Ich lese eine Buchrezension. Warum beschleicht mich das ungute Gefühl, dass der Rezensent seine eigenen Werke als das Nonplusultra zu betrachten scheint und alles andere daran zunichte macht. Ich kenne ein paar Bücher des Rezensenten und finde sie zutiefst langweilig. Ohne Zweifel erklärt er viel, zeigt Beispiele und trotzdem wirken seine Erklärungsversuche an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht bin ich auch nur zu blöd, den Tiefgang seines Geschriebenen zu erkennen.
Kategorie: Kurzgeschichten
Gedankenfragmente und Dummsülz in Kurzgeschichten, die nicht unbedingt Ernst zu nehmen sind, verarbeitet
Der Vortrag
Der Abend bricht über Berlin herein. Mich hat es auf die Wohnlandschaft verschlagen, in meine angestammte Ecke mit dem Gerade-aus-Blick auf das TV-Gerät. In der rechten Hand halte ich locker-lässig die “Macht”. Keiner kann mir heute die Fernbedienung streitig machen oder mich so verbal nerven, dass ich irgendetwas gegen meinen Willen visuell konsumieren muss.
Beef
Nein, ich bin nicht unter die Hüpf-Hopfer mit elendig zu weiten Hosen gegangen und/oder eigne mir den Slang einer sprachoptimiert-sparsamen Generation an. Genauso wenig möchte ich diese Mundmische in die glorreiche Welt der Fotografie portieren und die großen Meister des schlechten Auges dissen. Andererseits täte es mir schon gefallen, regelmäßig den “Klops des Monats” und den “Goldenen Brühwürfel des Jahres” zu verleihen; samtweich gespülte Modelle und ihre schleimig-zuckersüße Analpenetration mit eingeschlossen.
Beef ist einfach nur der Name einer Fotoserie, so jedenfalls die offizielle Version. Ich muss sagen war der Name einer Fotoserie, deren eigentliche Motivation ich vergessen habe.
Alle hinter MIR her: Die Erste Mai-Einsame Weibchen Parade!
Da ist man mal ein paar Wochen in seinem ‚Hierher dürfen mir alle elektronische Nachrichten schicken‘-Account angemeldet und schon stapeln sich jene willigen russischen Bitches, die mich unbedingt ehelichen wollen. Beim Lesen der Verkupplungs-Traueranzeigen beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Würde ich einen Teil der in Ausländisch verfassten Liebesbriefe nicht dem Google Wortakrobaten zur Übersetzung geben, fühlen sich die Liebesletter mit den Augen gefühlt gleich an. Sind etwa diese schmalzigen Abhandlungen mit überwiegend japanischer E-Mailadresse gar nicht echt? Das wär ja schade, *hust!
Ich vergass: Ein neues, beinahe unanständiges Jobangebot auf US-Dollar-Basis hat man mir auch geschickt!
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Zwiegespräch mit einer Vegetarierin
Wir sind verabredet. Es hat Monate gedauert, bis jeder in seinem Terminkalender einen freien Platz fand, der zum anderen passte. Alle fünf Minuten schaue ich auf das iPhone-Display: Keine Absage in letzter Minuten!Wie es sich gehört, bin ich ein paar Minuten früher am verabredeten Ort. Im Kontrastprogramm lässt sich die junge Frau Zeit. Sie zelebriert ihr Erscheinen und macht den Fußweg zum Laufsteg. Das lange blonde Haar weht im Wind. Eine Kopfbewegung, ein gekonnter Handgriff durch das Haar und die lockige Mähne wird in die Position gebracht, die sie haben möchte.