Strukturierte Ordnung, bitte

Ein Experte erklärt mir im Qualitätsmedium TV, dass wir Menschen Struktur und Ordnung brauchen, deshalb mit einem Durcheinander und Chaos nicht zurechtkommen. Nun kenne ich den Experten nicht und nehme seine Äußerung deshalb auch nicht persönlich. Trotzdem frage ich mich, wie sehr ich mit meiner derzeitigen Vorliebe für den Zufall noch Mensch bin. Also ein normaler Mensch. Oder bin ich so etwas wie ein Chaos-Zufall-Messi? Eine Anhäufung von Gehtnichts? Ist das, was ich vielleicht nach seiner Sichtweise habe, ein Syndrom, welches sich aber vielleicht gut therapieren lässt? Muss ich mir irgendwelche Sorgen machen?

Ich selbst habe jetzt keine Angst. Jedenfalls nicht vor mir selbst. Irgendwie ist alles gerade in einem Gleichgewicht. Ich fühle mich nicht gezwungen Chaos auf einen Bildträger zu bringen. Wenn ich für mich zumindest gedanklich allein bin, dann entsteht das, was ich unter Klecksereien zusammenfasse. Dabei nimmt das Tropfen und Schleudern von Farben zum Erzeugen eines Farbklecks nur wenig zeitlichen Raum ein. Trotz allem Zufalls versuche ich eine gewisse Ordnung ins Bild zu bringen, soll sich die Arbeit dann doch das Wohlgefallen der Augen erschleichen. Danach darf der Kopf gerne eine Geschichte spinnen. Jedem die seine.

Mir fällt auf: Der Mensch hat in einem so harmlosen Etwas wie ein Bild Angst Dinge frei und unstrukturiert laufen zu lassen. Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen. Warum diese Zurückhaltung, ein misslungenes Bild lässt sich einfach übermalen. Das ist wie den Beziehungsmenschen einfach mal so ausgetauscht. Hart, aber reales Leben. Und doch sehe ich in diesem Putziratz einen großen Vorteil gegenüber meiner Lichtbildmalerei. In einem gemalten Bild (ich zähle mal ganz keck das Klecksen zum Malen) bin ich im Sujet an kein Naturgesetz gebunden. Der Zufall bildet wenig bis keine Strukturen oder eine Ordnung, die wir Menschen als ein zusammenhängendes Objekt sehen. Und doch ist die Unordnung schön. Wenn man wie ich in Bildern drauf steht.

Letztendlich ist auch das Chaos, der Zufall, die Unordnung eine Ordnung, deren Sinn wir als Menschen nicht in der Lage sind zu erkennen. Wir sind wohl zu doof dafür oder uns fehlt es einfach an der Vorstellung. Nehme ich den Urknall, dann formte er Chaos, das Sekunde für Sekunde immer weiter auseinanderdriftet. Und doch gelingt es in dieser zerreißenden Unordnung, dass sich etwas findet, woraus diese Erde und dann der Mensch entstand. Es macht also Sinn, dass nicht alles Ordnung und Struktur im Leben ist. Es macht Sinn das Dinge geschehen, die dem eigenen Ideal und Ordnungssinn widersprechen und am Ende vielleicht doch funktionieren. Nur anders, unsortierter eben. Ich muss mir also wegen dem Experten und Strukturfanatiker keine ernsthaften Gedanken machen. Es hat alles seine – wenn auch chaotische – Ordnung.

Kunst, die Preise und ich

Ich tat mich schon immer schwer Preise für meine Arbeiten zu nennen. Nehmen wir Vier Säulen. Da fiel es mir relativ leicht, da der Auftrag aus der Familie kam. Und so forderte ich bei Gefallen ein Burger-Menü, bei Nichtgefallen zwei Burger-Menüs meiner Wahl. Nachdem das Geheimnis um diese Arbeit gelüftet war, wurden mir gleich fünf Burger-Menüs angeboten und das nicht, weil es so schlecht sein soll. Ich gehe davon aus, dass die Begeisterung nicht vorgetäuscht ist, da die Kleckserei an der Wand gelandet ist.

Oder ich nehme Claires Frameworks Berlin. Im Laden und Onlineshop hängen auch Arbeiten von mir aus, vornehmlich Fotografien. Wenn ich sehe, welche Preise dafür aufgerufen werden, dann bekomme ich einen roten Kopf. Bei der einen Rahmung weiß ich, dass der goldfarbene Bilderrahmen wertvoll und etwas besonders ist. Ansonsten drehe ich mich innerlich schamvoll weg. Für mich haben meine Arbeiten nicht diesen Wert, obwohl ich sie wertschätze, die Arbeiten einzigartig sind und es mir beim besten Willen nicht gelingen wird, sie noch einmal so anzufertigen.

Natürlich steckt Zeit, Geld und Arbeit in den Bildern. Doch das kann und will ich nicht benennen. Wenn etwas entsteht, sei es eine Fotografie oder ein gemaltes Bild, dann geht es mir in erster Linie nur um mich. Ich möchte etwas machen, schaffen, mich ablenken und den Kopf frei bekommen. Die Zeiten, dass ein Bild mit ein paar Klicks in sekundenschnelle fertig ist sind glücklicherweise vorbei. Diese Zeit hatte was von Fließbandarbeit, Selbstbetrug und emotionslosem Sondermüll. Heute ist selten eine Arbeit nach einer Ateliersession fertig. Selbst ein einfaches Lichtbild braucht mindestens drei Sitzungen: Aufnahmen, entwickeln und abziehen. Letztgenannter Arbeitsschritt kann sich hinziehen, kommen mir mögliche Varianten des Ausbelichtens in den Kopf. Im Ergebnis kann ein Fotoabzug in meinem aktuellen Lieblingsformat 18 x 24 cm keine zwei bis fünf Euro kosten. Dessen bin ich mir schon bewusst.

In der Bucht bin ich auf der Suche nach alten Negativen. Ich lande bei Antikgabi. Sie haut gerade kiloweise separierte Kontaktabzüge eines gewissen Gert Kreutschmann (1920 – 1988?) heraus und ruft dafür im Sofortkauf fast 30 Euro für 6 x 6 cm Fotopapier auf. Und weil das der Antikgabi noch nicht genug ist, soll ich noch 5 Euro Versand bezahlen. Das ‚Besondere‘ an der Rafforgie: Die abgebildeten Damen sind am ganzen Körper barfuß. Sorry, da sollte Antikgabi einen hochroten Kopf bekommen. Erschwerend für sie kommt hinzu, dass es zumindest im Internet zum Kreutschmann zwar viele Fotos gibt, er ansonsten noch nicht einmal im Halbwissen Wikipedia erwähnt wird und er durchschnittliche Arbeiten abliefert. Aber was rege ich mich auf: Für eine Reproduktion im einfachen Postkartenformat soll ich an einer anderen Stelle der Bucht 13 Euro blechen.

Kommt jetzt der Hinweis mit dem Mitsteigern und günstiger Schießen? Selten so gelacht. Wenn Antikgabi und Konsorten diesen Preis im Sofortkauf haben möchte, dann sind die Versteigerungen schon so gedreht, dass auch das Bietergefecht in der Region des Sofortkaufs endet. Ich bin zwar blöd, aber nicht so blöd um mitzukriegen, dass es keinen edlen Ritter auf einem regenbogenfarbenen Einhorn gibt, der aus purer Lust am Menschen güldenen Feenstaub verteilt.

Wie bewerte ich meine Liebhaberei? Emotional ist es klar: Ich tue es für mich. Wenn jemand daran Gefallen hat und eine Arbeit haben möchte, dann gebe ich gern. Finanziell im Sinne ein Künstlerleben zu finanzieren: Ich habe keine Ahnung. Schaue ich bei anderen Künstlern vorbei, dann wird auf dicke Hose gemacht und letztendlich fehlen dann doch die Eier. Ich hatte mal Interesse an einer Arbeit von JeanneDArtKunst auf etsy. Sie nannte mir eine Preis und meinte, dass ihre Agentin gegen dieses Preisangebot wohl etwas dagegen hätte. Hää? Agentin? Was soll diese Schaumschlägerei? Und wenn das elitäre Künstlerleben so brummt, warum wird dann nach ein paar Monaten abgetaucht? Da hat wohl das Sitzfleisch gefehlt und ist die Geduld auf Reisen gegangen.

Ich wurde an einem Wochenende angeschrieben, dass ein Galerist neue Leute sucht und man denkt an mich. Und weil es nicht die erste Absichtsbekundung in meinem Leben ist, springe ich nicht auf den Euphorieexpress auf und rufe sofort an. Stattdessen mache ich auf kühl und bitte mich doch einfach anzuschreiben, wenn denn Interesse besteht. Nun: Hätte ich mich ab dem Moment nicht vom iMac wegbewegt, ich wäre verdurstet und verhungert. Wenn ich für jede Interessenbekundung, sei es die Kollaboration oder Modellanfragen, einen Euro kassiert hätte, ich hätte damit mehr als mit meinem Bilderverkauf eingenommen.

Ich streiche lieber die Eurozeichen aus meinem Kopf, verzichte auf das berühmt, reich und sexy. Eben weil ich das alles eigentlich auch nur für mich mache.

Fundstücke reaktiviert?!

Machomodus an!

Ich sehe mich ja schon zu Höherem berufen. Bin kein weichgespülter Typ wie all diejenigen, die heute so als ‚Mann‘ rangezogen werden. Deshalb käme ich auch nie auf den Gedanken, mich Fundstücke zu nennen. Der Alias ist doch was für Weichflöten, Warmduscher und Frauenversteher. Der Alias Fundstücke fiel mir zu, weil jemand den Lichtbildprophet nicht richtig gelesen hat. So entstehen Legenden, so funktioniert Leben: Ein Zahnrädchen ist nicht in der Spur, nimmt seine Rolle nicht richtig wahr und schon werde ich verbal zur heulenden Pussy degradiert.

Machomodus aus!

In der Tat entstand dieser weitere Alias für mich aus dem Flüchtigkeitsfehlers eines Besuchers. Fundstücke war domaintechnisch nicht besetzt, also adoptierte ich den Begriff. Für eine Weile ruhte der See (die Domain) still vor sich hin, bis ich den Fundstücke mit meinen Aktivitäten rund um uralte Negative verband: Ich interpretiere vom Negativ Momente unbekannter Fotografen nach meinem Gusto. Hauptsächlich verwende ich alte Glasnegative, später kommt altes Filmmaterial dazu.

Dieses Projekt Fundstücke war für mich der Versuch einer Motivation. Nach dem Ende der Chemotherapie und dem beruflichen Wiedereinstieg lief alles andere nur schleppend an. Ich erinnere mich an ein Geschenk alter Glasnegative. Das war bereits Jahre her. Jetzt kam eine große Einkaufstasche mit altem ORWO-Fotopapier geschenkt dazu. Darin waren auch Papiergrößen, die ich sonst nie nutzen würde. 9 x 12 cm Glasnegative und das passende Fotopapier: Ich fertige Kontaktkopien auf abgelaufenem ORWO-Fotopapier an. Lithentwicklung. Nach und nach erweitere ich meinen Bestand um Negative weiterer unbekannter Fotografen. Es ist so spannend den vergangenen Momenten anderer ein neues Bild zu geben und ausgemustertes Fotopapier, Jahrzehnte alt, doch noch verwenden zu können. Ich könnte der Erfinder der Nachhaltigkeit sein.

Irgendwann wuchs der Wunsch in mir, zumindest die 9 x 12 cm Glasnegative auf größeres Papier zu ziehen. Also kaufe ich eine 9 x 12 cm-Plattenkamera und baue diese zum DIY-Vergrößerer 13 x 18 cm um. Was ich weiss aber noch nicht ernsthaft in Betracht ziehe: Die alten Fotos auf Glasnegative sind nur für Kontaktkopien gemacht. Zwar gibt es zur damaligen Zeit des Entstehens der Aufnahmen auch ‚Vergrößerungen‘, doch sie gehen nicht über den Faktor 1,5 hinaus. In der Kontaktkopie wirken alte Glasnegative knackig scharf, in der Vergrößerung jedoch butterweich. Und so gebe ich recht schnell die Vergrößerung der alten Aufnahmen wieder auf, verwende das Charakterschwein in Gestalt des Selbstbau-Vergrößerers für meine eigenen Kleinbildaufnahmen. Außerdem steigere ich die Abzugsgröße von 13 x 18 cm auf 18 x 24 cm. Der Fundstücke als Motivationsinitialzündung zündet und ich taufe diese meine imperfekte ‚Handschrift‘ als den Photographischen Depressionismus.

Seit Mitte 2018 liegt das Projekt Fundstücke brach. Ab dem Moment sehe ich keinen Grund, fremdes Negativmaterial zu Bildern zu machen. Es ist spannend, aber auch mühsam. Die alten Glasnegative müssen einzeln durchgesehen werden und vertragen mal eine Reinigung. Ursprünglich wollte ich eine kleine Ausstellung mit den ‚Fundstücken‘ machen, doch ich komme irgendwie davon ab.

Eine liebe Freundin bekundet vor Kurzem Interesse an den alten Glasnegativen. Wir kommen sogar kurz dazu ein paar Kontaktkopien anzufertigen. Ja, das Thema Fundstücke und Fundstücke bleibt spannend für mich, andere Dinge sind für den Moment und mich viel aufregender. Dazu gesellt sich auch das aktuelle Unwesen um den Verkauf alter Originalnegative. In der Bucht werden für 0815-Motive Mondpreise verlangt. Einzelstück. Was da als Akt deklariert wird, sind posende Frauen in Winterkleidung. Dann kennen die Profi-Verkäufer den Unterschied zwischen Negativ und Positiv (Dia) nicht. Dazu kommt abfotografiertes Bildmaterial, Billig-Reproduktionen und liebloses Standardgepose. Eben die ganze Welt der großen Könner.

Lasse ich den Fundstücke wie Phönix aus der Asche auferstehen? Nein, es ist ein kurzes Aufflammen. Für mehr wird es nicht reichen. Ende letzten Jahres habe ich einen Teil des alten Fremd-Filmmaterial entsorgt. Wenn ich Fundstücke spiele und die Fundstücke zu Bildern mache, dann bitte nur im Sujet Menschenfotografie. Alles andere ist für mich nicht von Interesse. Wenn ich wieder in ein Motivationsloch getapst bin, dann hole ich die Filmstreifen raus, lege sie in meinen Selbstbau-Vergrößerer und ziehe davon ab. Es werden auch ein paar neuere Aufnahmen dabei sein, Nimmersatt-Posing bis plumper Amateurpornografie im Stil der ‚Das Heimliche Auge‘-Jahrbuchreihe. Die Glasplatten sind irgendwie später vielleicht mal dran. Vielleicht.

Strategiewechsel

Sechs Monate sind rum, der nächste Check bei Gandalf steht an.

Nach meinem letzten Besuch im August des vorherigen Jahres wollte ich auf weitere Kontrolltermine verzichten. Ich fühle mich einfach nicht verstanden. Zum einen kann ich das, was ich als ‚Nachwirkung‘ der Chemotherapie beschreibe, nicht in klare Worte fassen. Wenn es mir dann doch irgendwie gelingt, bekomme ich zu hören, dass das nicht sein kann. Ich bin doch schon soooo lange raus. Diese Meinung greift bis in den engsten Kreis über. Die Äußerung sitzt. Bin ich etwa zur Pussy gereift?

Suche ich nach anderen Erfahrungen rund um das Leben nach Hodgkin und Beacopp eskaliert, wundern mich meine eigenen Erfahrungen kein bisschen. Denn selbst Studien und Ratgeber von Kliniken beschreiben Langzeitfolgen noch nach Jahren als existent. Die Krönung ist die fifty fifty-Chance von Fatigue, Schlafstörungen, Nervenstörungen & Co. heimgesucht zu werden. Was soll also das kategorische Ablehnen meiner Eindrücke und Wahrnehmungen?

Im August 2019 bekam ich einen Überweisungsschein für den Neurologen. Taubheit, Schmerzempfinden, Empfindungsstörungen geben Anlass dazu. Ist es vielleicht sogar Zucker? Ich soll meinen Hausarzt mit einbinden. Dummerweise bin ich dem Typen im Weißkittel völlig egal. Nach seiner Meinung wird das Hodgkin Lymphom immer operativ behandelt. Als er das sagte, hielt ich dagegen und meinte, dass die anerkannte Therapie die Chemotherapie und/oder Bestrahlung sei und lediglich zur Biopsie operiert wird. Es gibt nur eine Ausnahme von der Regel. Er warf mir einen bösen Blick zu und seitdem sind wir beste Feinde. Dummerweise ist Marzahn mit freien Hausärzten dünn gesät, was einen Hausarztwechsel unmöglich macht. Und bitte keine Tipps, dass es hier und da noch aufnahmewillige Hausärzte gibt. Ich mache keine halbe Weltreise für ein Quartalsrezept und vielleicht einen Krankenschein bei hammerharten Männerschnupfen.

Mit ‚Beziehung‘ gelingt es einen Neurologen-Termin Ende Februar in Berlin-Buch zu bekommen. Anfang diesen Jahres sind die Symptome soweit zurückgegangen, dass ich den Termin nicht wahrnehmen werde. Es gibt sicherlich andere, die einen freien Termin dringender brauchen als ich. Außerdem habe ich mich für einen Strategiewechsel entschieden. ‚Ich will doch nur, dass es dir gut geht‘ waren im August Gandalfs Worte. Wenn das seinem Wunsch entspricht, dann wird es mir heute bei seiner Befragung gut gehen. Damit bin ich zwar meine Probleme nicht los, aber ich habe meine Ruhe, ich rege mich nicht über sein ‚es müsste anders sein‘ auf.

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Schwarzer Peter – UPDATE

Zur Zeit spielen zwei Vollprofis Schwarzer Peter und ich bin zum Zugucken verdonnert.
Hilflos und ausgeliefert!

Ein Spieler ist DHL, sein Gegner der Classic Camera Store. Letztgenannter hat seinen Sitz in 01067 Dresden, Schössergasse 12. Die Angabe könnte wenig später im Text noch wichtig werden.

Der CCS betreibt einen ebay-Store, in dem ich bereits mehrfach abgelaufene Foto- und Filmmaterialien der Marke ORWO erworben habe. Da fällt es mir nicht schwer abgelaufenes ORWO-Filmmaterial für meine 13 x 18-Holzkamera zu erwerben. Statt immer nur NegaPos soll sie auch mal einen richtigen Film sehen. Gesagt getan: Kauf am Sonntag, Versand am Dienstag. Am Donnerstag stellt DHL um 06:50 Uhr fest, dass die Sendung nicht den DHL-Versandbedingungen entspricht. Warum fällt das DHL nicht bei der Annahme der Sendung auf? Sitzen die Versandbedingungsfachkräfte alle hier in Berlin und die Dresdner DHL-Kollegen sind für etwas ganz anderes zuständig?

DHL entscheidet, die nicht bedingungskonforme Sendung wieder nach Dresden zu befördern. Dort kommt sie am Freitag an und wird, laut detailiertem Sendungsverlauf, bei Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH abgegeben. Am selben Freitag, ich frage beim CCS wegen des Grundes der Rücksendung nach, teilt man mir mit, dass morgen (also Samstag) eine Ersatzlieferung raus geht. Am Samstag bekomme ich eine Mail vom Classic Camera Store mit der Bitte um Klärung, damit das zweite Paket nicht wieder von DHL zurückbefördert wird. Ich hake nach und frage was ich klären soll. Dann die Überraschung: Laut CCS soll die Sendung in der Packstation meines Vertrauens liegen! Das kann nicht sein, war ich kurz vorher an der Packstation und habe eine andere Sendung in Empfang genommen. Läge noch etwas in der Packstation, wird mir das angezeigt. Läge sie in einer anderen Packstation, dann würde mir die App sagen wo.

Was darauf folgt, ist laut Sendungsauskunft der Hinweis vom CCS auf ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘. In meiner Antwort kläre ich auf, dass ich eine Packstation als Anschrift gewählt habe, die Packstationsadresse korrekt ist, da andere Sendungen problemlos ankommen. Und wenn die Packstation voll ist, dann geht die Sendung an eine andere im Radius von 3 Kilometer.

Ich google ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘ und lande in Dresden, selbe Postleitzahl wie der CCS, Neumarkt 6. Ich teile es Classic Camera Store mit. Der fragt mich, ob ich ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘ kenne? Ich bin am power-verzweifeln. In meiner Antwort verweise ich auf Google, Google Maps und dass sich die Adresse der Rikmani GmbH gleich um die Ecke des Classic Camera Store befindet. Ich hänge sogar einen Google Maps-Screenshot an.

Man teilt mir mit (es ist noch Samstag), dass man auf eigene Kosten nochmals ein Paket an mich losschickt, der CCS alles richtig gemacht hat und hofft, dass die Sendung diesmal ankommt. Ich habe auch alles richtig gemacht, Amazon und andere Ebayer liefern problemlos die favorisierte Packstation an. Der Depp und damit Träger des Schwarzen Peter kann nur DHL sein. Dumm nur, dass ich den nicht in meine Kommunikation einbinden kann. Zum einen dauert es Tage, bis der staatliche Global Player auf Schriftliches reagiert und dann verweist er sowieso nur auf seine kostenpflichtige Warteschleife, an deren Ende mir das gesagt wird, was ich Online in der Sendungsverfolgung lesen kann. Null-Mehrwert-Support einer perfekten Kundenabwehr.

Noch am Samstag wird in der DHL Paket-App eine Sendung der QF-Foto Maerz GmbH Classic-Camera-Store angekündigt. Es folgt der Montag und nichts geschieht. Auch Dienstag gibt es keine Bewegung in der Paket-App. Ich frage bei CCS über die Rücksendung und den Grund der Rücksendung nach. Man teilt mir mit, dass die Rücksendung immer noch nicht angekommen sei. Damit ich aber nicht länger warten muss und weil noch einmal Ware am Lager ist, schickt man sie mir jetzt zu.

Eine Absicht folgt der Absicht, nur Taten wollen nicht folgen!

Am Mittwoch Morgen schaue ich in die DHL Paket-App: Was ich gestern bei Amazon bestellt habe, ist in meiner Region angekommen und bald auf dem Weg zur Packstation. Bei der Sendungsankündigung des Classic Camera Shop tut sich immer noch nichts. Zugegeben, den Classic Camera Store kann ich nicht mit Amazon vergleichen. Doch die Mitarbeiter des Ladens scheinen immer noch nicht geschnallt zu haben, dass es sich bei der Rikmani GmbH in Dresden um das Cafe & Galerie Rikmani keine 300 Meter (Neumarkt 6 in 01067 Dresden) entfernt handeln könnte und dass da, einem fähigen DHL-Versandtechniker sei Dank, die Rücksendung zur Abholung bereit liegen könnte oder sogar muss. Und da das DHL-Transportgenie offenbar des Schreibens nicht mächtig ist, gibt es auch keine Benachrichtigung an den CCS. Oder man hat sie bekommen und keinen Bock sich auf den Weg zu machen. Lieber fragt man mich, ob ich Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH kenne? Vielleicht ist alles auch ganz anders und man möchte mich gepflegt über den Löffel ziehen. Ich kann mir ja auch ein Bahnticket holen, nach Dresden fahren, die Rücksendung von Rikmani zum Classic Camera Store tragen, dort meine noch nicht abgeschickte Nachsendung im Empfang nehmen und einen übelriechenden Furz lassen.

Hallo!
Hakt und/oder hackt es?
Was ist das Problem eine Warensendung, kaum größer als eine mittelprächtige Pralinenverpackung, ordentlich einzupacken, vernünftig an eine blecherne Packstation zu adressieren, aufzugeben und anzunehmen, dann von Dresden nach Berlin zu transportieren?

Wenn in der simplen Prozesskette jemand seinen Job nicht liebt, dann soll er das Fach wechseln. Oder lieber gleich ganz auf Vollzeithartzer machen. Stattdessen wird mir mit der an den Tag gelegten Lieblosigkeit wertvolle Lebenszeit gestohlen!

Update 1.0
Bis Mittwoch Nachmittag rührt sich nichts. Weder schubst die DHL Paket-App die ‚elektronisch angekündigte Sendung‘ einen Balken weiter, noch kommt eine neue Sendung der QF-Foto Maerz GmbH Classic-Camera-STORE hinzu. Dafür liegt eine andere Sendung, gestern bei Amazon bestellt, heute in meiner Lieblings-Packstation zur Abholung bereit. Es geht, man muss nur mit Liebe an die Sache herangehen.
Ich schreibe den Classic Camera Store an, bitte um ein Update. Gleichzeitig schildere ich noch einmal den Werdegang, die Schuldfrage und erwähne den potentiellen Ablageort der Rücksendung in der Galerie Rikmani, Neumarkt 6 in Dresden. Ich kann auch nicht verheimlichen, dass mein Geduldsfaden überstrapaziert ist und ich im nächsten Schritt die Klärung der Angelegenheit ebay überlassen werde.
Eine Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Man habe heute die Sendung noch einmal mit DHL auf dem Weg gebracht.
Schön und doch habe ich ein ungutes Gefühl.

Update 1.1
Donnerstag Morgen ist die am Samstag, ich buchstabiere S A M S T A G, elektronisch angekündigte Sendung in der DHL-App einen Balken weiter gerückt. Jetzt soll die Sendung in Ottendorf-Okrilla bearbeitet und in die Region des Empfängers weitertransportiert werden. Voraussichtliche Zustellung: Der heutige Tag!
Letztgenannte Aussage betrachte ich als Propaganda. Genauso kann ich die Verzögerungstaktik des Classic Camera Store nicht verstehen. Entweder herrscht bei den wirklich so viel Chaos wie in Google-Rezensionen beschrieben oder man hat sich in Sachen Kundenabwehr perfekt perfektioniert.

Update 1.2
Es ist Freitag. Früh, ganz früh und die DHL Paket-App sagt, dass die Sendung in der Region des Empfängers angekommen ist. Au Backe, jetzt schlägt die Stunde der DHL-Versandbedingungsversteher. Was wird geschehen? Darf der Transportingenieur die Sendung in seinen Wagen laden? Hat er Bock die Sendung heute zur Packstation zu fahren? Ist ein Fach in der Packstation für mich frei? Wie es weiter geht, dass erfahren Sie – lieber Leser – im nächsten Update der Erfolgsserie ‚Schwarzer Peter – Ronaldo wollte nur einen alten Film kaufen, der von Dresden nach Berlin nur 14 Tage braucht, Dank dem Classic Camera Store und DHL‘.

Update 1.3
WOW, die Sendung ist auf dem Weg zur Packstation! Ich möchte nicht frohlocken, aber heute könnte mein Glückstag sein.

Update 1.4
Halleluja!
Die Sendung liegt in der Packstation zur Abholung bereit und ich habe Abholcode.
Ich bin so leicht zufrieden zu stellen, wirklich.

Update 2.0
Ware da, so wie beschrieben.