und Entwickeln schief geht, verkaufe ich als hohe Kunst. Als Stümper und Dilettant kann ich mir so etwas erlauben. Der nächste Schuss sitzt, Pyrogallol ist halt ein sehr gutmütiger Entwickler und bringt diesen gelb-grünlichen Ton ins Negativ. Die PosaNeg-Reihe ist geboren.

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