Es ist das Totschlagargument mit ohne Bewährung schlechthin: Man möchte als Projekt, Unternehmung oder ‚was weiss ich‘ unbedingt anders als die Anderen sein, bedient sich aber bei seiner Popularitätssteigerung derselben Mittel und Wege wie der Rest der Wirtschaftswelt. Soviel zum Thema Anderssein:
Schlagwort: spam
Diskriminierende Jobangebote
Beratschlage ich das Jahreshoroskop 2017, dann steht mir im nächsten Jahr was Sensationelles bevor: In Liebe, Gesundheit und Job soll sich alles zum Besten wenden. Es könnte durchaus so supisuper werden. Die Gesundheit scheint sich auf dem richtigen Pfad zu befinden und erste sensationelle Jobangebote liegen auch bereits vor:
Reden is(s)t Gold
Stell dir vor du bekommst Geschriebenes,
völlig überraschend und glatt gelogen,
nettes Gesäusel a la Süßholzraspeleien,
es belustigt des falschen Deutsch!
Stell dir vor du bekommst Geschriebenes,
in unverständlichem Ausländisch,
ich den Google- oder Bing-Übersetzer bemühen muss,
es belustigt des falschen Deutsch!
Der Große Ich-Feldzug
Im Moment geht es bei mir ab wie Schmidt’s Katze: Jeden Tag trudelt ein Kennenlern-Begehren inklusive Bildchen ein. Zu 99% soll es sich um eine holde Schönheit aus der ehemaligen Sowjetunion handeln. Hauptmerkmal der Bräute: unverheiratet, ohne Kinder und um die Mitte Dreißig! Zugegeben, die mitgeschickten Bilder zeigen in meinen Augen ansehnliche Wesen, doch ruft das keinen sexuell-emotionalen Notstand bei mir aus.
Ausländisch Spam zur Kunst gereicht
Wer wäre vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten auf die Idee gekommen, dass Werbung oder Stilelemente der Werbung zum Kunstobjekt werden. Alles was Masse und auf den schnellen Konsum ausgelegt ist, was scheinbar einer geringen Wertschöpfung unterliegt, stempeln wir geringschätzend zumindest als Trash ab. Wabert man etwas Kult darum und gibt der Kreation Zeit, kann sich daraus Kunst entwickeln.
Zeit heilt keine Wunden, Zeit macht einfach nur blind! Und taub! Stumpf gewaltig ab!