Herr der Pizza – Ein Lebensgedicht

Meine Krone ist ein Hut
eure Hitze macht mich aggressiv
heiß ist ein alter Weiberarsch
das da draußen nenne ich Sommer
Wetter ist gemeint
ein Allergieschub des Klimas
es ist einsam, eine alte Seele zu sein
traurig ist eigentlich, dass man es merkt
manche Menschen fördern die Bestie in dir zu Tage
lass mich raus und gewinne Scheiße
Leere aus Licht und Luft
das System ist im Zustand von Panik und Chaos
vom Erwachsensein trete ich zurück
mich haben keine Videos und Klicks radikalisiert
das Leben und ihr habt mich gelehrt
will denken wie ein Kind
selbstbestimmt und antiautorität
ich mach mir meine Blase, wie sie mir gefällt
dabei gebe ich mir soviel Mühe
jetzt kann mich niemand kündigen
nur der Chef selbst sagt, wann Schluß ist
ich imprägniere mich
Tropfschutz und Antischimmel
der Kleine Feigling aus großer Flasche
der, der Eierlikör bebrütet
Küken dissen Mimosen
digitaler Harntester
heul ins Kissen, Identität
Sturz der Kleptokratie der Geschlechter
deine letzte Lanze ist gebrochen
du bist wieder nur Mensch
entwickeln wir etwas Quintessenz
wichtig, nichts ohne Hinweis
eine große Depression
flieh, großer dummer weißer Vogel
der Holzwurm wandert in die Watte aus
alle brauchen Therapie, der Realität wegen
träumt weiter euren Verfall
trag deine Krone aus Schmerz und Scheiße
zweibeinige Prinzessin, Heldin, Opferin.

Sittenbilder

Unfeministische Frage einer unterdrückten Opferfrau: „Warum sind so viele Frauen Single? Wo sind denn die Männer, die noch eine echte Frau haben wollen?“

Misogyne Antwort eines identitätsunfluiden Normativmannes: „Weil Frauen bei jeder Gelegenheit der Kontaktaufnahme oder eines Flirtens das Gesetzbuch schwingen und mit einer Sexismuskeule um sich schlagen. Ich kann die Singlemänner verstehen, die darauf keine Lust haben.“

Am laufenden Band

Drama, Trauma, Selbstmitleid:

Manchmal würde ich mir gern selbst einen Stirnkuss geben können und sagen: „Hey, du hast nie aufgegeben. Du kannst verdammt stolz auf dich sein!“ Ich habe das Online Dating aufgegeben. Stattdessen muss ich auf härtere Maßnahmen greifen. Jetzt werde ich einfach jeden Dienstag & Donnerstag im Amtsgericht hocken, weil das die Scheidungstage sind. Nebel rückwärts heißt Leben, vielleicht, weil Klarheit oft erst danach kommt. Nach Regen scheint die Sonne, nach Dunkelheit kommt Helligkeit. Das Leben ist dem steten Wechsel unterworfen. Und so kommt Klarheit in das Leben wenn der Nebel schwindet. Die Liebe siegt letztendlich immer. Mir geht es momentan echt beschissen, das Leben ist gerade zu viel und ich ziehe mich hier deshalb erstmal auf unbestimmte Zeit zurück. (Interessiert sowieso nicht, I know). Passt auf euch auf. Und bis irgendwann. Ich habe so extreme Probleme mit meinem Körperbild, dass ich aktuell nicht mehr schwimmen gehen kann. Er hat mich x-fach betrogen mit sehr schlanken Frauen. Ich bin extrem athletisch und liebe wie ich aussehe, aber ich halte es nicht mehr aus, wenn andere mich im Bikini sehen. Ich hoffe, das geht mit der Zeit weg. Ich werd bald 40 und das fühlt sich einfach nicht richtig an. Das Schönste am Älterwerden? Man hört auf, jedem gefallen zu wollen und fängt an, sich selbst wichtig zu nehmen. Die Kontemplation ist ein hungriges Tier in einer Welt, in der der Algorithmus das menschliche Auge ersetzt. Er sieht nur und führt aus nach der Oberfläche, während das außergewöhnliche Wunder, sich in die latente Tiefe vorzuwagen, untergraben und aufgehoben wird. Wir schwimmen in einem gefühllosen Fluss, ohne zu bemerken, dass wir ertrinken. Gott, wenn es mein Schicksal ist, allein zu sein, dann nimm mir das Verlangen, geliebt zu werden. Mir geht es von Zeit zu Zeit schlechter. Ich habe aktuell keine Energie positive Vipes und Liebe zu geben. Ich fühle mich seit Wochen schrecklich und bin heute an eine Grenze gekommen, an der ich meine geistige Beherrschung verlor. Außerdem erzeugt mein Kopf Bilder, bei denen ich kauernd und beschämend in einer Ecke liege und mich selbst beschimpfe. Keine Ahnung was ich dagegen machen soll. Manchmal wünsche ich mir, jemand würde einfach ehrlich sagen, was er will, statt 3 Wochen Smalltalk zu führen. Ich merke das ich keine qualitativen Freundschaften habe und niemand sich interessiert wie es mir geht und seit langem vielen egal bin. Nach der Arbeit bin ich nicht unsozial. Ich bin einfach restlos aufgebraucht. Meine Batterie lädt nur in Ruhe. Ich wollte nie so enden. Der Verlust meiner Arbeitsfähigkeit war das Schlimmste, was mir passieren konnte. Nicht arbeiten zu können, kein Ehrenamt mehr ausüben zu dürfen. Das Gefühl plötzlicher Bedeutungslosigkeit ist schrecklich. ​Zur gesundheitlichen Belastung kommt noch soziale Isolation. Und ein Alltag, der aus einem Dauerlauf zwischen Behörden, Arztbesuchen und Klinikaufenthalten besteht. Seitdem ich mein ADHS mit den Medikamenten unter Kontrolle habe, merke ich immer mehr, dass ich wahrscheinlich doch auch noch Autismus habe.