‚Instagram‘ schreibt an mich: ‚meine fotos und videos (910)‘

In dieser kaputten Zeit kämpfen die Kleinen ums Überleben. Da klingt es schon wie Hohn, wenn Pflegekräfte und Kassiererinnen gestern als Helden ‚vergöttert‘ werden, man aber morgen die Einführung der Grundrente wegen der anfallenden Arbeit und Corona ernsthaft verschieben will. Oder LKW-Fahrer. Heute als ‚Helden des Alltags‘ geadelt, doch blockieren sie auf der Autobahn die rechte Spur oder beginnen gar ein Elefantenrennen, sind sie wieder die Arschlöcher der Nation.

Sozial medial wird eine Challenge nach der anderen gezündet und nur, weil Leute nichts mit sich und der partyfreien Zeit anzufangen wissen. Leuchtendes Beispiel ist Instagram. Oder dieses chinesische TikTok. Tut mir leid, ich kann damit nichts anfangen. Seit Instagram die Timeline für eine positive Nutzererfahrung manipuliert, ich die Manipulation nicht wie zum Beispiel in Twitter abschalten kann und ich mir bewegte Bilder ansehen muss, haue ich dort nur noch gelegentlich Schnappschüsse aus dem Atelieralltag raus.

Neulich bat mich Claire von Frameworks Berlin eine Insta-Story zu posten. Eine was? Claire erklärt und ich tue wie mir gesagt. Den beiden Mädels von Frameworks geht es wirtschaftlich gerade auch nicht so gut und ich habe ihnen meine wie auch immer geartete Hilfe angeboten. Nun denn, wenn es ihnen hilft, dann eben eine Insta-Story.

Was Instagram jetzt mit der nachfolgenden Botschaft von mir will, ich habe keine Ahnung!
Stattdessen fühle ich mich vom sozial-nutzlosen Eigenleben des Homo digitalis einfach überfordert:

Zitat Anfang

Was will Instagram von mir

Zitat Ende

105_2020

Gründling

the erotic side of the photographic depressionism
Gründling
Nr. 1684
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle

Da sind die Elitären,
sich zum Besonderen berufen fühlend,
über alle Dinge erhaben,
eine Krise, ein Sturzflug
und als Erste das Jammern beginnen.