Schmerz-Kontrollzentrum schreibt an mich: „Anhaltende Knieschmerzen endlich loswerden“

Wenn mich das Schmerz-Kontrollzentrum so direkt fragt: Ich habe nur einen Schmerz und der hat damit zu tun, dass ich nicht ganz verstehe, weshalb Menschen erst so tun als ob und dann mit einmal weg sind. Ohne etwas zu sagen. Ich täte den Schmerz gern „Hoffnungslose Euphorietitis mit Chronischem Zeitleisten-Syndrom“ nennen wollen. Also erst „Ja, ich will“, ein paar Ausreden und dann Sendepause. Auf Rückfrage kommt dann das „Ich wünsche dir weiterhin viel Glück“-Karzinom. Anders formuliert: Lass mich in Ruhe und verpiss dich. Da helfen wohl nur Zäpfchen im Verkehrshütchen-Format und ein Freundliches „Du wirst nicht vermisst werden“ hinterher geschmissen. Ist es politisch korrekt und gendergerecht zu fragen, ob Frau gerade ihre Tage hat oder woher sonst der radikale Sinneswandel kommt? Scharf, schärfer, Peperoni! Da ist wohl eher mehr Mond statt Sonne im Herzen. Gegen diesen Doofie-Dummbrot-Schmerz hätte ich gern etwas, schnellwirkend, bitte.

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Ja, ich habe genug Schmerzen in den Knien und möchte mich davon befreien >>
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Mit dem kannst du das machen

Vor einer Woche trudelt in der Nacht eine Anfrage in dem Stil ein, ob ich ein Motiv auf vier Abzügen habe oder darf ein Bild viermal reproduziert werden? Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, ich vertraue dem anfragenden Gegenüber. Auf die Frage, um welche Arbeit es sich handelt, bekomme zur Antwort, dass man sich noch nicht entschieden hat. Der gestrige Abend und es kommt die Nachricht, dass man eine schöne Nachricht für mich hat. Schön hasse ich gerade. Alles ist schön, wenn damit etwas Negatives verdeckt werden will.

Da das Telefonieren gerade nicht funktioniert, folgt eine Sprachnachricht. Kurz gefasst: In zwei Tagen Vernissage, acht Arbeiten von mir, man erwartet nicht dass ich acht Abzüge anfertige, wir nehmen was da ist und kopieren einfach. Vor einer Woche war von Reproduktion die Rede, morgen soll kopiert werden?! Ich fühle mich gerade wie ein Notnagel, weil auf die Schnelle nichts anderes greifbar ist. Warum war es vor einer Woche nicht möglich eine Entscheidung zu treffen? Sich festzulegen? Ich hätte bis heute Abzüge machen können, auch wenn es nach der Arbeit gewesen wäre. Ich verweigere mich dem Ansinnen und mache auf Künstler mit Bock. Besonders des Kopierens wegen.

Entscheidungen fällen. Mensch, was hast du für Probleme damit. Treffe ich dann die Entscheidung, ist das was ich mache auch nicht in Ordnung. Stattdessen soll ich mit auf Dauer unhaltbaren Scheinkompromissen leben müssen.

Am Sonntag überlege ich, meine Internetaktivitäten neu zu sortieren. Dabei möchte ich meine Pflege-Webseite aussortieren. Also kontaktiere ich den Besitzer und teile ihm meine Absicht mit. Helle Aufregung und ob ich keine Lust mehr habe sie zu pflegen. Also die Webseite. Kein Problem, mache ich ja, ist nur doof die Inhalte mir selbst zusammenzusammeln, weil keiner mir etwas sagt. Aber ich habe wenigstens brav die jährlich Domaingebühren bezahlt. Die Reaktion, absolut typisch: Man hat mich versucht zu kontaktieren, meine neue Nummer, man konnte mich nicht erreichen und und und. Moment! Als es mit dem Kontaktformular angeblich klemmte wusste er genau, wo und wie ich zu finden bin. Und eigentlich war es auch kein Fehler, nur eine Frage der falschen App-Bedienung. Aber egal. Wenn keine echten Probleme vorliegen, dann bin ich nicht auffindbar. Meine Mobilfunknummer ist nicht im Kontakt meiner beliebten Webseite oder für Freunde im Fratzenbuch sichtbar. Ein Argumentation die zeigt, welche Wertschätzung man mir entgegen bringt. Ich mache die Arbeit und dann ist gut.

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Der Groll

oder: Gedanken während der Lärm innere Schrei übertönt

Der Lärm aus der Konserve wird härter und ist am Anschlag laut, nur noch nicht laut genug, um die Schreie zu übertönen.

In meiner Welt schaue ich auf den Schattenmensch. Warum treten ausgerechnet die verlaufenen Tränen so hervor, wo doch die vielen kleinen liebreizenden Details in der Masse aller Details untergehen?

Als hätte das Brodeln den Siedepunkt erreicht, fördert eine Blase des Schmerzes es an den Tag: Mein Kopf fragt mich, ob das was hier gerade läuft mir wirklich gut tut. Du wolltest dein drittes Leben so leben und bist nach all den Opfern dabei, die Maxime gegen innere Qualen zu tauschen.

Ich antworte ja, aber …

Dein Aber ist nicht dein Kopf, bin nicht ich. Da denkt etwas anderes an dir.

Ja.

Du weisst was zu tun ist?

Ja, ich weiss.